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0 In Allgemein/ Kriminalroman/ Mosaik Verlag/ Sachbuch

Veikko Bartel: Mörderinnen. Fälle aus der Praxis eines Strafverteidigers

Eine Mischung aus Kriminalroman und Sachbuch ist das Buch von Veikko Bartel über Fälle aus seiner Praxis als Strafverteidigers. Bartel nimmt den Leser dabei mit zu vier Fällen aus seiner Tätigkeit in der Verteidigung und alle Täter sind dabei Frauen. Dieses 4 Frauen haben unterschiedliche Motive für ihre Taten und letztlich auch sehr unterschiedlich gemordet. Bartel vermag es, ohne viel juristisches Beiwerk auszukommen. Man erfährt nur die wirklich notwendigen Fakten über das Gerichtsverfahren und die Vernehmung der Täterinnen. Vielmehr stehen die Zeit vor der Tat, der eigentliche Mord und das Verhalten der Mörderinnen im Mittelpunkt. Es ist ein sehr angenehm und recht schnell zu lesendes Buch.

Lediglich ein Fall geht einem doch sehr ans empfindliche Gemüt, wobei er hier eingehend erwähnt, dass einzelne Stellen schon abgeschwächt sind. Veikko Bartel vermag es, die Schicksale und Menschen gut darzustellen. Die Gründe, warum eine Frau zu einer Mörderin wird, sind absolut nachvollziehbar von ihm erzählt. Ein wunderbares kleines Büchlein für alle, die mal der Realität etwas mehr ins Auge blicken möchten.

Danke an den Mosaik Verlag / Randomhouse für das Rezenzionsexemplar.

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0 In Allgemein/ Diogenes/ Thriller

Dennis Lehane: Der Abgrund in dir

Es startet mit einem Paukenschlag: Rachel erschießt ihren Ehemann. Bloß warum? Es geht weiter mit einem Rückblick auf ihr Leben, welches sehr geprägt war von ihrer Psychologen-Mutter, dem Nicht-Kennenlernen ihres Vaters und ihrer angehenden, aufstrebenden Reporter-Karriere. Stück für Stück kommt der Leser dem Geheimnis um ihren Ehemann näher und der Grund für das Erschießen selbigen erscheint immer logischer.

Dennis Lehane ist mit „Der Abgrund in dir“ ein super spannender Thriller gelungen. Es gibt viele Überraschungen und Wendungen. Immer, wenn Rachel scheinbar am Ziel ist, geschieht wieder etwas – manchmal – Unfassbares. Man kann dieses Buch kaum aus der Hand legen, ich habe es regelrecht verschlungen. Dabei ist es eine Mischung aus Familienroman / Lebensgeschichte, ein wenig Frauenroman und entwickelt sich dann erst schrittweise zum Thriller. Rachel selbst tat mir manches mal leid, anderseits erstaunte mich ihr mitunter sehr cooles Handeln. Für mich etwas ungewohnt, war der sehr souveräne Umgang mit Waffen von ihr, allerdings erklärt es sich insoweit, dass sie als Reporterin lange für eine Recherche im Bereich der Waffenlobby zu tun hatte und dabei auch Schießen lernte.

Ein wirklich clever konstruierter Thriller, der einem so manches Mal auf die falsche Spur schickt und erst am Ende wird klar, wieso alle Puzzleteile wie die Suche nach dem Vater, die Karriere als Reporterin etc. anfangs Raum einnehmen. Das Ende ist nicht vorhersehbar und hat mir sehr gut gefallen. Ein unbedingt zu empfehlendes Buch für Thrillerliebhaber.

Danke für Rezensionsexemplar von der litblog-Convention an Diogenes.

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0 In Allgemein/ blanvalet Verlag/ Thriller

Mark Hill: Ich räche dich

Tatia bzw. Sarah bricht mit ihrem Freund in Häuser ein, deren Bewohner im Urlaub sind. Sie bedienen sich dort an den Lebensmitteln und Kosmetik und genießen das luxuriöse Leben. Vor den Einbrüchen beobachtet ihr Freund die Häuser, um sicher zu gehen, dass die Besitzer wirklich im Urlaub sind. Eines Tages werden sie hingegen überrascht und in ihrer Ausweglosigkeit ermorden sie die Besitzer. Weitere Einbrüche gehen schief und es gibt immer neue Tote. Schritt für Schritt ahnt Tatia, dass die ausgesuchten Häuser eventuell absichtlich nicht leer sind…

Dem Leser ist recht schnell klar, wer hier die Mordserie bei den Einbrüchen zu verantworten hat, nur das Motiv ist eher unklar. Man kann als Leser schön die Polizeiarbeit von außen beobachten – man weiß ja schon, wer gesucht wird. Trotzdem ist es spannend, wie Detective Ray Drake und sein Team nach und nach die Verbindung zwischen den Ermordeten herstellt. Gleichzeitig fragt man sich auch nach den Hintergründen und den Geschehnissen in der Kindheit von Tatia bzw. Sarah. Diese wurde als Kind adoptiert, aber vor allem ihre Adoptivschwester Poppy war sehr eifersüchtig auf sie. Als eines Tages der jüngste Sohn bei einem Unfall ums Leben kommt, wird Tatia beschuldigt und zurück ins Waisenhaus geschickt. Später kehrt sie in die für sie heile Welt zurück und hat Kontakt zu ihrem Adoptivbruder Joel.

Die Geschehnisse rund um den Tod des Bruders werden stückchenweise beleuchtet und erklären das Verhalten nicht nur von Tatia sondern auch das der Geschwister  Joel und Poppy. Alles führt zielgerichtet auf einen Höhepunkt und die Auflösung hinter allem zu. Parallel dazu hat auch Detective Ray Drake Geheimnisse in der Vergangenheit und panische Angst, dass diese entlarvt werden. Dies nimmt Raum im Roman ein, trägt aber zu der eigentlichen Story nichts bei. Mich haben diese Geheimnisse und sein Verhalten daher eher genervt. Vielleicht fehlt mir hier der erste Teil zum Verständnis.

Der Thriller ist trotz des anfänglichen recht klaren Verdachtes, wer der Täter der Mordserie ist, sehr spannend für den Leser. Insbesondere der Tod des Bruders in der Kindheit wird gegen Ende spektakulär aufgelöst und hat mich sprachlos gemacht. Ebenso die Brutalität der Morde war schockierend. Insgesamt hat dieser Thriller alles, was er benötigt, um ein spannendes Leseabenteuer zu geben. Klare Empfehlung 🙂

Vielen Dank für das Leseexemplar aus der #hellosunshine Aktion vom Blanvalet Verlag.

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0 In Allgemein/ Bastei Lübbe/ Roman

Liane Moriarty: Truly Madly Guilty: Jede Familie hat ihre Geheimnisse

Was für ein spannender Titel, interessante Kurzbeschreibung und dann doch leider recht zähes Buch. Das trifft es für meinen Geschmack am besten, wenn man „Truly Madly Guilty“ von Liane Moriarty beschreiben möchte. Die Hauptpersonen sind Clementine und Erika. Freundinnen seit der Schulzeit, aber wie Stück für Stück klar wird, nicht ganz freiwillig. Erika kam aus einem armen, schwierigen Elternhaus und Clementines Mutter fand es wichtig, dass dieses arme Mädchen eine Freundin hat und „nötigte“ ihre Tochter so, sich anzufreunden. Erika wiederum sieht in Clementines Familie ihre Ersatzfamilie und ist auch im Erwachsenenalter noch sehr anhänglich. Eines Tages bittet sie  Clementine, ihre Eizellspenderin zu werden, da ihr Mann Oliver und sie keine Kinder bekommen können. Clementine ist völlig überrumpelt, ging sie doch bisher davon aus, das Erika nie Kinder haben möchte. Sie erbittet sich Bedenkzeit, doch schon wenig später erfolgt ein Ereignis, was alles umkrempelt.

Genau auf dieses Ereignis zielt der ganze Roman hin. Es wird immer wieder angedeutet, stückchenweise erzählt und man hält irgendwann nur noch durch, weil man endlich wissen will, was denn so schlimmes passiert ist. Was tatsächlich geschehen ist, verrate ich natürlich nicht, nur, dass ich damit tatsächlich nicht gerechnet habe. Das dieses Ereignis alle Beteiligten durcheinander bringt und die Haltung zur Eizellenspende verändert, ist nachvollziehbar. Allerdings war für mich dieses herauszögernde Erzählen bis zur Auflösung sehr anstrengend. Ich überflog manche Seiten nur noch. Die Spannung im Buch ist durchaus da, allerdings wird es leider auch langweilig, weil es so künstlich erzeugte Spannung ist. Die Geschichte selbst und Auflösung ist eine sehr gute Idee, weswegen ich den Roman schon für lesenswert halte, aber nicht 100prozentig empfehlen kann.

Danke an NetGalley für das Rezensionsexemplar.

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0 In Allgemein/ Frauenroman/ Roman

Lindsay Ashford: Das Flüstern des Mondfalters

Eine leichte Unterhaltung und damit ideal für den Urlaub ist Lindsay Ashfords „Das Flüstern des Mondfalters“. Erzähl wird die Geschichte der 19-jährigen Estelle Thompson. Sie wächst in Kalkutta Anfang des 20. Jahrhunderts auf und ist ein Mischlingskind. Sie fühlt sich weder der indischen noch der britischen Gesellschaft so richtig zugehörig. Allerdings träumt sie davon, Schauspielerin zu werden und in Hollywood groß herauszukommen. Dies ist als Mischling eher unmöglich. Kurzer Hand erfindet sie sich neu – ihr Künstlername wird Merle Oberon, ihre Lebensgeschichte passt sie so an, dass sie als Britin durchgeht. Fortan aber besteht ihre Angst immer, dass jemand ihre Vergangenheit herausbekommt. Dies macht sie erpressbar.

Lindsay Ashford erschafft in ihrem Roman einen guten Einblick in die Gesellschaft der 1930er Jahre in Indien,  Großbritannien und Hollywood. Man kann sich gut in Estelle hineinversetzen, die anfangs recht naiv (vor allem im Hinblick auf Männer) ist und die andererseits sehr darunter leidet, ihre Lebensgeschichte so verleugnen zu müssen. Auch die Brutalität des Filmgeschäftes und v.a. die Verhältnisse in Indien (Kastensystem) kommen sehr gut heraus. Als Leser fühlt man sich direkt nach Indien versetzt, da die Autorin es vermag, sehr bildlich zu schreiben. Ein klarer Pluspunkt.

Im Roman kommen zahlreiche historische Persönlichkeiten vor, die Estelle manchmal rein zufällig kennenlernt. Hier ist für meinen Bedarf leider die Fantasie mit der Autorin etwas zu sehr durchgegangen. Nichtsdestotrotz verbindet sie die fiktive Figur einer farbigen Schauspielerin perfekt mit historischen Ereignissen. Das Buch läßt sich recht flüssig und unterhaltsam lesen, ganz große Erwartungen sollte man allerdings nicht haben. Ich mochte es für „zwischendurch“ und vor allem der Schreibstil hat mich überzeugt.

Danke an  NetGalley für das Rezensionexemplar.

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0 In Allgemein/ HarperCollins/ Roman

Felicity Everett: Das Paar aus Haus Nr. 9

Ein Buch, indem eigentlich nicht viel passiert und trotzdem subtil eine Spannung erzeugt wird, ist „Das Paar aus Haus Nr. 9“ von Felicity Everett. Sarah lebt mit Ehemann Keith und ihren beiden Kindern in einer beschaulichen Reihenhaussiedlung. Es geschieht nicht viel in ihrem Leben, alles sehr geregelt und mit den Nachbarn versteht sie sich gut. Im Haus gegenüber ziehen eines Tages Gavin und Louise mit ihren Kindern ein. Sie nehmen große Umbauten vor, denn Gavin ist Künstler und benötigt ein Atelier. Mit seinem Beruf polarisiert er natürlich und die Nachbarn beäugen das Paar neugierig. Man nähert sich immer mehr an und sucht die Freundschaft zu diesem Paar, das so ganz anders zu sein scheint als die anderen eher spießigen Paare der Siedlung.

Stück für Stück wird Sarah von ihrer neuen Nachbarin Louise vereinamt. Und ja, auch ausgenutzt, was sie aber lange nicht realisiert. Der unvermeidliche Krach oder ein einschneidendes Ereignis liegt in der Luft, man lauert als Leser darauf. Das Drama nimmt seinen Lauf und über der doch eher recht ereignislosen Geschichte in etwas banaler Sprache liegt trotzdem eine seltsame Spannung. Man möchte wissen, was das Drama letztlich ist. Die Katastrophe am Ende ist dann leider eher unspektakulär, wenn auch nicht unbedingt erahnbar.

Ich habe das Buch ganz gern gelesen, trotz des nicht unbedingt anspruchsvollen Schreibstils und der eigentlich dahin gehenden Geschichte. Das liegt aber auch daran, dass ich so ein Nachbarbeobachter bin (so, nun ist es raus 🙂 ) Ich fand die Idee und Umsetzung des Romans okay, die Auflösung am Ende leider eher lahm. Ein nettes Buch für zwischendurch fürs nebenher lesen und für alle, die sich auch gerne fragen, was da so bei den Nachbarn abgeht.

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0 In Allgemein/ Frankfurter Verlagsanstalt/ Roman

Mareike Fallwinkel: Dunkelgrün fast schwarz.

Ein schönes Cover, ein schöner Titel und ein Hype in den Sozialen Medien – schon war es geschehen und ich musste dieses Buch haben. Aber wie das gerade bei so gelobten Büchern ist, man hat eine große Erwartungshaltung und hofft darauf, dass es einem so gefällt, dass man es nicht mehr aus der Hand legt. Mareike Fallwinkels „Dunkelgrün fast schwarz“ hat mich ab der Mitte des Buches tatsächlich gefangen genommen und ich bin nur so durch die Seiten gerauscht. Hereinzukommen in die Geschichte war dafür etwas schwerer. Ich hatte mir nicht angesehen, um was es eigentlich geht (was für ein blindes Vertrauen!) und es ist ja eigentlich nicht mein Genre. Weswegen ich anfangs eben immer auf die große Story wartete, bis ich merkte, dass es hier tatsächlich „nur“ um einer Freundschaft zwischen 2 Jungs – Raffael und Moritz – geht, die im zarten Kindergartenalter entsteht. Mit der neuen Mitschülerin Johanna wird später eine Dreiecksgeschichte entstehen, die die Freundschaft auf eine harte Probe stellt.

Die Geschichte wird aus Sicht von Moritz, Johanna und der Mutter von Moritz erzählt. Man erfährt, was diese Personen denken und fühlen und kann sich deren Handlungen erklären. Raffael und seine Mutter werden hingegen nur von außen, also den anderen beschrieben. Es bleibt so sehr viel Spekulationsspielraum, warum Raffael so ist wie er ist. Denn man ahnt es schon: er ist irgendwie der Fiese in der Runde und die Sympathien fliegen eindeutig zu Moritz. Ich fand es etwas schade, nicht auch Raffaels Innenleben kennenzulernen, denn er ist in der Tat eine wahnsinnig interessante Figur. Die Ereignisse werden rückblickend, nicht immer chronologisch, geschildert und Schritt für Schritt steigt die Spannung, denn man erwartet den großen Showdown und man erfährt nebenbei immer mehr Geheimnisse.

Was an diesem Buch wirklich bemerkenswert ist und es den Hype verdient, ist die Sprache. Es sitzt jeder Satz. Mareike Fallwinkel hat eine Schreibweise, die eine Sogwirkung erzielt. Man kann sich ihr nicht entziehen, man möchte jeden Satz genießen und freut sich gleichzeitig auf den nächsten. Durch die Perspektivenwechsel und kurze Kapitel liest sich das Buch spannend, durch die Sprache ist es ein Genuß. Es ist nicht zu Unrecht so ein gehyptes Buch. Hier ist ein wahres Literaturhighlight!

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0 In Allgemein/ Diana Verlag/ Kriminalroman/ Roman

Petra Hammesfahr: Als Luca verschwand

Die Story von Petra Hammesfahrs neuem Buch „Als Luca verschwand“ klingt zunächst wie ein wahr gewordener Albtraum für jede Mutter: Luca wird aus dem Kinderwagen vor der Drogerie während eines kurzen Einkaufs entführt. Die Mutter hatte das schlafende Kind draußen abgestellt, da es ihr im Winter immer zu überhitzt im Geschäft ist. Sie tut dies aber tatsächlich zum ersten Mal und genau dann wird der Kleine entführt. Dies wirft natürlich sofort Fragen auf. Die Ermittlungen starten und es werden allerhand Zeugen befragt bzw. gesucht. Dies nimmt einen großen Teil des Buches ein. Zudem ist der eigentlich verantwortliche Polizist mit der Familie des Kindes befreundet und darf offiziell nicht ermitteln. Tut dies aber trotzdem (welche Überraschung).

Petra Hammesfahr verbaut neben der Entführung noch einige andere Themen wie Online-Dating, das Erschleichen einer Erbschaft bzw. nachhelfen, damit es etwas zu erben gibt, Eheschließung nur aufgrund des Wunsches nach finanzieller Sicherheit und Altersarmut. Also ein ganzer Blumenstrauß an Themen, die letztlich zwar verschiedene Spuren dem Leser geben, aber nicht wirklich zum Ziel führen.

Das Buch hatte leider seine Längen. Es passiert viele Seiten irgendwie nichts. Die ermittelnden Polizisten werden abwechselnd als dumm und andere als besonders mitdenkend hingestellt. Klischees, wie das die ermittelnde Frau von den anderen Polizisten nicht wirklich ernst genommen wird, werden auch noch bedient. Aus der Geschichte selbst hätte man irgendwie mehr machen können. Das ganze Buch ist überfrachtet mit Randthemen, die am Ende überhaupt nicht für den Fall entscheidend sind. Sie führen den Leser aber auch nicht wirklich auf falsche Spuren, da allem irgendwie der Tiefgang fehlt bzw. die Auflösung immer recht schnell kommt.

Ich habe es trotzdem in wenigen Tagen gelesen, eben weil man die Auflösung haben möchte und lange nicht der wahre Grund der Entführung klar wird.Begeistern konnte das Buch mich aber leider nicht.

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0 In Allgemein/ Bastei Lübbe/ Roman/ Thriller

Saskia Sarginson: The Stranger – Wer bist du wirklich?

Der Klassiker: Ellies Ehemann kommt bei einem Verkehrsunfall ums Leben und sie als hinterbliebene Egefrau findet auf einmal Unstimmigkeiten und Geheimnisse heraus, die ihren Ehemann in einem völlig anderen Licht erscheinen lassen. „The Stranger – Wer bist du wirklich?“ von Saskia Sarginson beginnt mit diesem Unfall und Ellie ist zunächst tief getroffen. Allerdings wundert sie sich auch, warum er betrunken Auto gefahren ist und woher er zu dieser Zeit kam. Sie fängt an, sein Arbeitszimmer und andere Schränke genauer unter die Lupe zu nehmen und findet recht schnell Hinweise auf einee Affäre. Dies macht sie so wütend, dass die Trauer schlagartig vorbei zu sein scheint.

Sie stürzt sich in neue Beziehungen, ohne großes Kennenlernen. Ihr Verlieben geht recht fix von statten, Misstrauen ist – auch nach dem vermeintlichen Betrug ihres toten Ehemanns – bei ihr eher selten. Dies hat mich in der Tat sehr irritiert. Man möchte ja meinen, dass sie erstmal genug von Männern hat oder wenigstens vorsichtig ist. Aber nein, sie stürzt sich in eine Beziehung zum wohlhabenden Nachbarn, der als Gutsbesitzer aber so einige Geheimnisse zu haben hat. Der Leser ahnt hier schon eher, dass man Ellie mal wach rütteln sollte…

Tja, ein eigentlich interessante Geschichte, die aber nicht viel mit einem Thriller zu tun hat. Das Ganze ist eher eine Liebesgeschichte mit ein paar spannenden Elementen. Es dümpelt an manchen Stellen so vor sich hin und das große Geheimnis des Gutsbesitzers ist eigentlich ein recht gutes, brisantes Thema, wird aber unnötig schnell zum Showdown geführt.Vor allem Ellie blieb mir zudem komplett unsympathisch. Ich konnte ihrer Handlungsweise nichts abgewinnen. Sie versucht immer, Licht ins Dunkel zubringen und bricht aber ihre Suche jedes Mal nach dem ersten Hinweis ab. Sie durchsucht gefühlt 100x das Arbeitszimmer ihres toten Mannes, statt es einmal richtig zu durchsuchen. Man möchte Ellie so manches mal wach rütteln 😉

Ein mäßig spannender Roman, aber leider nicht wie angekündigt ein Thriller. Kann man lesen, muss man aber irgendwie auch nicht.

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0 In Allgemein/ Erzählung/ Fischer KJB/ Roman

Laetitia Colombani: Der Zopf

Ein kleines Büchlein das drei Lebensgeschichten von Frauen aus unterschiedlichen Lebenssituationen beleuchtet, ist „Der Zopf“ von Laetitia Colombani. Die drei Frauen leben in verschiedenen Ländern: Indien, Kanada und Italien. Im Laufe des Buches haben alle drei eine Verbindung zu Haaren und mit viel Fantasie gibt es eine Schnittstelle zwischen den Dreien. Colombani beschreibt eine begrenzte Zeit von den jeweiligen Frauen und vermag dabei den Leser in den Bann ziehen.

Wie fast zu erwarten, beschäftigt einen die Lebensgeschichte und Umstände des Lebens bei den 3 Frauen mit unterschiedlicher Intensität. Die indische Frau Smita ist Mitglied der untersten Kaste und sieht aus dieser kein Entrinnen. Aber ihre Tochter soll es besser haben und das beginnt damit, dass sie Lesen und Schreiben lernen soll. Die italienische Frau Giulia muss nach einem Unfall ihres Vaters dessen Fabrik übernehmen und stellt fest, dass die Perückenfabrik in ernsten wirtschaftlichen Schwierigkeiten steckt. Die dritte im Bunde ist die kanadische Karrierefrau Sarah, die Partnerin in einer Anwaltskanzlei ist und an Krebs erkrankt.

Durch die einfache Sprache und die klassischen kleinen Cliffhanger am jeweiligen Kapitelende kann man den Roman recht schnell und flüssig lesen. Die drei Frauen unterscheiden sich stark durch ihre Herkunft und Alter, trotzdem verbindet sie alle Stärke und Mut zur Verbesserung ihrer Lebenssitutaion. Es werden viele ernste Themen mit feministischen Hintergrund angesprochen. Besonders bewegend war für mich dabei die Situation der Inderin, die aus dem Kastensystem nicht entkommen kann und die Beschreibung der alltäglichen Vergewaltigungen. Einige kleinere Klischees wie über italienische Männer oder Karrierefrauen mischen sich in die Geschichte, sind aber im Großen und Ganzen verschmerzbar.

Im ganzen Buch stehen die Frauen im Mittelpunkt und deren Geschichte wird abwechselnd erzählt. Es gibt nicht den üblichen Liebeskitsch, nur bei Giulia gibt es hier eine Randgeschichte. Die Gesellschaftskritik, sei es am Kastensystem, der rücksichtslosen Arbeitswelt oder dem Nicht-Zu-Trauen, dass Frauen eine Firma erfolgreich führen können, kommt ohne erhobenen Zeigefinger aus. Alles wird harmonisch in den Roman gefügt und verbindet sich schließlich zu einem Ganzen. Für mich war neben der indischen Geschichte, die kanadische am „nächsten“, da ich selbst länger in so einer Arbeitssituation war. Die italienische Erzählung von Giulia war für mich etwas mau.

Alles in allem aber ein ganz bezauberndes, bewegendes und absolut empfehlenswertes Büchlein!

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