Romane & Thriller

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Sachbücher

0 In Allgemein/ Kriminalroman/ Piper

Jørn Lier Hors: Wisting und der fensterlose Raum

In einer Holzhütte im Wald, die einem kürzlich verstorbenen Politikers gehört, werden in einem fensterlosen Raum viele Kisten voller Geld gefunden. Wisting soll herausfinden, was es mit diesem Geld auf sich hat und es scheint eine Verbindung zu einem Raubüberfall von vor fast 20 Jahren zu geben.

Ich habe mich am Anfang schwer in die Geschichte gefunden, da mehrere Ereignisse fast zusammenhangslos präsentiert werden und ich nicht so recht wusste, wohin die Reise geht. Steckt ein politisches Motiv dahinter oder sind in diesem fensterlosen Raum Verbrechen geschehen oder eben der Raubüberfall…Viele Fragen und viel Miträtseln ist angesagt. Ein solider Krimi mit keiner großen Action, dafür aber einem Kommissar mit Tochter und Enkelin, die nebenbei noch betreut wird. Das macht den Krimi irgendwie menschlicher, realer und sympathisch.

Gut konstruierter, unblutiger Kriminalroman mit guter Spannung!

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0 In Allgemein/ Thriller/ ullstein Verlag

Volker Klüpfel; Michael Kobr: Draussen

Stephan versteckt sich im Wald mit den beiden Geschwisterkindern Cayenne und Joshua. Die drei leben ein Aussteigerleben, ständig auf der Flucht und Stephan drillt die beiden Kinder mit Überlebenskämpfen. Lange ist unklar, vor was oder wem da eigentlich die drei und vor allem Stephan Angst hat. Auf einmal jedoch wird die Gefahr real und jemand trachtet den Kindern nach dem Leben. Ein Kampf um Leben und Tod beginnt.

Cover

In Rückblenden wird parallel ein Erfahrungsbericht/Tagebuch eines französischen Fremdenlegionärs erzählt. Bis zum Schluß rästelt man als Leser, was es damit auf sich hat und wie beide Geschichten zueinander gehören. Die Spannung in der Geschichte wird vor allem durch die Geheimnistuerei von Stephan aufgebaut. Er verheimlicht ganz klar etwas und diie Kinder, allen voran Cayenne, wollen endlich wissen, warum sie sich verstecken müssen und immer wieder untertauchen.

Spannung ist streckenweise gegeben, aber einige unrealistische Verhaltensweisen und unglaubliche Geschehnisse haben es mir schwer gemacht, richtig warm mit dem Thriller zu werden. Ich wusste teilweise nicht, wer mich mehr nervt: Gehemniskrämer Stephan oder die Kinder, die Überlebns-Kämpfen seit Kindheit gelernt haben und sich dann, wenn es darauf ankommt, falsch verhalten. Die Auflösung hat mich dann etwas versöhnt, da die gesamte Story durchaus schlüssig ist und das Handeln von Stephan klar wird.

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0 In Allgemein/ Kiepenheuer&Witsch/ Roman

Isabel Bogdan: Laufen

Eine namenlose Ich-Erzählerin versucht den Selbsmord ihres depressiven Lebenspartners zu verarbeiten. Sie beginnt zu Laufen. Quasi vor allem davon zu laufen. Ihre Gedanken während des Laufens werden in diesem Buch geschildert, ebenso wie die Durchhalteparolen für immer längere Läufe. Ihre Gedankenwelt dreht sich vor allem um ihre Mitschuld am Selbstmord und um die Frage des Warums.

Cover Laufen

„Laufen“ ist ein etwas anderer Roman. Komplett nur aus der Sicht der Frau und ihren Gedanken erlebt man ihr Training und schließlich auch ihren ersten Alsterlauf samt ihren Erfolgserlebnissen. Sie beweist dabei recht trockenen Humor und berichtet gleichsam einfühlsam von den Geschehnissen. Der Schreibstil von Isabel Bogdan ist dabei auch eigen. Einzelne Sätze können fast komplett über eine Seite gehen. Trotz der Wiederholungen von Gedanken und dem immer um ein Thema kreisenden Geschichte, will man immer weiterlesen und hofft so sehr gemeinsam mit der Erzählerin, Antworten zu bekommen und dass sie wieder glücklich sein kann.

Ein bewegendes Buch mit einem schwierigen Thema, sehr gut geschrieben und umgesetzt. Flüssig und kurzweilig zu lesen, nicht nur für Läufer/innen zu empfehlen.

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0 In Allgemein/ Bastei Lübbe/ Kriminalroman

Arnaldur Indriðason: Verborgen im Gletscher

Verborgen im Gletscher Cover

In einem Gletscher in Island wird durch eine deutsche Reisegruppe eine Leiche entdeckt. Wie sich herausstellt, ist dies die Leiche von einem schon lang vermissten Geschäftsmann. Kommissar Konrad war damals beim Verschwinden überzeugt, dass ein Kollege Schuld am Verschwinden hat und diese Überzeugung teilt er auch nun, Jahre später. Trotz seiner Pensionierung entschließt er sich, den Fall neu aufzurollen.

Ein klassicher Islandkrimi vor einer schönen Kulisse. Leider zieht sich die ganze Geschichte und der Spannungsbogen ist nicht so wirklich vorhanden. Es passieren kaum für den Leser überraschende Wendung. Man bekommt als Leser viele Personen und Geschichten präsentiert, die aber letztlich immer alle nichts mit dem Fall zu tun haben. Akribisch wird die Suche nach dem Motiv und Ablauf des Mordes beschrieben und zusätzlich versucht Konrad auch den ungeklärten Mord an seinem Vater aufzuklären. Das Verfolgen der vielen Hinweise, Verhören von Personen und Zeugen zieht sich arg in die Länge. Ein insgesamt ruhiger Krimiroman mit einem gemächlichen Tempo, der leider nicht so recht zu fesseln vermag.

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0 In Allgemein/ Aufbau Verlag/ Frauenroman/ Roman

Anne Melville: Der Aufstieg der Lorimers

Coverbild

Ein gelungener Auftakt einer Familiensaga um das Schicksal der englischen Handelsfamilie Lorimer. Zu Zeiten Queen Victorieas ist das Haus Lorimer mächtig und erfolgreich. Am Beginn des Buches erfährt man die Hintergründe für den Aufstieg der Familie und taucht direkt in die Zeit im 19. Jahrhundert ein.
Das Oberhaupt der Familie, John Junius Lorimer, führt seine Bank und auch seine Familie mit den 3 Kindern mit eiserner Hand. Dabei hat er aber auch seine Geheimnisse, welche schließlich zum Bankrott der Bank und dem Ruin der Familie führen. Die Familienmitglieder versuchen diese Tragödie unterschiedlich zu überstehen. Vater John Junius sieht seine Lage dabei als hoffnungslos an und nimmt sich selbst das Leben. Zurück bleiben die 3 Kinder Ralph, William und Tochter Magaret.
Die Geschichte der Tochter bestimmt den Großteil des ersten Teils. Sie nimmt die Chance des Neuanfangs wahr und geht nach London, um ein Medizinstudium zu beginnen. Ein für ihre Zeit ganz außergewöhnlicher Schritt.

Als Leser taucht man völlig in die Zeit und die Familiengeschichte ab. Man kämpft quasi an der Seite von Margaret um ihre Träume. Die Geschichte ist packend erzählt und man freut sich auf weitere Teile. Das Ende ist, wie bei einer Serie nicht anders zu erwarten, ohne richtigen Abschluss. Man ahnt aber schon, was es für Verwicklungen noch geben wird. Ein wunderbares Leseabenteuer, ohne große Aufregung, aber mit tollen Charakteren und flüssigem Schreibstil. Lesenswert!

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0 In Allgemein/ Dragonfly Verlag/ Kinder

Charlotte Habersack: Echte Helden. Gefangen im Hochwasser

Louis wird in der Schule von Alexander und Orkan geärgert. Um endlich Ruhe vor den Beiden zu haben, tut er ihnen den Gefallen und schleicht sich nachts mit ihnen zum Schrottplatz. Dort kennt er sich aus, weil seine Mutter hier arbeitet, Sie wollen etwas für Alexander suchen. Pech nur, dass sie gefühlt das allerschlechteste Wetter seit ewigen Zeiten erwischen und es in Strömen regnet. Alles ist überschwemmt und kleine Bäche werden zu reißenden Flüssen. Im Hochwasser kämpfen die 3 ums Überleben und erkennen, was sie aneinander haben.

Echte Helden Gefangen im Hochwasser Cover

Charlotte Habersack hat auch hier wieder eine spannende Geschichte in der Reihe „Echte Helden“ für Kinder im Alter von 9-11 Jahren geschaffen. Die Story ist spannend mit viel Action und man muss so einige Male den Atem anhalten. Man möchte am liebsten sofort wissen, ob das Ganze gut ausgeht. So liest sich das Buch schnell durch und auch kleine Lesemuffel werden animiert, weiterzulesen.

Bei all der Spannung übersieht man gern die ein wenig unrealistisch gestaltete Geschichte. Das Kinder sich im größten Regen nachts rausschleichen und von niemanden etwas bemerkt wird, erscheint recht abenteuerlich. Am Anfang ist man total genervt von Alexander und Orkan. Im Laufe des Buches werden aber deren Motive, so zu handeln, klarer und man lernt ihre Probleme kennen. Zu guter Schluß fiebert man mit allen Dreien mit und hofft auf Erfolg. Ein schönes Beispiel dafür, dass man in der Not zusammenhalten sollte und manche Dinge nicht so sind, wie sie auf den ersten Blick scheinen.

Die 3 erleben ein echtes Abenteuer und der kleine Leser eine echt spannende Geschichte. Wieder ein sehr empfehlenswertes Buch von Charlotte Habersack.

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0 In Allgemein/ Kiepenheuer&Witsch/ Roman

Marie Benedict: Frau Einstein

MarieBenedict hat mit „Frau Einstein“ einen Roman mit biographischen Grundlagen geschrieben. Es handelt über die erste Frau von Einstein, die selber eine brillante Physikerin ist. Zu Ihrer Zeit ist es ungewöhnlich, dass sie studiert und noch dazu erfolgreich ist. Sie verliebt sich während des Studiums in Einstein und wird recht schnell schwanger. Damit ist ihre Karriere so ziemlich besiegelt. Sie wirdvor allem auch von Einstein immermehr in die Rolle der Hausfrau und Mutter gedrängt und alle Versuche, daraus wieder herauszu kommen schlagen fehl. Einstein erweist sich ihr gegenüber immer mehr als Fiesling und er nutzt sie scheinbar aus.

frau einstein cover

Die Autorin schreibt sehr unterhaltsam und man kann sich sehr gut in die Lage sowie die Verzweiflung von Frau Einstein hineinversetzen. Die Andeutungen, dass eigentlich sie das Genie ist und er ihre Ideen klaut, sind natürlich nicht erwiesen, aber erscheinen dem Leser nicht als unmöglich. Die Biographie ist ausdrücklich fiktiv, es ist also recht schwer, zu unterscheiden, was nun wirklich so war und was erfunden ist. Die Sympathie jedoch vom Leser ist klar verteilt – Frau Einstein ist die Gute und „Arme“, während Einstein der – sagen wir es elegant – Unsympathische.

Im Vordergrund steht recht schnell eher die Liebes- und Ehetragödie, was das Ganze zu einer leichten Unterhaltung macht. Der Roman läßt sich gut lesen, unterhält, bleibt aber nicht mehr als nötig in Erinnerung.

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0 In Allgemein/ Kinder/ Roman/ Thienemann-Esslinger Verlag

Davide Morosinatto: Verloren in Eis und Schnee

Die unglaubliche Geschichte der Geschwister Danilow

Die Zwillinge Nadja und Viktor werden von ihren Eltern weggeschickt aus St. Petersburg, da Krieg droht und die Stadt belagert wird. Die Kinder sollen in Lagern in Sibirien in Sicherheit gebracht werden. Beide sollen beieinander bleiben – aber man ahnt es schon, das klappt nicht. Schon recht früh werden beide getrennt und kommen in 2 verschiedene Züge. Viktor flieht aus Sibirien und macht sich auf die Suche nach seiner Schwester.

Verloren in Eis und Schnee Cover

Die ganze Geschichte spielt im kalten Rußland während der 871 Tage dauernenden Belagerung von St. Petersburg. Die Wege und Versuche der beiden Kinder zu überleben und sich wieder zu finden, wird abwechselnd in Form von Tagebucheinträgen erzählt. Dabei geht es gefährlich und dramatisch zu. Nicht nur die Kälte des Winters auch die der Mitmenschen bewegt. Einzig die Wahrscheinlichkeiten der ganzen Geschichte haben mich etwasgestört. Die Ereignisse und Erlebnisse sind realist sich betrachtet mehr als unwahrscheinlich. Aber dafür ist es ja ein Roman mit zeithistorischem Hintergrund. Hier muss nicht immer alles logisch und realsein.

„Verloren in Eis und Schnee“ ist ein spannender Jugendroman für Kinder ab etwa 12 Jahren. Die Altersempfehlung des Verlages kann ich nur so mäßig unterstützen, da der Roman einen doch ganz schön mitnimmt und nicht nur wegen der Spannung sondern eben vor allem wegen der Kriegshandlungen keine einfache Kost ist. Hier ist es am besten, man kennt sein Kind gut und weiß, ob es solche Themen schon verkraftet. Ebenso sollten Vorkenntnisse zu den Weltkriegen vorhanden sein, um das Geschehen einzuordnen. Für größere Kinder mit Interesse an Geschichte ist dieser Roman auf jeden Fall empfehlenswert.

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0 In Allgemein/ Heyne Verlag/ Kochen/ Sachbuch

Marianne Falk: Zuckerfrei von Anfang an

Untertitel: Wie wir unsere Kinder ganz einfach ohne das süße Gift ernähren können. Für gesunde und ausgeglichene Kinder!

Ein Sachbuch über zuckerfreie Ernährung stand lange auf meiner Wunschliste und wann, wenn nicht passend zu den guten Vorsätzen im neuen Jahr, sollte man so etwas lesen. Marianne Falk vermittelt in ihrem Sachbuch auf gut 281 eng beschriebenen Seiten zunächst sehr viele Informationen zu Zucker und zuckerfreier Ernährung und erst auf den letzten 40 Seiten folgen Rezepte und danach ein sehr großer Anhang.

Zuckerfrei Cover

Vorweg: lasst euch nicht von dem Titel und vor allem dem Titelbild täuschen. Dieses Buch kann man sehr gut auch ohne Kinder oder mit schon größeren Kindern lesen. Leider wird durch den Titel das sehr gute Buch in der Erziehungsratgeberecke für Kinder landen, da gehört es aber nicht hin.

Gerade der erste Informationsteil ist wahnsinnig gut recheriert und umfassend. Angefangen natürlich von der Wirkung von Zucker, der politischen Dimension der Zuckerlobby bis hinzu Warnekunde über versteckten Zucker bietet Marianne Falk ein umfangreiches Wissen auf. Sicher ist vieles nicht unbedingt neu, aber so geballt zusammengefasst, machen einen vor allem die Lobbygeschichten schon sprachlos. Neben allerhand Theorie bringt die Autorn aber immer wieder praktische Beispiele und Tipps – oftmals zudem auch illustriert, so dass es etwas anschaulicher und unterhaltsamer wird. Am Ende des großen Theorieteils folgen ganz praktische Tipps zum zuckerfreien Leben und Einkaufen, welche sich nicht nur auf Kleinkinder anwenden lassen. Die Rezepte selbst sind unkompliziert mit wenigen Zutaten und klingen durchweg lecker. Den Abschluss des Buches bilden Einkaufsliste, Ernährungsprotokoll, hilfreiche Apps tipps sowie Quellenangaben und weiterführende Literaturhinweise.

Man merkt diesem Buch einfach von Seite eins an, dass hier jemand dieses Thema selber lebt und sich wirklich intensiv damit beschäftigt hat. Es ist unglaublich informativ, umfangreich und hilfreich für jeden, der zuckerärmer oder gar zuckerfrei leben möchte.

Zwei ganz kleine Kritikpunkte gibt es aber 😉 Die Autorin hat zwei Kleinkinder und offenbar eine sehr gut zuhörende und Wünsche befolgende Familie. Dass heißt, sie ist noch am Anfang der Erziehung. Die größere Selbstständigkeit der Kinder mit Schule, Freunden etc. steht ihr noch bevor und ob dann dieses völlig zuckerfreie sich noch duchziehen lässt…Ebenso bringt ihre Familie nicht mal an Ostern einen Schokohasen mit – bei meiner Familie undenkbar *gg* Der andere Kritikpunkt ist das fehlende thematisieren der Entzugserscheinungen. Logisch, wenn man einem Baby von Anfang an keinen Zucker gibt, gibt es das nicht. Aber die Autorin selbst hat erst im Erwachsenenalter damit angefangen und der eine oder andere Elternteil, der sich mit dieser Idee der zuckerfreien Ernährung fürs Kind befasst, wird natürlich auch selber weitestgehend verzichten wollen. Dabei sind aber gerade in den Anfangstagen Entzugserscheinungen wie Kopfschmerzen und Übelkeit etc. möglich. Dies sollte der Vollständigkeithalber erwähnt sein – und würde ja auch direkt die Theorie des süßen Gifts unterstreichen.

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0 In Allgemein/ btb/ Roman

Maja Lunde: Die letzten Ihrer Art

Der dritte Teil von Maja Lundes literischem Klimaquartetts ist da und ich habe ihn ähnlich wie „Die Geschichte der Bienen“ verschlungen. Die Autorin bleibt Ihrem Konzept treu und erzählt wieder eine Geschichte auf drei verschiedenen Zeitebenen, die sich Schritt für Schritt miteinander verbinden. Alle 3 Zeitebenen haben dabei ihren Reiz und lassen sich flüssig sowie spannend lesen. Angefangen von der historischen Perspektive, welche 1881 in St. Petersburg und der Mongolei spielt, über 1992 ebenfalls in der Mongolei bis zur Zukunft 2064 in Norwegen. Allen Geschichten gemeinsam ist ein zentrales Element bzw. besser gesagt eine Tierart: das Wildpferd.

Während 1881 die Wildpferde noch reichlich in der Mongolei vorhanden sind und der Zoologe Michail unbedingt welche für den Zoo in St. Petersburg fangen möchte, ist 1992 schon eine andere Situation. Die Wildpferde gelten als fast ausgestorben und Tierärtzin Karin macht es sich zur Aufgabe, die sogenannten Przewalski-Pferde wieder in die Wildnis zu entlassen. Die Zukunftsoption ist bei Maja Lunde wie fast schon gewohnt sehr sehr bedrückend. Der Klimakollaps hat Europa fest im Griff und Eva lebt mit ihrer Tochter Isa auf einem einsamen Hof in Norwegen. Evas ganzer Stolz oder Schatz (?) sind zwei der letzten Wildpferde. Sie möchte diese unbedingt retten und stellt ihr eigenes Leben und Sicherheit zurück.

Die Autorin erzählt eindrucksvoll von den Bemühungen verschiedener Menschen um eine einzelne seltene Pferderasse. Sie versuchen alles, um das Aussterben der Art zu verhindern und stellen dabei auch persönliche Bedürfnisse zurück. Dies ist insofern recht bemerkenswert, da an keiner Stelle so richtig der „Nutzen“ dieser Pferde klar wird und die Familien zudem auf viel Gegenwind und Unverständnis stoßen.

Maja Lunde Cover

Nicht immer ist es für den Leser nachvollziehbar, warum vor allem Eva und Karin so bedingungslos alles den Pferden unterordnen. Man erfährt nach und nach die Lebensgeschichte aller und kleine Seitenhiebe in politischer Richtung sowie Gesellschaftskritik erfolgen ebenso. Die Botschaft des Buches selbst ist aber etwas schwer zu fassen, da so viele kleinere andere Probleme wie die Drogensucht von Karins Sohn, Michales „verbotene“ Liebe und so weiter einfach ablenken.

Es gibt aber auch ein kleines Wiedersehen mit einer Person aus „Die Geschichte des Wassers“, welches mich sehr gefreut hat. Eine Geschichte wurde weitergeführt und damit verbindet sich das Quartett.

Man fliegt durch die 600 Seiten und wird – wie zu erwarten – nachdenklich. Mich hat dabei erneut die Zukunftsversion am meisten berührt. Neben „Die Geschichte der Bienen“ ist dies ein weiterer Teil, der sich einer Tierart verschrieben hat, aber auf eine andere, enicht minder bedrückende Art und Weise. Ein Klimaroman, der sehr lesenswert ist!

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