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Charlotte Habersack: Echte Helden. Gefangen im Hochwasser

Louis wird in der Schule von Alexander und Orkan geärgert. Um endlich Ruhe vor den Beiden zu haben, tut er ihnen den Gefallen und schleicht sich nachts mit ihnen zum Schrottplatz. Dort kennt er sich aus, weil seine Mutter hier arbeitet, Sie wollen etwas für Alexander suchen. Pech nur, dass sie gefühlt das allerschlechteste Wetter seit ewigen Zeiten erwischen und es in Strömen regnet. Alles ist überschwemmt und kleine Bäche werden zu reißenden Flüssen. Im Hochwasser kämpfen die 3 ums Überleben und erkennen, was sie aneinander haben.

Echte Helden Gefangen im Hochwasser Cover

Charlotte Habersack hat auch hier wieder eine spannende Geschichte in der Reihe „Echte Helden“ für Kinder im Alter von 9-11 Jahren geschaffen. Die Story ist spannend mit viel Action und man muss so einige Male den Atem anhalten. Man möchte am liebsten sofort wissen, ob das Ganze gut ausgeht. So liest sich das Buch schnell durch und auch kleine Lesemuffel werden animiert, weiterzulesen.

Bei all der Spannung übersieht man gern die ein wenig unrealistisch gestaltete Geschichte. Das Kinder sich im größten Regen nachts rausschleichen und von niemanden etwas bemerkt wird, erscheint recht abenteuerlich. Am Anfang ist man total genervt von Alexander und Orkan. Im Laufe des Buches werden aber deren Motive, so zu handeln, klarer und man lernt ihre Probleme kennen. Zu guter Schluß fiebert man mit allen Dreien mit und hofft auf Erfolg. Ein schönes Beispiel dafür, dass man in der Not zusammenhalten sollte und manche Dinge nicht so sind, wie sie auf den ersten Blick scheinen.

Die 3 erleben ein echtes Abenteuer und der kleine Leser eine echt spannende Geschichte. Wieder ein sehr empfehlenswertes Buch von Charlotte Habersack.

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0 In Allgemein/ Kiepenheuer&Witsch/ Roman

Marie Benedict: Frau Einstein

MarieBenedict hat mit „Frau Einstein“ einen Roman mit biographischen Grundlagen geschrieben. Es handelt über die erste Frau von Einstein, die selber eine brillante Physikerin ist. Zu Ihrer Zeit ist es ungewöhnlich, dass sie studiert und noch dazu erfolgreich ist. Sie verliebt sich während des Studiums in Einstein und wird recht schnell schwanger. Damit ist ihre Karriere so ziemlich besiegelt. Sie wirdvor allem auch von Einstein immermehr in die Rolle der Hausfrau und Mutter gedrängt und alle Versuche, daraus wieder herauszu kommen schlagen fehl. Einstein erweist sich ihr gegenüber immer mehr als Fiesling und er nutzt sie scheinbar aus.

frau einstein cover

Die Autorin schreibt sehr unterhaltsam und man kann sich sehr gut in die Lage sowie die Verzweiflung von Frau Einstein hineinversetzen. Die Andeutungen, dass eigentlich sie das Genie ist und er ihre Ideen klaut, sind natürlich nicht erwiesen, aber erscheinen dem Leser nicht als unmöglich. Die Biographie ist ausdrücklich fiktiv, es ist also recht schwer, zu unterscheiden, was nun wirklich so war und was erfunden ist. Die Sympathie jedoch vom Leser ist klar verteilt – Frau Einstein ist die Gute und „Arme“, während Einstein der – sagen wir es elegant – Unsympathische.

Im Vordergrund steht recht schnell eher die Liebes- und Ehetragödie, was das Ganze zu einer leichten Unterhaltung macht. Der Roman läßt sich gut lesen, unterhält, bleibt aber nicht mehr als nötig in Erinnerung.

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0 In Allgemein/ Kinder/ Roman/ Thienemann-Esslinger Verlag

Davide Morosinatto: Verloren in Eis und Schnee

Die unglaubliche Geschichte der Geschwister Danilow

Die Zwillinge Nadja und Viktor werden von ihren Eltern weggeschickt aus St. Petersburg, da Krieg droht und die Stadt belagert wird. Die Kinder sollen in Lagern in Sibirien in Sicherheit gebracht werden. Beide sollen beieinander bleiben – aber man ahnt es schon, das klappt nicht. Schon recht früh werden beide getrennt und kommen in 2 verschiedene Züge. Viktor flieht aus Sibirien und macht sich auf die Suche nach seiner Schwester.

Verloren in Eis und Schnee Cover

Die ganze Geschichte spielt im kalten Rußland während der 871 Tage dauernenden Belagerung von St. Petersburg. Die Wege und Versuche der beiden Kinder zu überleben und sich wieder zu finden, wird abwechselnd in Form von Tagebucheinträgen erzählt. Dabei geht es gefährlich und dramatisch zu. Nicht nur die Kälte des Winters auch die der Mitmenschen bewegt. Einzig die Wahrscheinlichkeiten der ganzen Geschichte haben mich etwasgestört. Die Ereignisse und Erlebnisse sind realist sich betrachtet mehr als unwahrscheinlich. Aber dafür ist es ja ein Roman mit zeithistorischem Hintergrund. Hier muss nicht immer alles logisch und realsein.

„Verloren in Eis und Schnee“ ist ein spannender Jugendroman für Kinder ab etwa 12 Jahren. Die Altersempfehlung des Verlages kann ich nur so mäßig unterstützen, da der Roman einen doch ganz schön mitnimmt und nicht nur wegen der Spannung sondern eben vor allem wegen der Kriegshandlungen keine einfache Kost ist. Hier ist es am besten, man kennt sein Kind gut und weiß, ob es solche Themen schon verkraftet. Ebenso sollten Vorkenntnisse zu den Weltkriegen vorhanden sein, um das Geschehen einzuordnen. Für größere Kinder mit Interesse an Geschichte ist dieser Roman auf jeden Fall empfehlenswert.

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0 In Allgemein/ Heyne Verlag/ Kochen/ Sachbuch

Marianne Falk: Zuckerfrei von Anfang an

Untertitel: Wie wir unsere Kinder ganz einfach ohne das süße Gift ernähren können. Für gesunde und ausgeglichene Kinder!

Ein Sachbuch über zuckerfreie Ernährung stand lange auf meiner Wunschliste und wann, wenn nicht passend zu den guten Vorsätzen im neuen Jahr, sollte man so etwas lesen. Marianne Falk vermittelt in ihrem Sachbuch auf gut 281 eng beschriebenen Seiten zunächst sehr viele Informationen zu Zucker und zuckerfreier Ernährung und erst auf den letzten 40 Seiten folgen Rezepte und danach ein sehr großer Anhang.

Zuckerfrei Cover

Vorweg: lasst euch nicht von dem Titel und vor allem dem Titelbild täuschen. Dieses Buch kann man sehr gut auch ohne Kinder oder mit schon größeren Kindern lesen. Leider wird durch den Titel das sehr gute Buch in der Erziehungsratgeberecke für Kinder landen, da gehört es aber nicht hin.

Gerade der erste Informationsteil ist wahnsinnig gut recheriert und umfassend. Angefangen natürlich von der Wirkung von Zucker, der politischen Dimension der Zuckerlobby bis hinzu Warnekunde über versteckten Zucker bietet Marianne Falk ein umfangreiches Wissen auf. Sicher ist vieles nicht unbedingt neu, aber so geballt zusammengefasst, machen einen vor allem die Lobbygeschichten schon sprachlos. Neben allerhand Theorie bringt die Autorn aber immer wieder praktische Beispiele und Tipps – oftmals zudem auch illustriert, so dass es etwas anschaulicher und unterhaltsamer wird. Am Ende des großen Theorieteils folgen ganz praktische Tipps zum zuckerfreien Leben und Einkaufen, welche sich nicht nur auf Kleinkinder anwenden lassen. Die Rezepte selbst sind unkompliziert mit wenigen Zutaten und klingen durchweg lecker. Den Abschluss des Buches bilden Einkaufsliste, Ernährungsprotokoll, hilfreiche Apps tipps sowie Quellenangaben und weiterführende Literaturhinweise.

Man merkt diesem Buch einfach von Seite eins an, dass hier jemand dieses Thema selber lebt und sich wirklich intensiv damit beschäftigt hat. Es ist unglaublich informativ, umfangreich und hilfreich für jeden, der zuckerärmer oder gar zuckerfrei leben möchte.

Zwei ganz kleine Kritikpunkte gibt es aber 😉 Die Autorin hat zwei Kleinkinder und offenbar eine sehr gut zuhörende und Wünsche befolgende Familie. Dass heißt, sie ist noch am Anfang der Erziehung. Die größere Selbstständigkeit der Kinder mit Schule, Freunden etc. steht ihr noch bevor und ob dann dieses völlig zuckerfreie sich noch duchziehen lässt…Ebenso bringt ihre Familie nicht mal an Ostern einen Schokohasen mit – bei meiner Familie undenkbar *gg* Der andere Kritikpunkt ist das fehlende thematisieren der Entzugserscheinungen. Logisch, wenn man einem Baby von Anfang an keinen Zucker gibt, gibt es das nicht. Aber die Autorin selbst hat erst im Erwachsenenalter damit angefangen und der eine oder andere Elternteil, der sich mit dieser Idee der zuckerfreien Ernährung fürs Kind befasst, wird natürlich auch selber weitestgehend verzichten wollen. Dabei sind aber gerade in den Anfangstagen Entzugserscheinungen wie Kopfschmerzen und Übelkeit etc. möglich. Dies sollte der Vollständigkeithalber erwähnt sein – und würde ja auch direkt die Theorie des süßen Gifts unterstreichen.

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0 In Allgemein/ btb/ Roman

Maja Lunde: Die letzten Ihrer Art

Der dritte Teil von Maja Lundes literischem Klimaquartetts ist da und ich habe ihn ähnlich wie „Die Geschichte der Bienen“ verschlungen. Die Autorin bleibt Ihrem Konzept treu und erzählt wieder eine Geschichte auf drei verschiedenen Zeitebenen, die sich Schritt für Schritt miteinander verbinden. Alle 3 Zeitebenen haben dabei ihren Reiz und lassen sich flüssig sowie spannend lesen. Angefangen von der historischen Perspektive, welche 1881 in St. Petersburg und der Mongolei spielt, über 1992 ebenfalls in der Mongolei bis zur Zukunft 2064 in Norwegen. Allen Geschichten gemeinsam ist ein zentrales Element bzw. besser gesagt eine Tierart: das Wildpferd.

Während 1881 die Wildpferde noch reichlich in der Mongolei vorhanden sind und der Zoologe Michail unbedingt welche für den Zoo in St. Petersburg fangen möchte, ist 1992 schon eine andere Situation. Die Wildpferde gelten als fast ausgestorben und Tierärtzin Karin macht es sich zur Aufgabe, die sogenannten Przewalski-Pferde wieder in die Wildnis zu entlassen. Die Zukunftsoption ist bei Maja Lunde wie fast schon gewohnt sehr sehr bedrückend. Der Klimakollaps hat Europa fest im Griff und Eva lebt mit ihrer Tochter Isa auf einem einsamen Hof in Norwegen. Evas ganzer Stolz oder Schatz (?) sind zwei der letzten Wildpferde. Sie möchte diese unbedingt retten und stellt ihr eigenes Leben und Sicherheit zurück.

Die Autorin erzählt eindrucksvoll von den Bemühungen verschiedener Menschen um eine einzelne seltene Pferderasse. Sie versuchen alles, um das Aussterben der Art zu verhindern und stellen dabei auch persönliche Bedürfnisse zurück. Dies ist insofern recht bemerkenswert, da an keiner Stelle so richtig der „Nutzen“ dieser Pferde klar wird und die Familien zudem auf viel Gegenwind und Unverständnis stoßen.

Maja Lunde Cover

Nicht immer ist es für den Leser nachvollziehbar, warum vor allem Eva und Karin so bedingungslos alles den Pferden unterordnen. Man erfährt nach und nach die Lebensgeschichte aller und kleine Seitenhiebe in politischer Richtung sowie Gesellschaftskritik erfolgen ebenso. Die Botschaft des Buches selbst ist aber etwas schwer zu fassen, da so viele kleinere andere Probleme wie die Drogensucht von Karins Sohn, Michales „verbotene“ Liebe und so weiter einfach ablenken.

Es gibt aber auch ein kleines Wiedersehen mit einer Person aus „Die Geschichte des Wassers“, welches mich sehr gefreut hat. Eine Geschichte wurde weitergeführt und damit verbindet sich das Quartett.

Man fliegt durch die 600 Seiten und wird – wie zu erwarten – nachdenklich. Mich hat dabei erneut die Zukunftsversion am meisten berührt. Neben „Die Geschichte der Bienen“ ist dies ein weiterer Teil, der sich einer Tierart verschrieben hat, aber auf eine andere, enicht minder bedrückende Art und Weise. Ein Klimaroman, der sehr lesenswert ist!

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0 In Allgemein/ Dragonfly Verlag/ HarperCollins/ Kinder

Charlotte Habersack: Echte Helden. Feuerfalle Kran

Hauptfigur Ben ist ein 10 Jahre alter Junge, der eigentlich ein ganz ruhiges, normales Leben hat. Wäre da nicht in seiner Klasse Leon, den alle bewundern und den Ben natürlich auch als Freund haben möchte. Und wie beeindruckt man den Klassenking am besten? Mit kleinen oder auch größeren Übertreibungen. Ben ist einer der größten Angeber der Schule. So behauptet er eines Tages, sein Vater wäre Kranfahrer und er wäre selbstverständlich auch schon ganz oft oben im Führerhaus des Krans gewesen. Da Leon und seine Freunde dies nicht glauben und wissen, dass Ben Höhenangst hat, will Ben es ihnen zeigen und klettert eines Tages auf einen Baustellenkran. Das Unheil nimmt seinen Lauf, als am Fuße des Krans ein Feuer ausbricht…

Echt Helden Cover
Charlotte Habersack: Echte Helden – Feuerfalle Kran

„Echte Helden – Feuerfalle Kran“ ist ein Buch für Kinder ab 9 Jahren. Es widerspiegelt die Lebenswelt der Kinder in diesem Alter und deren Schulalltag perfekt. Allein der gemeinsame Schwimmunterricht ließ uns jede Menge Parallelen entdecken und herzlich lachen. Trotz der ernsthafteren Botschaft und der Tragik ist besonders der Anfang des Buches richtig lustig. Ab Mitte des Buches kommt dann Spannung auf und an Weglegen des Buches ist gar nicht mehr zu denken. Man möchte schließlich unbedingt den Ausgang der Geschichte wissen.

Ein richtig schönes Titelbild und die gemalten Flammen im Buch, welche immer größer werden, vermitteln wunderbar die ansteigende Spannung. Die Textgröße und Kapitellänge ist für Selbstleser ab 9 perfekt. Auch der Schreibstil ist flüssig und angenehm.

Innenansicht Echte Helden

Die Botschaft des Buches, dass Lügen kurze Beine haben, wird anschaulich klargemacht. Ohne Bens Übertreibungen und Lügen hätte er sich und andere gar nicht in Lebensgefahr gebracht. Ein ganz klares Statement zur Ehrlichkeit und wahrer Freundschaft und eine Absage an falsche Freunde. Charlotte Habersack hat mit diesem Buch eine wichtige Botschaft humorvoll und spannend verpackt. Zusammen mit der sehr gelungenen graphischen Gestaltung, ist dieses Buch eine klare Leseempfehlung.

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0 In Allgemein/ Fischer Taschenbuch/ Thriller

Arno Strobel: Offline – Du wolltest nicht erreichbar sein. Jetzt sitzt du in der Falle.

Ein Garant für spannende Thriller ist Arno Strobel auf jeden Fall und sein neuestes Buch steht dem in nichts nach. Es ist eigentlich die fast klassische Geschichte: stecke eine Gruppe Menschen ohne Verbindung zur Aussenwelt zusammen und schau, was passiert…Ich liebe diese Trhiller, bei denen in einer Gruppe letztlich einer der „Böse“ ist und man quasi jeden nach und nach verdächtigt.

Coverbild Offline

So ist es auch bei „Offline – Du wolltest nicht erreichbar sein. Jetzt sitzt du in der Falle. Eine bunt gemischte Reisegruppe macht sich auf den Weg in die Berge zu einem einsam gelegenen Berghotel. Sie geben vorher alle elektronische Geräte ab und wandern im Schnee zum Hotel. Kaum angekommen, setzt ein Schneesturm ein und sie sind quasi eingeschlossen. Schon in der ersten Nacht geschieht etwas grauenvolles und ab sofort ist jeder in Gefahr und verdächtigt. Die Gruppe versucht zu überleben und gleichzeitig herauszufinden, wer der Irre ist, der hier einzelne Gruppenmitglieder verstümmelt.

Das Setting mit dem eingeschneiten Hotel, den nicht vorhandenen Kommunikationsmitteln und dem Hotel, welches nur halb renoviert ist und jede Menge unbekannte Räume ist hervorragend geeignet für Grusel- und Schockmomente und viel Spannung. Der Täter bleibt lange unklar, dafür gibt es aber viele Verdächtige und man kann als Leser gut nachvollziehen, wie sich die einzelnen Handelnden benehmen. Die Auflösung ist gelungen und logisch, der Schreibstil gewohnt flüssig und ich fand das Buch an keiner Stelle zu langatmig oder ähnliches. Gute, spannende Unterhaltung.

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0 In Allgemein/ Heyne Verlag/ Thriller

Sabine Thiesler: Der Keller

Ich habe lange kein Buch mehr innerhalb von einem Tag gelesen – bei „Der Keller“ von Sabine Thiesler war dies aber der Fall. Es ist nicht nur spannend, sondern ebenso in einem leichten, angenehmen Schreibstil verfasst, so dass man nur so durch die Seiten fliegt.

Die schwangere Hannah reist nach Florenz, da es ihrer Mutter schlecht zu gehen scheint. Ihre Eltern leben im Jahr für 3 Monate in einem Ferienhaus in der Toskana. Auf dem Flug lernt sie einen charmanten Herren kennen und nachdem ihr Flug verspätet ankommt und sie sich nicht auskennt, lässt sie sich überreden, ihn zu begleiten. Sie ist daraufhin verschwunden und wird schleißlich tot aufgefunden. Weitere Frauen verschwinden spurlos.

Als Leser lernt man verschiedene Perspektiven kennen: Neben der Suche nach Hannah durch ihre Familie und Polizei wird auch der Täter beleuchtet. Das führt dazu, dass man relativ früh weiß, wer es war. Aber es geht auch nicht primär darum, wer es getan hat, sondern warum. In Rückblenden lernt man das Leben des Täters und seiner Familie kennen. Und schließlich kommt es zum großen Showdown.

Grundsätzlich wird mit viel Klischee gearbeitet und einige Dinge sind ein wenig unlogisch wie zum Beispiel das Mitgehen von Hannah mit einem Fremden und das Trinken von Alkohol in der Schwangerschaft. Als Leser ahnt man beim Finale so das ein oder andere voraus, für mich war das aber verschmerzbar, da die Story selbst gut konstruiert ist und die Psyche vom Täter sehr gut dargestellt wird. Für mich ein Klasse-Thriller!

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0 In Allgemein/ Klett-Cotta/ Kriminalroman

Stuart Turton: Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle

Auf einem Anwesen der Familie Hardcastle weit ab von der Zivilsation findet ein Maskenball statt. Am Ende des Abends stirbt die Tochter Evelyn Hardcastle. Wie der Titel schon sagt, stirbt sie nicht nur einmal, sondern ganze sieben Mal – bis ihr Mörder gefasst ist. Das Konzept ist an den Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“ angelehnt. Aiden Bishop erwacht jeden Tag in einer anderen Figur und erlebt denselben Tag wieder und wieder. Sein Ziel ist es schließlich, nicht nur den Mörder zu finden, sondern den Mord ganz und gar zu verhindern.

Coverbild Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle

Aiden selbst wird dem Leser nicht vorgestellt und man weiß den Namen lange auch nur vom Klappentext. Man springt in den ersten Tag herein und ist ähnlich verwundert wie Aiden, was hier geschieht. Ich habe etwas länger gebraucht, bis ich mich mit Schreibstil und Geschichte anfreunden konnte und auch dann wird es nicht ganz einfach. Der Autor läßt seine Hauptperson nämlich nicht nur sieben Tage dasselbe erleben, sondern er springt zwischen diesen sieben Tagen zusätzlich noch hin und her. Jeden Tag erlebt Aiden aus Sicht eines Gastes und hat natürlich mit dessen Eigenheiten zu kämpfen.

In der Tat fand ich das an der Geschichte ganz spannend – sich selbst zu fragen, wie es wohl wäre, in einem völlig anderen Körper zu stecken und „fremde“ Probleme zu haben. Stück für Stück gelingt es Aiden aber, der Lösung scheinbar näher zu kommen. Dem Leser wird bis dahin aber einiges abverlangt: neben den Zeitsprüngen treten noch einige absurde Figuren auf, werden Regeln im Spiel erstellt und die Fantasie arg strapaziert. Von einer gewissen Langeweile ganz zu schweigen, denn schließlich dreht sich ja alles nur um den Tod am Abend und jeder Tag läuft ja mehr oder weniger gleich. Ich gebe zu, ich habe einige Seiten sehr quer gelesen, weil mich irgendwann nur noch die Auflösung interessiert hat. Für mich waren es einfach zu viele Handlungsstränge, Figuren und Absurditäten. Für Leser, die gerne mitkombinieren und sich viel merken, ist es aber ein durchaus gelungener Kriminalroman. Mal was anderes eben. 🙂

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0 In Allgemein/ Aufbau Verlag/ Roman

Martin Simons: Jetzt noch nicht, aber irgendwann schon

Cover von Jetzt noch nicht aber irgendwann schon

Ein bewegender Roman mit gar nicht viel Handlung, aber einem unglaublichen Tiefgang und einer klaren Sprache. Dieses Buch bewegt den Leser schon während des Lesens und lässt einen auch danach nicht so schnell los. Wie plötzlich kann sich das Leben von einem Moment zum nächsten verändern? Martin Simons erlebt als scheinbar gesunder, noch junger Mann eine Hirnblutung und kommt kurz vor Weihnachten ins Krankenhaus. Gezwungen, sich zu schonen, da jede Aufregung oder Anstrengung weitere Blutungen und seinen Tod bedeuten können, reflektiert er über seine Situation, über die Tage davor aber auch über sein ganzes Leben. Er bekommt eine neue Sicht auf die Dinge des Lebens und lässt den Leser an dieser Gedankenwelt teilhaben. Dabei ist die Beschäftigung mit dem möglichen Tod zwar traurig, aber er versteht es trotzdem die trüben Gedanken mit komischen und rührenden Situationen unterhaltsam zu machen. Ein etwas anderer Roman – aber sehr lesenswert.

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