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0 In Allgemein/ Fischer Krüger Verlag/ Frauenroman/ Roman

Rachel Joyce: Miss Bensons Reise

Ich möchte euch von einem Roman erzählen, der mich tatsächlich völlig überrascht hat. Eigentlich war es nur so eine kleine Cover-Liebe auf den ersten Blick. Denn das Cover ist ein wirklich gelungenes und verrät eigentlich nicht wirklich viel über den Inhalt. Miss Margery Benson hat einen großen Traum: sie möchte den goldenen Käfer in Neukaledonien finden. Ihr Vater zeigte ihr diesen einst in einem Naturkundebuch. Als sie eines Morgen irgendwie alles satt hat und ihren Job als Lehrerin verliert, beschließt sie, diesem Traum endlich nachzugehen. Kurzerhand versucht sie, eine Begleitung für die große Reise zu finden und bucht zwei Überseepassagen. Ihre Begleiterin lernt sie erst kurz vor der Abreise kennen. Während Magrery das Inbild einer grauen Maus ist, kommt die junge Enid Pretty strahlend schön und sexy daher und vor allem unaufhörlich plappernd. Dieses Gespann ist wirklich erheiterend und man fragt sich, wie die Beiden es zusammen aushalten sollen und vor allem auf eine Expedition gehen sollen. Sie haben beide kaum Erfahrung und so erleben sie jede Menge Abenteuer.

Cover Miss Bensons Reise

Erstaunlicherweise raufen die zwei so unterschiedlichen Frauen sich zusammen und die wohlgehüteten Geheimnisse der Beiden kommen Stück für Stück zu Tage. Ein Roman über eine ganz wunderbare Abteuerreise, der gleichzeitig aber auch eine zauberhafte Geschichte über Freundschaft, dem Verfolgen von Träumen und Mut ist.

Dieser Roman geht wirklich zu Herzen und ich konnte ihn kaum aus der Hand legen. Ich habe so mit Miss Benson ihrem Traum mitgefiebert und ich war so froh, dass es an keiner Stelle kitschig wird, sondern einfach nur ehrlich, humorvoll aber eben auch tiefgründig. Ein richtig schöner Roman zum Abtauchen!

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0 In Allgemein/ Argon Verlag/ Frauenroman/ Hörbuch

Anne Stern: Fräulein Gold: Der Himmel über der Stadt

Gelesen von: Anna Thalbach. Gekürztes Hörbuch. 7 Stunden, 43 min

Netgalley hat seit Kurzem auch Hörbücher mit zur Auswahl und das war Grund genug für mich, diesem Genre noch einmal eine Chance zu geben. Meine Wahl ist auf Anne Stern „Fräulein Gold: Der Himmel über der Stadt“ gefallen. Wie ich im Nachhinein nachgelesen habe, tatsächlich schon der dritte Teil einer Reihe über eine junge Hebamme in Berlin der 1920iger Jahre. Für mich war es das erste Buch der Reihe und um es vorweg zu nehmen, ich habe gut hereingefunden und nie das Gefühl gehabt, mir fehlt etwas an Information aus den ersten beiden Teilen. Mir fehlte dann eher am Ende etwas, denn man merkt, dass die Story noch nicht zu Ende erzählt ist und eine Fortsetzung kommen wird. Diese ist dann hoffentlich genauso unterhaltsam wie Band 3.

Cover Hörbuch Fräulein Gold

Anna Thalbach liest diese leicht gekürzte Hörbuchfassung. Sie spricht alle Personen / Erzählstimme. Dabei vermag sie es perfekt, unterschiedliche Dialekte, verschiedene Persönlichkeiten – ob männlich oder weiblich – so wiederzugeben, dass die vielleicht manchmal ins Kitschige abzudrifftende Geschichte trotzdem spannend und vergnügsam bleibt. Insbesondere das Berlinern ist eine wahre Pracht! Das Zuhören fällt leicht und die verschiedenen Charaktere werden lebendig. Auch Fräulein Golds Stimmungslage transportiert Anna Thalbach wunderbar. Ich war immer ganz truarig, wenn die Zugfahrt zur Arbeit zu Ende war und ich eine Pause einlegen musste vom Zuhören. Apropos Pause: durch die Unterteilung in viele kleine Hörabschnitte, lässt sich sehr schnell eine Unterbrechung vornehmen und das „Wiederhereinkommen“ in die Geschichte ist gut möglich.

Aber worum geht es eigentlich in Band 3 der Fräulein Gold Geschichte? Hulda Gold arbeitete bislang als freiberufliche Hebamme. Nun beginnt aber ein neuer Berufsabschnitt für sie. Sie wird angestellte Hebamm in einer Frauenklinik. Sie findet sich schnell zurecht, ist aber enttäuscht, dass Hebammen hier direkt bei der Geburt eher nichts zu sagen haben und dies den Oberärtzen überlassen wird. Auch das es vemehrt zu Todesfällen unter der Geburt kommt, macht sie stutzig und sie geht den Dingen beherzt auf den Grund. Daneben wird ihr Privatleben ebenso auf den Kopf gestellt und man bekommt einen kleinen Einblick in das Gefühlsleben und zum Beispiel die Probleme bei der Vehütung von Frauen der damaligen Zeit.

Ein insgesamt unterhaltsamer Roman, sehr gut gelesen und daher eine klare Empfehlung!

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0 In Allgemein/ Aufbau Verlag/ Roman

Alexander Osang: Fast hell

Fast alles ist genau so passiert, soweit ich mich erinnern kann. Vielleicht ist aber einfach nur alles ausgedacht, erfunden und eine große Münchhausengeschichte. Alexander Osang erzählt die Geschichte von Uwe, einem Ostdeutschen, der jede Menge erlebt hat und dessen Geschichte im Spiegel erscheinen soll. Die Lebensgeschichte von Uwe vermischt sich an manchen Stellen mit der vom Autor. Es gibt eine Menge Zufälle, jeder kennt jeden irgendwie, selbst im großen New York trifft man Leute aus der Heimat.

Machen wir es kurz, ich konnte mit dieser Geschichte nicht viel anfangen. Ja, man liest sie durch, aber nur, weil man irgendwie noch auf den großen Hammer wartet. Der kommt aber nicht. Uwe hat so viel erlebt, es werden alle Klischees bis hin zur Stasi bedient, das passt alles gar nicht in nur ein Leben. Mir fehlte das Ziel dieses Romanes. Ich bin am Ende nicht besser, schlauer oder irgendetwas – ich habe mich leider noch nicht mal sonderlich unterhalten gefühlt. Es gibt aber – fairerweise – auch viele, die das völlig anders sehen und begeistert sind von diesem Roman. Die Ost und West Geschichte wird zumeist unterhaltsam erzählt, die gesamte Fülle an Uwes Erlebnissen war mir persönlich aber zu viel. Kann man lesen, wenn man mehr über Ostgeschichte und die Menschen wissen möchte, muss man aber meiner Meinung nach nicht.

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0 In Allgemein/ Heyne Verlag/ Psychologie/ Sachbuch

Dr. Julia Shaw: Böse. Die Psychologie unserer Abgründe

Haben wir uns nicht alle schon einmal gefragt, was ist wirklich böse und vor allem, können wir nicht auch böse sein? Ist jeder nicht auch unter bestimmten Umständen zum Verbrecher tauglich? Julia Shaw bringt das recht einfache Beispiel: Ein Zug fährt auf 2 Weichen zu. Auf einer der Strecken liegt gefesselt dein Kind, auf der anderen Strecke mehrere fremde Menschen gefesselt. Wohin lässt du den Zug ungebremst fahren? Dieses Beispiel kann man varrieren, um die Anzahl der Betroffenen etc. Aber letztlich wird die moralische Frage nicht einfacher und erstaunlicherweise ist man recht schnell dabei, böse zu sein.

Julia Shaw Böse Cover

Die Grundfrage, die in diesem Buch beantwortet werden soll, ist, ob wir nicht alle irgendwie das Böse in uns haben und ob es das wahre Böse gibt. Ist es nicht manches Mal (siehe oben) nur der Situation geschuldet, dass jemand Böse ist. Für Julia Shaw gibt es nicht das objektiv Böse, es ist subjektiv und von unseren Ängsten geprägt.

Dr. Julia Shaw geht das ganze recht wissenschaftlich an und gibt sehr viele Beispiele aus den USA und der Forschung zm Besten. Es ist also eine Mischung aus fachlichem Sachbuch und Unterhaltung. Die Themen werden gestreift, an der Oberfläche behandelt und wenn man mehr wissen möchte, gibt es jede Menge Fußnoten und Literaturverweise. Es ist also hier eher ein populärwissenschaftlich angehauchtes Buch, welches sich gerade dadurch aber sehr gut und schnell lesen lässt. Auf jeden Fall sehr informativ und lesenswert!

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Sam Lloyd: Der Mädchenwald

Elissa wird bei einem Schachturnier in der Pause auf dem Parkplatz entführt. Sofort setzt eine große Suche nach dem Lieferwagen ein, aber zunächst in den alles entscheidenen ersten Stunden findet sich keine Spur. Erst fast 3 Tage später taucht ein Video von ihr auf Youtube auf und nun wird klar, die Polizei sucht einen Serientäter, der schon mehrere Kinder entführt hat, aber noch nicht gefasst wurde. Mairead als leitende Ermittlerin geht bis an ihre Grenzen und nimmt die Suche sehr persönlich. Sie will Elissa unbedingt lebend zu ihrer alleinerziehenden Mutter zurückbringen.

Der Mädchenwald Cover

Erzählt wird die Geschichte aus 3 Sichten: Elissa, wie sie entführt und in einem Keller gefangen gehalten wird, Madreid, die ermittelnde Polizistin und aus der Sicht von Elijah. Er ist der interessanteste und undruchschaubare Part der Geschichte. Elissa wird von ihrem Entführer – den sie Ghul nennt – versorgt bzw. wenn sie nicht spurt, dann entsprechend bestraft. Elijah wiederrum besuchtt sie ebenfalls im Keller und warnt sie vor dem Ghul. Elissa sieht ihre Chance gekommen, dass Elijah ihr zur Flucht verhilft oder zumindest Hilfe holt, aber irgendetwas scheint mit ihm nicht zu stimmen. Er scheint auf der Seite des Entführers zu stehen und dann doch nicht…

Jede Menge Fragezeichen im Kopf was die Figur von Elijah betrifft und dies macht den Thriller ungemein spannend. Auch Elissa, die für ihr Alter sehr clever ist und recht schnell versteht, was sie tun muss, um zu überleben, faziniert. Man fiebert so sehr mit und wünscht sich einen guten Ausgang für sie. Die mehr mit ihrer eigenen Gesundheit befasste Polizistin Mairead hingegen ist der eher merkwürdige Teil der Story. Ihre Nebengeschichte hätte ich überhaupt nicht gebraucht. Lediglich ihre Verbissenheit ist sehr überzeugend.

Insgesamt ein tolles Thema mit einem super spannendem Ausgang / Finale und vor allem Elijahs Geschichte hat mich ehrlich überrascht. Leider wird das Motiv und Handeln vom Entführer nur sehr am Rand bzw. gar nicht so recht erklärt. Es macht dieses ganze Buch unrund, weil einem etwas fehlt. Auch der Verbleib der anderen Kinder und wieviele dies nun genau waren, bleibt im Nebel. Dies fand ich etwas schade. Trotzdem eine klare Leseempfehlung von mir, da hier wirklich mal ein interanter, spannender Plot verarbeitet wurde, der auch viel Thrillerleser überraschen kann!

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Arno Strobel: Die App

– Sie kennen dich. Sie wissen, wo du wohnst

Immer mehr ziehen Home Systeme in Wohnungen / Häuser ein. Da steht die Alexa, die immer empfangsbereit ist und das Licht an und aus macht. Genauso wie sie die ganze Zeit mithören kann. Da kann man sich schon einmal fragen, ob dieses Mithören nicht auch ausgenutzt werden könnte? Genau dieses Szenario lässt Arno Strobel in seinem neuestem Thriller lebendig werden. Die App steuert im Haus so ziemlich alles, die Räume sind videoüberwacht. Ein tolles, bequemes Leben führen u.a. Hendrik und Linda in ihrem neuen, modernen Haus. Bis eines Tages Linda spurlos verschwindet und sich Hendrik auf die Suche nach ihr begibt. Es beginnt ein spannendes Rennen um Leben und Tod.

Die App Cover

Da ich einen ähnlichen Thriller erst gelesen habe, ahnte ich das eigentlich dahinter stehende Thema – welches auf Wunsch des Autors nicht gepoilert wird – leider schon recht früh. Nichtsdestotrotz ist es super spannend geschrieben und man fiebert mit. Ich habe dieses Buch innerhalb weniger Tage durchgesuchtet, allerdings habe ich ein wenig mit dem Hauptakteur Hendrik gehadert. Er braucht recht lange, bis er die App, die sein Haus steuert, richtig vernichtet. Ich glaube, an dem Punkt wäre ich schon viel eher gewesen, da sich dieses Ding wie von Wunderhand dauernd neu startet.

Grundsätzlich ist die Idee mit der alles überwachenden App und dem Ausspionieren aktueller den je und was der Autor daraus macht, eine geniale wie gruselige Vorstellung. Der Showdown des Thrillers ist gelungen. Ein rundherum empfehlenswerter, spannender Thriller.

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Meg Wolitzer: Das ist dein Leben / Meg Wolitzer: Die Zehnjahrespause

Ich habe gleich 2 Romane von Meg Wolitzer nacheinander gelesen und schreibe deswegen über beide in diesem Beitrag. Nachdem Wolitzer mit „Die Interessanten“ und „Der Ehefrau“ mich so begeistern konnte, können das die beiden zuletzt auf Deutsch erschienen Bücher es leider nicht so 100prozentig.

„Die Zehnjahrespause“ handelt von vier Frauen, welche sich regelmäßig in einem Lokal in New York treffen. Alle sind Mütter geworden und haben zugunsten der Kinder ihr eigenes Leben zurückgestellt. Da ist Jill, welche in einen Vorrort gezogen ist und Schwierigkeiten mit ihrem Adoptivkind hat, welches sich nicht so entwickelt, wie erwartet. Amy, deren Mann zwar erfolgeicher Anwalt ist und gut verdient, die aber sich trotzdem arm fühlen, da sie über ihre Verhältnisse leben. Karen, die immer wieder Vorstellungsgespräche mit macht, nur um zu sehen, ob es noch klappen würde, die Stellen aber nie annimmt. Und zu guter letzt, Künstlerin Roberta, deren künstlerische Betätigung nur noch der Bastelnachmittag in der Grundschule ist. Alle vier haben Kinder im Grundschulalter, welche so langsam flügge werden und eigentlich nicht mehr so sehr betreut werden müssen. In Rückblenden wird das Leben aller vier erzählt und dabei schwingt eine unheimlich depressive Stimmung über dem ganzen Buch. Man hat das Gefühl, keine der Frauen macht irgendwas aus ihrem Leben und sie existieren nur für ihre Kinder. Da diese nun weniger von ihnen benötigen, ist die Verzweiflung, was sie nun mit ihrem Leben anfangen, groß.

Die Einzelschicksale werden nach einander erzählt. Man wartet immer ein wenig darauf, dass sich die Geschichten verbinden und sich etwas ereigent. Das bleibt aber leider aus. So ist dies Buch ein dahin plätschern von vier Mütterschicksalen, die einen weder sonderlich berühren noch unterhalten.

„Das ist dein Leben“ klingt im ersten Moment wie ein Titel einer schlechten Fernsehshow. Ist es aber nur fast. Dottie Engels ist Comedian Star und gleichzeitig alleinerziehende Mutter von 2 Töchtern. Sie macht auf der Bühne über sich selbst und ihr Übergewicht Witze. Die beiden Töchter leben in New York und sehen ihre Mutter nur selten, da diese in Las Vegas auftritt. Betreut werden die Kinder von Nachwuchs-Comedians als Babysitter. Erica lehnt ihre Mutter immer mehr ab, aber als die Karriere der Mutter zu kriseln beginnt, kämpfen die beiden Schwestern zusammen, um die Krise zu bewältigen.

Ein Familienportät, in dem es vor allem um Identitätssuche, Erwachsenwerden, Pubertät und Körpergefühl geht. Dotties Übergewicht und dessen Folgen beschäftigen auch die Töchter. Besonders die jüngere Tochter Erica, die selbst zum Übergewicht neigt, leidet als Teenager unter dieser Situation. Meg Wolitzer gibt mit diesem Roman eine Reflektion über das Amerika der 70iger Jahre, den Umgang mit Dicksein und das schwierige Verhältnis von Müttern und Töchtern in der Pubertät. Leider bleibt alles irgendwie oberflächlich und Entscheidungen sind manches Mal nicht nachvollziehbar. Der Roman hat mich leider nicht so berührt, er plätschert dahin und unterhält – mehr aber nicht.

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Charles Lewinsky: Der Halbbart

Eusebius, genannt Sebi, nimmt uns mit auf seine Geschichte. Im Jahre 1313 lebt er mit seiner Familie in einem Dorf in Talschaft Schwyz. Gemeinsam mit seiner Mutter und den älteren Brüdern Poli und Geni schlägt er sich als Gehilfe des Totengräbers durch. Eines Tages taucht ein Fremder im Dorf auf, genannt der Halbbart. Der Halbbart hat eine Verletzung, die sein halbes Gesicht entstellt und ihm daher den Namen gibt. Er wird zu einem väterlichem Freund von Sebi und hilft mit seinem medizinischem Wissen den Dorfbewohnern. Nachdem er dem Geni das Leben rettet, wird er trotz seinem entstelltem Wesens im Dorf anerkannt. Stück für Stück erfährt der Leser die Geschichte vom Halbbart und erlebt das Erwachsenwerden von Sebi sowie die Entwicklung seiner beiden Brüder.

Der Halbbart Cover

Immer im Kontext des frühen Mittelalters, welches geprägt ist, von Geschichten erzählen, Gerüchten, der Kirche und den Habsburgern entwickelt sich eine auf ganz eigene Weise spannende Geschichte. Obwohl nicht so viel passiert, bleibt man als Leser doch gespannt, wie sich Sebi weiter entwickelt und wohin sein Weg ihn führt. Besonders die Sprache von Lewinsky, in welche viele Wörter aus dem Schyzerdeutsch einfließen, macht dieses Buch so authentisch. Die Geschichte ist lebhaft erzählt, man taucht in die Zeit ein und fiebert mit Sebi mit. Als Leser freut man sich mit Sebi und hofft, dass er die richtigen Entscheidungen trifft. Er hat das Herz am rechten Fleck und man wünscht ihm nur das Beste.

Der Roman entführt einen nicht nur in eine andere Zeit, er zeigt mit seinem Ende auch noch wie aus Geschichten, Geschichte werden kann. Ein rundherum gelungenes Buch, welches unbedingt lesenswert ist und sich wohltuend von vielen anderen Büchern, die jedes Jahr neu erscheinen, abhebt.

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Lilja Sigurðardóttir: Das Netz

Ein Reykjavík-Krimi. Die Mutter Sonja verliert nach ihrer Scheidung das Sorgerecht für ihren Sohn und steht finanziell nicht rosig da. Der für sie einzige Ausweg, sich einen Anwalt leisten zu können, um den Sohn zurückzubekommen, ist Drogenschmuggel. Sie beginnt als Geschfätsfrau getarnt aus dem Ausland Drogen nach Island zu schmuggeln. Eigentlich nur so lange, bis sie genug Geld beisammen hat. Das dies im rücksichtslosen Drogengeschäft nicht so einfach ist, wie sie sich das denkt, merkt sie dann auch recht schnell. Am Flughafen wird zudem noch der Zoll auf sie aufmerksam. Parallel entwickelt sich noch ihre Beziehung zu Agla, welche in korrupte Bankgeschäfte verwickelt ist. Das Netz aus Kriminalität wird immer enger…

Das Netz Cover

Im Wesentlichen handelt dieser Krimi vom Drogenschmuggel, der ausführlich beschrieben wird, der lesbischen Beziehung zu Agla, die geheim gehalten wird und dem Zollbeamten Bragi, der auch sein Päckchen zu tragen hat. Leider ist das gesamte Buch eher spannungsarm. Nur kurz, als Bragi Sonja im Zoll näher untersucht, kommt so etwas wie Spannung auf. Die Geschichte rund um Agla war mir persönlich zu verworren und das offene Ende – da sich da ganze um eine Triologie handelt – gab mir den Rest. Der rote Faden bzw. eine richtige Story hat mir gefehlt. Es ist mir einfach zu verworren, viele Geschichten mehr parallel als zusammenhängend. Vielleicht wird es im nächsten Band dann spannender, da Sonja erkennt, wer hinter dem sie fangenden Netz steckt…Ein Auftakt, der mich leider nicht überzeugen konnte und den ich auch nicht als Thriller durchgehen lasse, maximal Krimi mit Potential in der Fortsetzung.

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0 In Allgemein/ HarperCollins/ Thriller

Tess Gerritsen: Angst in deinen Augen

Ich mag die Thriller von Tess Gerritsen und war dementsprechend gespannt auf diese Neuauflage von 1996 von „Angst in deinen Augen“. Wie bei den früheren Werken von ihr häufiger, ist das Genre nicht nur eindeutig Thriller sondern ebenso Liebesroman. So richtig kann ich mich bei diesem Buch nicht entscheiden, wo der Hauptanteil liegt. Nennen wir es vielleicht Thriller gepaart mit Romanze 🙂

Hauptperson Nina Cormier erlebt den Alptraum einer jeden Braut: kurz vor der Eheschließung am Hochzeitstag steht sie in der Kirche allein da. Ihr Verlobter ist unauffindbar und nachdem alles abgeblasen wird und sie die Kirche verlässt, geht eine Bombe hoch. Detective Sam Navarro beginnt mit den Ermittlungen und kümmert sich dabei persönlich (und sehr rührend…) um Nina. Das Klischee der schutzbedürftigen Zeugin und dem starken Polizisten wird dabei sehr betont. Die Ermittlungen kommen stückchenweise voran, manches geschieht relativ zusammenhanglos. Eine entscheidende Entwicklung ahnt man allerdings schon recht früh, so dass die Spannung eher mäßig ist.

Fazit: Ein seichter Krimi – zur Unterhaltung geeignet – mehr aber nicht.

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