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Dr. Julia Shaw: Böse. Die Psychologie unserer Abgründe

Haben wir uns nicht alle schon einmal gefragt, was ist wirklich böse und vor allem, können wir nicht auch böse sein? Ist jeder nicht auch unter bestimmten Umständen zum Verbrecher tauglich? Julia Shaw bringt das recht einfache Beispiel: Ein Zug fährt auf 2 Weichen zu. Auf einer der Strecken liegt gefesselt dein Kind, auf der anderen Strecke mehrere fremde Menschen gefesselt. Wohin lässt du den Zug ungebremst fahren? Dieses Beispiel kann man varrieren, um die Anzahl der Betroffenen etc. Aber letztlich wird die moralische Frage nicht einfacher und erstaunlicherweise ist man recht schnell dabei, böse zu sein.

Julia Shaw Böse Cover

Die Grundfrage, die in diesem Buch beantwortet werden soll, ist, ob wir nicht alle irgendwie das Böse in uns haben und ob es das wahre Böse gibt. Ist es nicht manches Mal (siehe oben) nur der Situation geschuldet, dass jemand Böse ist. Für Julia Shaw gibt es nicht das objektiv Böse, es ist subjektiv und von unseren Ängsten geprägt.

Dr. Julia Shaw geht das ganze recht wissenschaftlich an und gibt sehr viele Beispiele aus den USA und der Forschung zm Besten. Es ist also eine Mischung aus fachlichem Sachbuch und Unterhaltung. Die Themen werden gestreift, an der Oberfläche behandelt und wenn man mehr wissen möchte, gibt es jede Menge Fußnoten und Literaturverweise. Es ist also hier eher ein populärwissenschaftlich angehauchtes Buch, welches sich gerade dadurch aber sehr gut und schnell lesen lässt. Auf jeden Fall sehr informativ und lesenswert!

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Sam Lloyd: Der Mädchenwald

Elissa wird bei einem Schachturnier in der Pause auf dem Parkplatz entführt. Sofort setzt eine große Suche nach dem Lieferwagen ein, aber zunächst in den alles entscheidenen ersten Stunden findet sich keine Spur. Erst fast 3 Tage später taucht ein Video von ihr auf Youtube auf und nun wird klar, die Polizei sucht einen Serientäter, der schon mehrere Kinder entführt hat, aber noch nicht gefasst wurde. Mairead als leitende Ermittlerin geht bis an ihre Grenzen und nimmt die Suche sehr persönlich. Sie will Elissa unbedingt lebend zu ihrer alleinerziehenden Mutter zurückbringen.

Der Mädchenwald Cover

Erzählt wird die Geschichte aus 3 Sichten: Elissa, wie sie entführt und in einem Keller gefangen gehalten wird, Madreid, die ermittelnde Polizistin und aus der Sicht von Elijah. Er ist der interessanteste und undruchschaubare Part der Geschichte. Elissa wird von ihrem Entführer – den sie Ghul nennt – versorgt bzw. wenn sie nicht spurt, dann entsprechend bestraft. Elijah wiederrum besuchtt sie ebenfalls im Keller und warnt sie vor dem Ghul. Elissa sieht ihre Chance gekommen, dass Elijah ihr zur Flucht verhilft oder zumindest Hilfe holt, aber irgendetwas scheint mit ihm nicht zu stimmen. Er scheint auf der Seite des Entführers zu stehen und dann doch nicht…

Jede Menge Fragezeichen im Kopf was die Figur von Elijah betrifft und dies macht den Thriller ungemein spannend. Auch Elissa, die für ihr Alter sehr clever ist und recht schnell versteht, was sie tun muss, um zu überleben, faziniert. Man fiebert so sehr mit und wünscht sich einen guten Ausgang für sie. Die mehr mit ihrer eigenen Gesundheit befasste Polizistin Mairead hingegen ist der eher merkwürdige Teil der Story. Ihre Nebengeschichte hätte ich überhaupt nicht gebraucht. Lediglich ihre Verbissenheit ist sehr überzeugend.

Insgesamt ein tolles Thema mit einem super spannendem Ausgang / Finale und vor allem Elijahs Geschichte hat mich ehrlich überrascht. Leider wird das Motiv und Handeln vom Entführer nur sehr am Rand bzw. gar nicht so recht erklärt. Es macht dieses ganze Buch unrund, weil einem etwas fehlt. Auch der Verbleib der anderen Kinder und wieviele dies nun genau waren, bleibt im Nebel. Dies fand ich etwas schade. Trotzdem eine klare Leseempfehlung von mir, da hier wirklich mal ein interanter, spannender Plot verarbeitet wurde, der auch viel Thrillerleser überraschen kann!

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Arno Strobel: Die App

– Sie kennen dich. Sie wissen, wo du wohnst

Immer mehr ziehen Home Systeme in Wohnungen / Häuser ein. Da steht die Alexa, die immer empfangsbereit ist und das Licht an und aus macht. Genauso wie sie die ganze Zeit mithören kann. Da kann man sich schon einmal fragen, ob dieses Mithören nicht auch ausgenutzt werden könnte? Genau dieses Szenario lässt Arno Strobel in seinem neuestem Thriller lebendig werden. Die App steuert im Haus so ziemlich alles, die Räume sind videoüberwacht. Ein tolles, bequemes Leben führen u.a. Hendrik und Linda in ihrem neuen, modernen Haus. Bis eines Tages Linda spurlos verschwindet und sich Hendrik auf die Suche nach ihr begibt. Es beginnt ein spannendes Rennen um Leben und Tod.

Die App Cover

Da ich einen ähnlichen Thriller erst gelesen habe, ahnte ich das eigentlich dahinter stehende Thema – welches auf Wunsch des Autors nicht gepoilert wird – leider schon recht früh. Nichtsdestotrotz ist es super spannend geschrieben und man fiebert mit. Ich habe dieses Buch innerhalb weniger Tage durchgesuchtet, allerdings habe ich ein wenig mit dem Hauptakteur Hendrik gehadert. Er braucht recht lange, bis er die App, die sein Haus steuert, richtig vernichtet. Ich glaube, an dem Punkt wäre ich schon viel eher gewesen, da sich dieses Ding wie von Wunderhand dauernd neu startet.

Grundsätzlich ist die Idee mit der alles überwachenden App und dem Ausspionieren aktueller den je und was der Autor daraus macht, eine geniale wie gruselige Vorstellung. Der Showdown des Thrillers ist gelungen. Ein rundherum empfehlenswerter, spannender Thriller.

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Meg Wolitzer: Das ist dein Leben / Meg Wolitzer: Die Zehnjahrespause

Ich habe gleich 2 Romane von Meg Wolitzer nacheinander gelesen und schreibe deswegen über beide in diesem Beitrag. Nachdem Wolitzer mit „Die Interessanten“ und „Der Ehefrau“ mich so begeistern konnte, können das die beiden zuletzt auf Deutsch erschienen Bücher es leider nicht so 100prozentig.

„Die Zehnjahrespause“ handelt von vier Frauen, welche sich regelmäßig in einem Lokal in New York treffen. Alle sind Mütter geworden und haben zugunsten der Kinder ihr eigenes Leben zurückgestellt. Da ist Jill, welche in einen Vorrort gezogen ist und Schwierigkeiten mit ihrem Adoptivkind hat, welches sich nicht so entwickelt, wie erwartet. Amy, deren Mann zwar erfolgeicher Anwalt ist und gut verdient, die aber sich trotzdem arm fühlen, da sie über ihre Verhältnisse leben. Karen, die immer wieder Vorstellungsgespräche mit macht, nur um zu sehen, ob es noch klappen würde, die Stellen aber nie annimmt. Und zu guter letzt, Künstlerin Roberta, deren künstlerische Betätigung nur noch der Bastelnachmittag in der Grundschule ist. Alle vier haben Kinder im Grundschulalter, welche so langsam flügge werden und eigentlich nicht mehr so sehr betreut werden müssen. In Rückblenden wird das Leben aller vier erzählt und dabei schwingt eine unheimlich depressive Stimmung über dem ganzen Buch. Man hat das Gefühl, keine der Frauen macht irgendwas aus ihrem Leben und sie existieren nur für ihre Kinder. Da diese nun weniger von ihnen benötigen, ist die Verzweiflung, was sie nun mit ihrem Leben anfangen, groß.

Die Einzelschicksale werden nach einander erzählt. Man wartet immer ein wenig darauf, dass sich die Geschichten verbinden und sich etwas ereigent. Das bleibt aber leider aus. So ist dies Buch ein dahin plätschern von vier Mütterschicksalen, die einen weder sonderlich berühren noch unterhalten.

„Das ist dein Leben“ klingt im ersten Moment wie ein Titel einer schlechten Fernsehshow. Ist es aber nur fast. Dottie Engels ist Comedian Star und gleichzeitig alleinerziehende Mutter von 2 Töchtern. Sie macht auf der Bühne über sich selbst und ihr Übergewicht Witze. Die beiden Töchter leben in New York und sehen ihre Mutter nur selten, da diese in Las Vegas auftritt. Betreut werden die Kinder von Nachwuchs-Comedians als Babysitter. Erica lehnt ihre Mutter immer mehr ab, aber als die Karriere der Mutter zu kriseln beginnt, kämpfen die beiden Schwestern zusammen, um die Krise zu bewältigen.

Ein Familienportät, in dem es vor allem um Identitätssuche, Erwachsenwerden, Pubertät und Körpergefühl geht. Dotties Übergewicht und dessen Folgen beschäftigen auch die Töchter. Besonders die jüngere Tochter Erica, die selbst zum Übergewicht neigt, leidet als Teenager unter dieser Situation. Meg Wolitzer gibt mit diesem Roman eine Reflektion über das Amerika der 70iger Jahre, den Umgang mit Dicksein und das schwierige Verhältnis von Müttern und Töchtern in der Pubertät. Leider bleibt alles irgendwie oberflächlich und Entscheidungen sind manches Mal nicht nachvollziehbar. Der Roman hat mich leider nicht so berührt, er plätschert dahin und unterhält – mehr aber nicht.

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Charles Lewinsky: Der Halbbart

Eusebius, genannt Sebi, nimmt uns mit auf seine Geschichte. Im Jahre 1313 lebt er mit seiner Familie in einem Dorf in Talschaft Schwyz. Gemeinsam mit seiner Mutter und den älteren Brüdern Poli und Geni schlägt er sich als Gehilfe des Totengräbers durch. Eines Tages taucht ein Fremder im Dorf auf, genannt der Halbbart. Der Halbbart hat eine Verletzung, die sein halbes Gesicht entstellt und ihm daher den Namen gibt. Er wird zu einem väterlichem Freund von Sebi und hilft mit seinem medizinischem Wissen den Dorfbewohnern. Nachdem er dem Geni das Leben rettet, wird er trotz seinem entstelltem Wesens im Dorf anerkannt. Stück für Stück erfährt der Leser die Geschichte vom Halbbart und erlebt das Erwachsenwerden von Sebi sowie die Entwicklung seiner beiden Brüder.

Der Halbbart Cover

Immer im Kontext des frühen Mittelalters, welches geprägt ist, von Geschichten erzählen, Gerüchten, der Kirche und den Habsburgern entwickelt sich eine auf ganz eigene Weise spannende Geschichte. Obwohl nicht so viel passiert, bleibt man als Leser doch gespannt, wie sich Sebi weiter entwickelt und wohin sein Weg ihn führt. Besonders die Sprache von Lewinsky, in welche viele Wörter aus dem Schyzerdeutsch einfließen, macht dieses Buch so authentisch. Die Geschichte ist lebhaft erzählt, man taucht in die Zeit ein und fiebert mit Sebi mit. Als Leser freut man sich mit Sebi und hofft, dass er die richtigen Entscheidungen trifft. Er hat das Herz am rechten Fleck und man wünscht ihm nur das Beste.

Der Roman entführt einen nicht nur in eine andere Zeit, er zeigt mit seinem Ende auch noch wie aus Geschichten, Geschichte werden kann. Ein rundherum gelungenes Buch, welches unbedingt lesenswert ist und sich wohltuend von vielen anderen Büchern, die jedes Jahr neu erscheinen, abhebt.

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Lilja Sigurðardóttir: Das Netz

Ein Reykjavík-Krimi. Die Mutter Sonja verliert nach ihrer Scheidung das Sorgerecht für ihren Sohn und steht finanziell nicht rosig da. Der für sie einzige Ausweg, sich einen Anwalt leisten zu können, um den Sohn zurückzubekommen, ist Drogenschmuggel. Sie beginnt als Geschfätsfrau getarnt aus dem Ausland Drogen nach Island zu schmuggeln. Eigentlich nur so lange, bis sie genug Geld beisammen hat. Das dies im rücksichtslosen Drogengeschäft nicht so einfach ist, wie sie sich das denkt, merkt sie dann auch recht schnell. Am Flughafen wird zudem noch der Zoll auf sie aufmerksam. Parallel entwickelt sich noch ihre Beziehung zu Agla, welche in korrupte Bankgeschäfte verwickelt ist. Das Netz aus Kriminalität wird immer enger…

Das Netz Cover

Im Wesentlichen handelt dieser Krimi vom Drogenschmuggel, der ausführlich beschrieben wird, der lesbischen Beziehung zu Agla, die geheim gehalten wird und dem Zollbeamten Bragi, der auch sein Päckchen zu tragen hat. Leider ist das gesamte Buch eher spannungsarm. Nur kurz, als Bragi Sonja im Zoll näher untersucht, kommt so etwas wie Spannung auf. Die Geschichte rund um Agla war mir persönlich zu verworren und das offene Ende – da sich da ganze um eine Triologie handelt – gab mir den Rest. Der rote Faden bzw. eine richtige Story hat mir gefehlt. Es ist mir einfach zu verworren, viele Geschichten mehr parallel als zusammenhängend. Vielleicht wird es im nächsten Band dann spannender, da Sonja erkennt, wer hinter dem sie fangenden Netz steckt…Ein Auftakt, der mich leider nicht überzeugen konnte und den ich auch nicht als Thriller durchgehen lasse, maximal Krimi mit Potential in der Fortsetzung.

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0 In Allgemein/ HarperCollins/ Thriller

Tess Gerritsen: Angst in deinen Augen

Ich mag die Thriller von Tess Gerritsen und war dementsprechend gespannt auf diese Neuauflage von 1996 von „Angst in deinen Augen“. Wie bei den früheren Werken von ihr häufiger, ist das Genre nicht nur eindeutig Thriller sondern ebenso Liebesroman. So richtig kann ich mich bei diesem Buch nicht entscheiden, wo der Hauptanteil liegt. Nennen wir es vielleicht Thriller gepaart mit Romanze 🙂

Hauptperson Nina Cormier erlebt den Alptraum einer jeden Braut: kurz vor der Eheschließung am Hochzeitstag steht sie in der Kirche allein da. Ihr Verlobter ist unauffindbar und nachdem alles abgeblasen wird und sie die Kirche verlässt, geht eine Bombe hoch. Detective Sam Navarro beginnt mit den Ermittlungen und kümmert sich dabei persönlich (und sehr rührend…) um Nina. Das Klischee der schutzbedürftigen Zeugin und dem starken Polizisten wird dabei sehr betont. Die Ermittlungen kommen stückchenweise voran, manches geschieht relativ zusammenhanglos. Eine entscheidende Entwicklung ahnt man allerdings schon recht früh, so dass die Spannung eher mäßig ist.

Fazit: Ein seichter Krimi – zur Unterhaltung geeignet – mehr aber nicht.

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0 In Allgemein/ Kriminalroman/ ullstein Verlag

Remy Eyssen: Dunkles Lavandou

Leon Ritter ist Rechtsmediziner und die Hauptfigur in der Leon-Ritter-Krimis von Remy Eyssen. Im 6. Fall der Reihe wird eines Morgens eine Frauenleiche gefunden. Die Frau wollte scheinbar Selbstmord durch Springen von einer Brücke begehen. Leon Ritter findet bei der Obduktion Ungereimtheiten und geht gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Isabelle – praktischerweise Polizistin – verschiedenen Theorien und Verdächtigen nach. Als weitere Mädchen verschwinden und Fälle aus der Vergangenheit neu bewertet werden, wird klar, man sucht einen Serientäter.

Ich kenne jetzt nur den 6. Fall, hatte aber recht schnell den Eindruck, dass das Buch recht seicht ist. Sprachliche Glanzleistungen sind leider Fehlanzeige. Allein am Beginn fängt gefühlt jeder Satz mit „Leon…“ an. Ich konnte es wirklich schon recht bald nicht mehr sehen. Auch die heile Welt, die scheinbar unabhängig von den Morden in Lavandou herrscht, war ein wenig zuviel für mich. Leider kann man einiges vorhersehen, man wird ein paar Mal auf falsche Spuren gesetzt und der wahre Täter am Ende war für mich das einzig überraschende. Warum der Täter gemordet hat und wie er zu einem Mörder wurde, bleibt ungeklärt. Die Taten selbst sind originell und spannend erzählt. Für mich nur ein seichter, durchschnittlicher Krimi.

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0 In Allgemein/ Frauenroman/ Piper

Antonia Riepp: Belmonte

Da war mal wieder Sommer und was braucht es da: richtig, einen schönen, unterhaltenden Roman mit italienischem Flair. Genau das haben wir hier: „Belmonte“erzählt die Lebensgeschichte von Simonas italienischer Großmutter und verknüpft auf der zweite Erzähllebene das Leben im Hier und Jetzt der italienischen Großfamilie in den Marken. Simona arbeitet als Landschaftsgärtnerin, eckt aber immer wieder mit ihrem Temperament an. Privat hat sie ihr Glück scheinbar mit Sebastian gefunden, ist sich aber nicht so ganz sicher, ob er der Richtige ist. Da stirbt ihr geliebte Großmutter Franca und hinterläßt ihr das Haus der Familie in Italien. Simona nutzt die Chance, sich ihr Erbe anzusehen und sich über ihr künftiges Leben im Klaren zu werden. Ganz nebenbei taucht sie in die Familiengeheimnisse ein und erfährt vieles über ihre Großmutter, Mutter und schließlich auch wer ihr Vater ist.

Wie es zu einem richtigen Sommerroman gehört, ist nicht nur Atmosphäre sommerlich, sondern die Liebe spielt eine entscheidene Rolle. Was im ersten Moment nach ganz viel Kitsch klingt, kommt überraschend unterhaltsam und flüssig erzählt daher. Anontia Riepp erzählt lebendig und bildhaft. Als Leser hat man das Gefühl mittendrin in Italien zu sein und das Schicksal der Urgroßmutter und ihrer Freundin bewegt. An Stellen, wo es zum billigen Kitschroman abzudriften scheint, schafft sie die Kurve und so bleibt es entsprechend spannend.

Fazit: ein angenehmer, unterhaltsamer Roman für die lauen Sommerabende, der sich flugs wegliest und sogar ein etwas unerwartetes Ende bereithält.

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0 In Allgemein/ Kriminalroman/ Thriller

Elias Haller: Tod und kein Erbarmen

Vorweg die Inhaltsangabe vom Verlag: An einem Januarmorgen verschwindet die achtjährige Violetta. Akribisch rekonstruiert die Polizei ihren Weg zur Schule und entdeckt Indizien, die auf eine Entführung hindeuten. Doch das Mädchen wird nie gefunden. Zehn Jahre später verbringt Kriminalhauptkommissar Erik Donner ein paar Tage in dem Ort und will dort eigentlich nur sein privates Unglück im Alkohol ertränken, als er von Violettas Cousine aufgesucht wird. Angeblich gibt es einen neuen Hinweis auf den Verbleib des Mädchens. Doch Donner glaubt nicht an die Aufklärung eines so alten Falls. Im Streit schickt er Violettas Verwandte weg. Ein folgenschwerer Fehler, denn am nächsten Tag steht der Kommissar plötzlich unter Mordverdacht …

„Tod und kein Erbarmen“ ist der 7. Teil der Kommissar Erik Donner Reihe. Für mich war es das erste Buch von Elias Haller, aber auch ohne die vorherigen Teile zu kennen, ist der Thriller verständlich. Lediglich einige Beziehungen der Personen untereinander waren mir unklar.

Schauplatz des Ganzen ist ein erzgebirgisches Dorf im Winter mit allerlei verschrobenen Personen. Es schneit unaufhörlich und das Dorf ist von der restlichen Welt abgeschnitten. Diese Kulisse gibt dem ganzen Fall etwas Dramatisches. Hinzu kommen mehrere Mordanschläge auf die ermittelnden Polizisten, welche aber auch wie durch ein Wunder überlebt werden. Offenbar sind einige Schutzengel unterwegs. Insgesamt ermitteln sehr viele Polizisten – nicht nur die Dorfeigenen sondern auch überregionale haben an diesem Fall Interesse. Unterschiedliche Kompetenzen werden ausdiskutiert und gefühlt ist einer unsympathischer als der andere. Dies hat es für mich lange schwierig gemacht, sowohl mit Kommissar Donner als auch den anderen Polizeibeamten warm zu werden. Lediglich die Spannung, wer hinter dem alten und neuen Verbrechen steckt, hat mich durchhalten lassen. Zum Glück – denn gegen Ende kommen einige Überraschungen und Wendungen. Die Auflösung war für mich nicht vorhersehbar.

Fazit: Ein lesbarer Krimi in einer schönen dramatischen Atmosphäre und vielen Handelnden. Das unvorhersehbare Ende und die vielen Ereignisse machen den Thriller spannend bis zum Schluß. Mitgefiebert habe ich, mitgefühlt nicht. Dafür war mir Erik Donner und ein Teil seiner Kollegen einfach viel zu unsympathisch. Ich bin nicht so recht warm mit ihm geworden.

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