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0 In Allgemein/ Frauenroman/ Limes Verlag

Susanne Hasenstab: Irgendwo zwischen Liebe und Musterhaus

Ein besonders schrilles Cover begrüßt den Leser von „Irgendwo zwischen Liebe und Musterhaus“. Diese Buchgestaltung fällt definitiv ins Auge und lässt schon erahnen, dass hier ein eher seichter und fröhlicher Roman zu erwarten ist. Mein persönlicher Geschmack ist dieses Cover so gar nicht, aber bei Hardcovern kann man es ja so wunderbar abmachen und darunter versteckt sich ein neutrales grünes Layout.

Coverbild Irgendwo zwischen Liebe und Musterhaus.

Susanne Hasenstabs Roman wird aus der Sicht von Katja erzählt, einer jungen Frau, die Germanistik studiert hat und nach einem Praktikum bei einer Gratis-Zeitung – dem Sonntags-Blitz – dort als Redaktionsassistentin in Teilzeit hängen bleibt. Ihr Kollege Herr Böhmann ist reichlich sonderbar, aber irgendwie liebenswürdig und beide verbringen jeden Tag ihre Mittagspause in unterschiedlichen Restaurants oder Imbissen. Hier gehen die absurden Erlebnisse von Katja schon los, die Beschreibungen z. Bsp. des griechischen Restaurants oder des Asiarestaurants kommen einem bekannt vor und sind soo typisch. Die Autorin versteht es, diese Klischees amüsant aufs Korn zu nehmen und man hat sofort ein Bild vor Augen. Die Protagonistin Katja lebt in einer Beziehung mit Jonas, der die gemeinsame Zukunft samt Einfamilienhaus plant. Er studiert Immobilienangebote und besucht Musterhaus-Ausstellungen, die Katja reichlich langweilig findet. Ihre Eltern warten nur auf Enkel und ihre beste Freundin Inga wartet auf Erleuchtung. Alles in allem also der normale Wahnsinn, der hier mit viel Humor porträtiert wird.

Der Leser stolpert gemeinsam mit Katja durch deren planloses Leben und erlebt kuriose Zusammenkünfte. Dabei ist – wie bei solchen Frauenromanen ja meist – das Ende schon früh absehbar und das geheimnisvolle Geschehen auf der Langen Nacht der Musterhäuser ist so offensichtlich, dass ich mich schon fragte, wie dämlich hier die Hauptfigur ist.

Der Roman ist unterhaltsam, hat viele skurrile Typen, deren Beschreibungen sehr lustig sind und die Ereignisse wie die Soirees und die Party bei Inga sind so absurd, dass das Lesen durchaus Spaß macht. Einen großen Anspruch darf man allerdings nicht haben bzw. ein originelles Ende sollte man nicht erwarten. Es ist ein nettes Buch zur Unterhaltung für Zwischendurch mit ein paar kleineren Längen, wo ich zum quer Lesen übergegangen bin.

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0 In Allgemein/ Kochen/ Südwest Verlag

Ultimativ Tasty: Das Original – Über 160 einfach geniale Rezepte

Ein neues Kochbuch ist bereits am Wochenende bei mir eingezogen und ein erster Kochversuch für eine Familienfeier gab es bereits. Tasty ist ein Kochbuch mit 160 Rezepten zum Beeindrucken. Jeder ist sicherlich schon einmal auf Facebook oder Instagram über ein Video von Tasty gestolpert, welches jemand geteilt hat oder kommentiert hat. Meist sind es Kreationen, die nach „viel“ aussehen und beeindrucken, aber mit wenigen Hilfsmitteln und Zutaten erstellt sind. Tasty zeigt in seinen Videos Schritt-für-Schritt-Anleitungen. Im passenden Kochbuch ist dies bei einigen Rezepten ebenfalls der Fall, diese werden über bis zu 3 Seiten mit verschiedenen Arbeitsschritten und Bildern erklärt. Ideal für nicht ganz so Kocherfahrene, die aber auch einmal beeindrucken wollen.

Im Vordergrund steht bei den Rezepten ganz klar Genuss und Optik, weniger der Gesundessen & Diäten-Fokus. Und das ist auch gerade das Gute an diesem Kochbuch – hier werden Gerichte für verschiedene Gelegenheiten, mit vielen verschiedenen Zutaten und origineller Zusammenstellung präsentiert. Es gibt nicht die typische Unterteilung in Vorspeise, Hauptgericht, Dessert etc., sondern es gibt diese drei Teile:

• Grundausstattung, Küchentipps
• „Beeindrucke dich selbst“ mit Fleisch- und Fischgerichten; Vegetarisch, Eierspeisen und Desserts;
• „Beeindrucke deine Freunde“ mit tollen Fingerfood – Rezepten und ganz vielen herzhaften Nachspeisen für Brunch, Dates, Spieltage und Feierabende

Fast alle Rezepte sind bebildert, von einigen Gerichten gibt es mehrere Varianten. Neben den einleitenden Tipps finden sich bei den Rezepten oft noch weiterführende Hinweise. Ebenso haben alle Rezepte ein paar Einleitungssätze, die humorvoll das jeweilige Gericht beschreiben und Serviertipps oder Anlässe für das Essen parat halten. Gerade diese zusätzlichen Texte haben mich für das Buch eingenommen, weil es einfach Spaß macht, im Kochbuch zu lesen und sich inspirieren zu lassen.

Die Mehrzahl der Rezepte ist alltagstauglich, hat „normale“ Zutatenlisten ohne viel Extravaganzen und die Zubereitung ist gut beschrieben. Besonders die „Beeindrucke deine Freunde“-Rubrik hat einige originelle Ideen parat wie man sie von den Tasty Videos kennt.

Im Buch sind einige exklusive Rezepte, die es sonst nicht auf den sozialen Medienkanälen von Tasty gibt. Die generelle Buchoptik und Haptik ist sehr frisch und angenehm, alle Bilder sind farbenfroh und machen Lust auf das Nachkochen. Ich habe tatsächlich zunächst eines der gesünder wirkenden Gerichte getestet mit dem Mediterranen Salat und dem Hühnchen mit 40 Knoblauchzehen, aber für eine Party oder besonderen Abend kann es auch einmal eines der ausgefalleneren, definitiv kalorienreichen Gerichte sein. Angaben zu Nährwerten finden sich bei den Rezepten nicht, aber der gesunde Menschenverstand sagt einem auch so, dass hier nicht unbedingt kalorienarm gekocht wird. Viele Gerichte werden frittiert oder überbacken, die schlanke Linie würde da bei täglichem Kochen nach den Rezepten eher flöten gehen. Die Zielgruppe des Kochbuches ist ganz klar der Hobbykoch oder Kochanfänger, der bei der nächsten Party beeindrucken will, weniger die alltägliche Küche. Nichtsdestotrotz ist dieses Kochbuch eine schöne Ergänzung für das Kochbuchregal: Aufmachung, Rezepteauswahl und nicht zuletzt der Preis sind sehr gut.

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0 In Allgemein/ bassermann/ Kochen

Elise Delprat-Alvares: Die besten einfachsten Rezepte

Kochen mit 3-6 Zutaten.

Das Kochbuch „Die besten einfachsten Rezepte. Kochen mit 3-6 Zutaten“ kommt mit einem grafisch auffälligen Cover daher und verspricht, einfache Rezepte mit wenig Aufwand. Das Buch erschien zuerst in Frankreich und ist auch von einer französischen Autorin. Dies ist jetzt kein Nachteil, aber ein Teil der Rezepte hat einen klaren Fokus auf französische Küche. Es gibt zum Beispiel Rezepte für Tartes, Quiche und Terrinen.

Cover Die besten einfachsten Rezepte.

Das Kochbuch enthält rund 180 Rezepte, die immer grundsätzlich maximal 6 Zutaten erfordern. Lediglich ganz „normale“ Basics wie Salz, Pfeffer, gängige Gewürze, Öl und z. Bsp. Zwiebeln werden als zusätzliche Zutaten angegeben und zählen nicht mit in die 6 Zutaten. Dies ist aber eigentlich kein wirkliches Manko, da solche Zutaten in der Regel in der Küche vorhanden sind. Die benötigen Zutaten für die Rezepte sind durchweg einfache, gängige Dinge. Also nichts, für das man das nächste Spezialitäten-Geschäft aufsuchen muss, sondern ein normaler Supermarkt ausreicht. Dies ist in meinen Augen ein klarer Pluspunkt für dieses Buch.

Unterteilt werden die Rezepte in Häppchen, Vorspeisen, Hauptgerichte und Desserts, wobei Hauptgerichte den Hautpteil ausmachen. Im schlichten, sehr übersichtlichen Designs steht bei jedem Rezept zunächst eine kleine Box voran, die die wichtigesten Informationen enthält:

  1. Die Zeit, die man für die Zubereitung benötigt,
  2. die Zeit, die das Gericht gekocht/in den Ofen muss,
  3. für wieviele Personen das Gericht ist und
  4. eine ungefähre Einschätzung des Budgets
Rezeptvorschlag

Daneben finden sich die Zutaten mit jeweils kleinen Bildchen und Mengen-/Massangaben. In wenigen Schritten werden die Rezepte erläutert. Für mich ausreichend, da ich genug Kocherfahrung habe. Für Kochanfänger vielleicht manches mal zu wenig. Auf der rechten Seite befindet sich dazu passend immer ein Bild des Gerichts. Für mich als definitiv visueller Mensch perfekt. Natürlich sind diese Bilder immer liebevoll arrangiert. Generell besticht dieses Buch sehr durch seine Aufmachung, Design und Haptik. Viele Gerichte sind so ansprechend dargestellt und ungewöhnlich, das man Lust auf das Nachkochen bekommt. Entgegen meiner anfänglichen Befürchtung, dass hier eine Vielzahl an Nudelrezepten mit verschiedenen Soßen zu finden sind (eben einfaches Kochen), variieren die Rezepte sehr und sind originell. Man glaubt an einigen Stellen gar nicht, dass mit so wenigen Zutaten wirklich ein ganzes Essen entstehen kann.

Ein Manko gibt es aber leider, das Buch enthält keine Kalorien oder Fettangaben bei den Gerichten. Grundsätzlich in Ordnung, da es ja um einfaches Kochen geht und nicht um Schlanker werden 🙂 Ich hätte es aber als Orientierung trotzdem gut gefunden.

Fazit: viele verschiedene Rezepte, einfache Zutaten, wunderschöne moderne Gestaltung, übersichtliche Anordnung der Rezepte. Kleine Abstriche für fehlende Nährwertangaben und das Rezeptverzeichnis wäre mit einer Ordnung nach Zutaten brauchbarer. Für den Preis von aktuell 15 Euro für das gebundene Buch mit rund 380 Seiten auf jeden Fall aber top und auch ein schönes Geschenk.

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0 In Allgemein/ btb/ Thriller

Melanie Raabe: Der Schatten

„Am 11. Februar wirst du am Prater einen Mann namens Arthur Grimm töten. Aus freien Stücken. Und mit gutem Grund.“ Mit diesen Sätzen begegnet der Journalistin Norah eine alte Bettlerin in ihrer neuen Wahlheimat Wien. Norah kennt keinen Mann dieses Namens, aber das Datum ist ihr sehr wohl bekannt, da an diesem Tag vor vielen Jahren bereits etwas schreckliches geschah. Sie versucht, die Aussage zu ignorieren, was nur mäßig gelingt, denn ein Mann namens Arthur Grimm taucht in ihrem Leben auf. Ein Wettlauf beginnt…Norah versucht herauszufinden, was damals am 11. Februar geschah und warum sie Arthur Grimm töten sollte.

Cover Melanie Raabe: Der Schatten

Zu allererst stellte ich mir nach dem Lesen die Frage: Wieso war das mein erstes Buch von Melanie Raabe? Ich habe da ganz klar jemanden verpasst und muss nachträglich noch alle alten Bücher lesen. „Der Schatten“ ist ein super spannender und fesselnder Thriller mit einer Klasse Auflösung. Endlich mal nicht von der Stange. Melanie Raabe hat eine sehr gute Sprache und viele Beschreibungen machen das Geschehen lebendig. Der Schluß ist auf jeden Fall überraschend bzw. nicht so, wie man es erwartet, nachdem man doch schon einen klaren Verdacht hat, wer hinter all dem stecken könnte.

Einziger Kritikpunkt: Norah war mir manches mal zu mutig. Viele andere wären in den Situationen das nicht, aber das gehört vielleicht auch zum Journalist sein dazu: neugierig genug zu sein und der Gefahr ins Auge zu sehen. Mir war es trotzdem ein wenig zu viel „aufgetragen“.

Ich kann diesen Thriller nur empfehlen, er kommt mit wenig Blut/ Gewalt aus, dafür aber mit raffiniert kontruierter Story und Spannung.

 

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0 In Allgemein/ HarperCollins/ Kriminalroman

Gabriella Ullberg Westin: Der Schmetterling

Ausgerechnet an Heiligabend wird Kriminalinspektor Johan Rokka zu seinem ersten Tatort gerufen. Er ist gerade erst in seinen Heimatort zurückgekehrt, aus dem er weg gegangen war, als seine große Liebe Fanny dort vor 20 Jahren spurlos verschwand. Er will diesen alten Fall nochmal nachgehen, aber muss sich zunächst einem aktuellen Mordfall widmen: Eine Frau wurde brutal mit mehreren Schüssen hingerichtet. Der Fall sorgt für Aufsehen, denn ihr Mann ist der berühmte Fußballspieler Måns Sandin. War sie das Ziel, oder wollte sich jemand an ihrem Mann rächen? Und wenn ja, warum?

Gabriella Ullberg Westin: Der Schmetterling. Buchvover.

Ein Mörder in Weihnachtsmannkostüm – ich fand, dass war ein perfekter Krimi für die Weihnachtszeit. Vor allem der Anfang ist sehr spannend gemacht ebenso wie die Auflösung am Ende. Leider verliert sich der Roman dazwischen sehr in Details, vielen Figuren und Verdächtigen sowie Nebenhandlungen. Dies macht das Lesen etwas langatmig.

Das Ermittlerteam besteht aus Johan Rokka, ein sehr von sich eingenommener Kommissar, der jede Frau erstmal taxiert; Pelle Almen, der als guter und netter Polizist fungiert und Janna, die Frau im Team, welche verschiedene Alleingänge wagt. Ein gutes zusammenarbeitendes Team sieht irgendwie anders aus. Einige Ermittlungsansätze sind zudem unrealistisch. Die Nebenermittlung zum alten Fall und die vielen handelnden Personen machen das Buch sehr langatmig und unübersichtlich. Die Idee, Schreibstil und der aktuelle Fall sind gut lesbar – wenn man von den Längen etwas absieht und einige Stellen überfliegt – dann ist „Der Schmetterling“ durchaus ein guter Schwedenkrimi (mit etwas Luft nach oben).

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0 In Allgemein/ Aufbau Verlag/ Kriminalroman

Carola Dunn: Miss Daisy und der Mord unter dem Mistelzweig

Wie an Titel und Cover unschwer zu erkennen, spielt dieser Kriminalroman um die Weihnachtszeit. Die Familie trifft zusammen und ein Mord geschieht – quasi eine schon fast klassische Geschichte, die aber immer in ihrer Ausführung anders und spannend sein kann. Carola Dunns „Miss Daisy und der Mord unter dem Mistelzweig“ ist nicht unbedingt wahnsinnig originell, aber durchaus spannend und unterhaltsam geschrieben.

Miss Daisy und der Mord unter dem Mistelzweig. Coverbild.

Daisy Dalrymple ist die Hauptperson und Ehefrau vin Alec Fletcher, der seines Zeichens beim Scotland Yard arbeitet. Beide verbringen die Weihnachtstage mit ihrer Familie bei Verwandten. Um das prächtige Anwesen in Cornwall ranken sich alte Geistergeschichten, ein Teil des Hauses ist nur noch wirklich bewohnbar. Es zieht ein Wintersturm auf und die Atmosphäre im eingeschneiten Gutshaus ist angespannt, denn schon bald kommen gut gehütete Familiengeheimnisse zum Vorschein. Und eines Morgens liegt im Schnee eine Leiche.

Daisy fängt sofort an, herum zuschnüffeln und zu belauschen, um dem Mörder und dem Mordmotiv auf die Spur zu kommen. Ihr Mann – von dem Anfangs niemand weiß, dass er beim Scotland Yard ist – ermittelt ebenso inkognito. Alte Familiengeschichten werden Stück für Stück ausgebreitet. Alles in allem eine ganz nette Unterhaltung bei Wind und Wetter und einer guter Tasse Tee. Mich hat Daisy ein klein wenig genervt mit ihrer Ehefrau-Rolle („Darling“…) , andererseits ist der Schreibstil und Spannungsbogen aber durchaus gut. Auf den Mörder kommt man auch nicht so schnell bzw. ist überrascht. Auf jeden Fall eine gute, kurzweilige Unterhaltung, die ohne großes Blutvergießen / Brutalität auskommt.

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0 In Allgemein/ Bastei Lübbe/ Baumhaus Verlag/ Carlsen/ Dumont/ Kinder/ Klett-Cotta/ Luchterhand/ Roman/ Thienemann-Esslinger Verlag

Weihnachtswunschliste – Buchempfehlungen

Gerade noch kurz vor knapp, möchte ich Euch doch noch meine Weihnachtswunschliste zeigen – natürlich nur den Teil mit den Büchern.
Ich habe mir dieses Jahr einen Gutschein vom großen A extra aufgehoben, um mir meine Wunschbücher zu Weihnachten zu bestellen. Nicht,
dass mir niemand welche schenken würde, aber sicher ist doch schließlich sicher! Und wann, wenn nicht an und nach Weihnachten hat man mal Zeit,
sich in einem oder zwei Büchern zu verlieren.

Zudem gibt es noch einige Bücher, deren Rezension ich leider immer noch nicht fertig habe, die ich euch aber sehr gern empfehlen möchte.
Und für den einen oder anderen, dem die Tipps zu spät für Weihnachten kommen – es gibt ja hoffentlich einen Büchergutschein unter dem Tännchen!

Meine Topliste für Romane:

Delphin de Vigan: Loyalitäten

Eine Geschichte über 2 Schüler, die ein Geheimnis verbindet. Theo, einer der Schüler, lebt abwechselnd bei seinen beiden Elternteilen und man mag ihn fast als ein typisches Scheidungskind bezeichnen, welches zwischen den Stühlen sitzt.

Gemeinsam mit Freund Mathis findet er einen Weg, seinen Frust zu kompensieren. Mathis Mutter und die Lehrerin der beiden werden aber auf die besorgniserregende Veränderung des Verhaltens der beiden Jungen aufmerksam und mischen sich ein. – Eine berührende Geschichte, die bewegt und bei der viel Tragik vorkommt. Fast zu viel. Man hofft auf ein gutes Ende und fliegt nur so durch die Zeilen. Nicht nur für engagierte Eltern und Lehrerinnen ein schönes Buch.

Juli Zeh: Neujahr

Juli Zeh: Neujahr.

Ein Buch aus einer recht ungewohnten Sicht – man erlebt die Gedankengedänke von Henning, der am Neujahrsmorgen eine Radtour in Lanzarote macht. Ungewöhnlich ist tatsächlich die komplett männliche Sicht – das gibt es nicht allzu oft in Romanen, macht aber diesen zu etwas besonderem.

Man folgt Henning nicht nur durch die Qualen der Radtour hinauf auf diesen Berg, sondern auch zu seinen Qualen im Leben. Was ihn beschäftigt, wie er sein Leben mit den zwei kleinen Kindern und der besser verdienenden Ehefrau erlebt. Welche Zugeständnisse er macht, welche er gern nicht mehr möchte und über allem schwebt eine unheilvolle Geschichte aus der Kindheit, der er sich Stück für Stück nähert. – Sehr spannend geschrieben, ungewöhnliche Perspektive und jeder, der Kinder hat, kennt den einen oder anderen Gedanken sehr gut. Juli Zeh ist mit diesem kleinen Roman wieder eine interessante Gesellschaftsstudie gelungen.

Andreas Eschbach: NSA. Nationales Sicherheits-Amt

Andreas Eschbach: NSA.

Was wäre, wenn es im Deutschen Reich in Weimar 1942 schon Computer gegeben hätte, das Internet, Mobiltelefone und soziale Medien? Sowie geleichzeitig die totale Überwachung derselbigen? Fakten und Fiktionen vereint Andreas Eschbach rund um das fiktive Nationale Sicherheits-Amt. Ich habe es noch nicht gelesen, finde die Idee aber grandios und bin gespannt, wie der Autor es glaubhaft verbindet und v.a. was die Sammelwut an Daten anrichten wird.

Christian Torkler: Der Platz an der Sonne.

Christian Torkler: Platz an der Sonne.

Und noch eine Utopie / Vision, die so nicht existiert, aber existieren könnte: in Berlin 1978 (gutes Jahr 😉 ) liegt die Hauptstadt in Trümmern, Kinder klauen Kohlen und die Politik wird durch Halunken dominiert. Afrika ist die beherrschende Weltmacht und die Europäer versuchen, dorthin zu fliehen. Also alles einmal komplett umgedreht zu dem eigentlichen Status quo. Mich hat vor allem die Vormacht von Afrika an dieser Geschichte interessiert, weil ich tatsächlich davon ausgehe, dass vieles eher Zufall in der Geschichte ist und alles ganz anders verlaufen hätte können. Ob Torkler die Utopie gelungen ist, werde ich natürlich berichten!

Meine Topliste Kinderbücher / Jugendbücher:

Marc-Uwe Kling: Der Tag an dem die Oma das Internet kaputt gemacht hat.

Marc-Uwe Kling: Der Tag, an dem die Oma das Internet kaputt gemacht hat.

Ein kleines, humorvolles Buch für Kinder ab 6 Jahre. Zum Selberlesen oder bei kleineren Kindern auch Vorlesen gut geeignet. Viele gelungene Illustrationen von Astrid Henn, die das Buch kurzweilig machen und den Text gut rüberbringen. Die Idee vom Buch ist ganz einfach: das Internet ist kaputt und auf einmal hat die ganze Familie Zeit und kann nichts anders tun, als gemeinsam klassisch etwas zu spielen. Die ganze Zeit wird dabei vehemment behauptet, dass Oma das Internet auf der ganzen Welt kaputt gemacht hat. Dies ist natürlich ein wenig weit hergeholt und ich musste an dem Punkt tief durchatmen. Zumal ich das Hinstellen von Omas als „etwas dämlich“ tatsächlich als größten Kritikpunkt an diesem Buch sehe. Generell ist es eine schöne kurze Geschichte, die viele kleine Schmunzler hervorbringt und die Kindern gefällt. (Das sollte ja die Hauptsache sein…)

Jeff Kinney: Gregs Tagebuch 13 – Eiskalt erwischt!

Jeff Kinnley: Gregs Tagebuch 13.

Das Buch kann bei einer Jungsmama nicht auf der Liste fehlen. Wir haben natürlich Band 1-12 schon durch und sehnsüchtig auf Band 13 gewartet. Gelesen werden die Bände vom Kind selbst, auch gern mehrfach. Hier überzeugt eben die Mischung aus Blödsinn, kurzem Absätzen / Kapiteln und unterhaltsamen, humorvollem Schreibstil. Ob man die Dummheiten, die Greg so anstellt, nun mag oder nicht, ich fürchte, man kommt derzeit an Band 13 nicht vorbei, wenn man strahlende Kinderaugen haben möchte. Und immerhin liest das Kind dann freiwillig!

Davide Morosinotto: Mississppi Bande. Wie wir mit drei Dollar reich wurden

Ein wenig erinnert einen die Aufmachung dieses Buches an den guten alten Huckleberry Finn und seine Geschichte. Hier haben wir es mit einer vierer Bande zu tun, die ein Abenteuer in Luisiana erleben. Ein zwar nur mit schwarz/weiss Bildern illistriertes Buch, welches aber allein durch die Bilder schon einen ganz eigenen Charme versprüht und Lust aufs Lesen macht.

Davide Morosinotto: Verloren in Eis und Schnee

Noch ein Buch desselben Autors und ebenfalls aus dem Thiemann Verlag. Das ist eigentlich nur Zufall oder vielleicht doch Absicht – da auch hier die Aufmachung wieder eine ganz besondere ist. In der unglaublichen Geschichte er Geschwister Danilows spielt in der Zeit der Belagerung Leningrads und die beiden Geschwister Viktor und Nadja werden im überfüllten Bahnhof auseinandergerissen. In Tagebuchform schildern beide, was Ihnen geschieht und wie sie sich suchen. Eine sehr ernste, tragische Geschichte für definitiv schon größere Kinder bzw. Jugendliche.

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0 In Allgemein/ Kriminalroman/ Mosaik Verlag/ Sachbuch

Veikko Bartel: Mörderinnen. Fälle aus der Praxis eines Strafverteidigers

Eine Mischung aus Kriminalroman und Sachbuch ist das Buch von Veikko Bartel über Fälle aus seiner Praxis als Strafverteidigers. Bartel nimmt den Leser dabei mit zu vier Fällen aus seiner Tätigkeit in der Verteidigung und alle Täter sind dabei Frauen. Dieses 4 Frauen haben unterschiedliche Motive für ihre Taten und letztlich auch sehr unterschiedlich gemordet. Bartel vermag es, ohne viel juristisches Beiwerk auszukommen. Man erfährt nur die wirklich notwendigen Fakten über das Gerichtsverfahren und die Vernehmung der Täterinnen. Vielmehr stehen die Zeit vor der Tat, der eigentliche Mord und das Verhalten der Mörderinnen im Mittelpunkt. Es ist ein sehr angenehm und recht schnell zu lesendes Buch.

Lediglich ein Fall geht einem doch sehr ans empfindliche Gemüt, wobei er hier eingehend erwähnt, dass einzelne Stellen schon abgeschwächt sind. Veikko Bartel vermag es, die Schicksale und Menschen gut darzustellen. Die Gründe, warum eine Frau zu einer Mörderin wird, sind absolut nachvollziehbar von ihm erzählt. Ein wunderbares kleines Büchlein für alle, die mal der Realität etwas mehr ins Auge blicken möchten.

Danke an den Mosaik Verlag / Randomhouse für das Rezenzionsexemplar.

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0 In Allgemein/ Diogenes/ Thriller

Dennis Lehane: Der Abgrund in dir

Es startet mit einem Paukenschlag: Rachel erschießt ihren Ehemann. Bloß warum? Es geht weiter mit einem Rückblick auf ihr Leben, welches sehr geprägt war von ihrer Psychologen-Mutter, dem Nicht-Kennenlernen ihres Vaters und ihrer angehenden, aufstrebenden Reporter-Karriere. Stück für Stück kommt der Leser dem Geheimnis um ihren Ehemann näher und der Grund für das Erschießen selbigen erscheint immer logischer.

Dennis Lehane ist mit „Der Abgrund in dir“ ein super spannender Thriller gelungen. Es gibt viele Überraschungen und Wendungen. Immer, wenn Rachel scheinbar am Ziel ist, geschieht wieder etwas – manchmal – Unfassbares. Man kann dieses Buch kaum aus der Hand legen, ich habe es regelrecht verschlungen. Dabei ist es eine Mischung aus Familienroman / Lebensgeschichte, ein wenig Frauenroman und entwickelt sich dann erst schrittweise zum Thriller. Rachel selbst tat mir manches mal leid, anderseits erstaunte mich ihr mitunter sehr cooles Handeln. Für mich etwas ungewohnt, war der sehr souveräne Umgang mit Waffen von ihr, allerdings erklärt es sich insoweit, dass sie als Reporterin lange für eine Recherche im Bereich der Waffenlobby zu tun hatte und dabei auch Schießen lernte.

Ein wirklich clever konstruierter Thriller, der einem so manches Mal auf die falsche Spur schickt und erst am Ende wird klar, wieso alle Puzzleteile wie die Suche nach dem Vater, die Karriere als Reporterin etc. anfangs Raum einnehmen. Das Ende ist nicht vorhersehbar und hat mir sehr gut gefallen. Ein unbedingt zu empfehlendes Buch für Thrillerliebhaber.

Danke für Rezensionsexemplar von der litblog-Convention an Diogenes.

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0 In Allgemein/ blanvalet Verlag/ Thriller

Mark Hill: Ich räche dich

Tatia bzw. Sarah bricht mit ihrem Freund in Häuser ein, deren Bewohner im Urlaub sind. Sie bedienen sich dort an den Lebensmitteln und Kosmetik und genießen das luxuriöse Leben. Vor den Einbrüchen beobachtet ihr Freund die Häuser, um sicher zu gehen, dass die Besitzer wirklich im Urlaub sind. Eines Tages werden sie hingegen überrascht und in ihrer Ausweglosigkeit ermorden sie die Besitzer. Weitere Einbrüche gehen schief und es gibt immer neue Tote. Schritt für Schritt ahnt Tatia, dass die ausgesuchten Häuser eventuell absichtlich nicht leer sind…

Dem Leser ist recht schnell klar, wer hier die Mordserie bei den Einbrüchen zu verantworten hat, nur das Motiv ist eher unklar. Man kann als Leser schön die Polizeiarbeit von außen beobachten – man weiß ja schon, wer gesucht wird. Trotzdem ist es spannend, wie Detective Ray Drake und sein Team nach und nach die Verbindung zwischen den Ermordeten herstellt. Gleichzeitig fragt man sich auch nach den Hintergründen und den Geschehnissen in der Kindheit von Tatia bzw. Sarah. Diese wurde als Kind adoptiert, aber vor allem ihre Adoptivschwester Poppy war sehr eifersüchtig auf sie. Als eines Tages der jüngste Sohn bei einem Unfall ums Leben kommt, wird Tatia beschuldigt und zurück ins Waisenhaus geschickt. Später kehrt sie in die für sie heile Welt zurück und hat Kontakt zu ihrem Adoptivbruder Joel.

Die Geschehnisse rund um den Tod des Bruders werden stückchenweise beleuchtet und erklären das Verhalten nicht nur von Tatia sondern auch das der Geschwister  Joel und Poppy. Alles führt zielgerichtet auf einen Höhepunkt und die Auflösung hinter allem zu. Parallel dazu hat auch Detective Ray Drake Geheimnisse in der Vergangenheit und panische Angst, dass diese entlarvt werden. Dies nimmt Raum im Roman ein, trägt aber zu der eigentlichen Story nichts bei. Mich haben diese Geheimnisse und sein Verhalten daher eher genervt. Vielleicht fehlt mir hier der erste Teil zum Verständnis.

Der Thriller ist trotz des anfänglichen recht klaren Verdachtes, wer der Täter der Mordserie ist, sehr spannend für den Leser. Insbesondere der Tod des Bruders in der Kindheit wird gegen Ende spektakulär aufgelöst und hat mich sprachlos gemacht. Ebenso die Brutalität der Morde war schockierend. Insgesamt hat dieser Thriller alles, was er benötigt, um ein spannendes Leseabenteuer zu geben. Klare Empfehlung 🙂

Vielen Dank für das Leseexemplar aus der #hellosunshine Aktion vom Blanvalet Verlag.

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