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0 In Allgemein/ C. Bertelsmann/ Thriller

Amy Gentry: Wie du mir so ich dir

StandUp Komikerin Dana lernt nach einem Auftritt Amanda kennen. Die beiden Frauen verstehen sich sofort und freunden sich zunächst lose an. Schnell wird klar, dass beide schlechte Erfahrungen mit Männern gemacht haben und jede Menge Wut und Hass in Ihnen brodelt. Amanda macht den Vorschlag, Rach zu üben – und zwar am jeweils anderen Peiniger – sozusagen über Kreuz. Beide haben eine Liste mit Namen und ein mörderisches Spiel beginnt.

Amy Gentry: Wie du mir Cover

Der Thriller lebt nicht nur von der Spannung, ob die Rache gelingt, sondern vor allem von der Figur Amandas. Sie taucht scheinbar zufällig auf und doch scheint sie viel mehr zu wissen und Dana genauer zu kennen, als diese es ahnt. Als Leser wundert man sich schon recht früh, wieso Dana so blind Amanda vertraut und sich in das „Spiel“ hineinziehen lässt. Irgendetwas stimmt mit Amanda nicht und Stück für Stück kommt man dem Geheimnis näher.

Mir war schon ab 2/3 des Buches klar, wer der wahre Böse in der Runde ist und ich wollte vor allem Dana so einige Male schütteln. Der Plot ist aber gut durchdacht und hat vor allem gegen Ende einige Wendungen, die den Thriller verdammt spannend machen. Schön auch, dass es mit einem längeren Epilog endet, welcher die Geschehnisse ein Jahr später beschreibt. Hier holt die Handelnden nochmal die Vergangenheit ein, so dass man das Gefühl hat, das Grauen endet ja nie. Dies verleiht dem Buch ein schönes, rundes Ende.

Sympathisch war mir keiner der Hauptpersonen so richtig. Männer werden durchweg als fies und gemein und nur auf Mißbrauch von Frauen aus, dargestellt. Eine sehr einseitige Sichtweise. Frauen sind klischeehaft blond und naiv. Selbst Dana verstellt sich für ihre Bühnenshow als blondes Dummchen. Also jede Menge Klischeealarm!

Trotzdem kann ich das Buch empfehlen, da der Spannungsbogen vor allem gegen Ende echt Klasse genmacht ist. Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen und das macht ja schließlich einen guten Thriller aus.

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0 In Allgemein/ Fischer Taschenbuch/ Roman

Neal & Jarrod Shusterman: Dry

„Dry“ handelt von der 16-jährigen Alyssa, ihrem Bruder Garret, deren Nachbar Kelton und der rebellischen Außenseiterin Jacqui. Alle erleben in Kalifornien den „Tap Out“ – eine gewaltige Dürreperiode an deren Höhepunkt in ganz Kalifornien das Wasser abgedreht wird. Eines Tages kommt beim Aufdrehen des Wasserhahns einfach kein Wasser heraus und es ist kein techischer Defekt. Ein wahrer Alptraum! Der Wettlauf um Leben und Tod und vor allem um das restliche Wasser entbrennt.

Shusterman: Dry. Cover

Eine Dystopie und doch so nah am Leben. „Dry“ ist ein unfassbar gutes und aktuelles Buch. Beim Lesen bekommt man so ein Grauen und Angst, das dies nicht nur eine düstere Zukunftsvision ist, sondern genau so geschehen kann. Gesellschaftskritisch beschreiben die Autoren – Vater & Sohn – in diesem Jugendbuch die Auswirkungen von Klimawandel und zeichnen ein vorstellbares Szenario.

Man kann nicht mehr aufhören zu lesen, man fiebert mit Alyssa und deren Schicksalsgemeinschaft mit, ob die Rettung und das Überleben gelingt. Ein wenig nervt die Altklugheit von den Jugendlichen, aber die Ideen zur Wasserbeschaffung sind durchaus interessant. Ein bewegendes Buch mit viel Nachgang. Schnell gelesen, aber nicht schnell aus dem Kopf zu bekommen, da die Dystopie zu schnell Realität werden könnte. Lesen!

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1 In Allgemein/ Piper/ Roman

Tabea König: Hurentochter – Die Distel von Glasgow: Historischer Roman

Tabea Königs Roman „Hurentochter – Die Diestel von Glasgow“ ist Auftakt einer Triologie spielend im viktorianischen Zeitalter. Der historische Roman ist dabei aber in sich abgeschlossen.

Tabea Koenig: Hurentochter Cover

Im Jahre 1876 in Glasgow möchte Emily an der Seite von Liam und ihrer Freundin Christine ein respektables Leben beginnen, fern vom blühenden Laster des Bordells, in welchem sie als Spross einer Hure aufwächst. Doch dann wird ihre Mutter ermordet und Emilys Leben auf eine harte Probe gestellt. Um den Schuldigen am Mord ihrer Mutter zu überführen, muss sie zuerst ihren Namen reinwaschen. Allerdings landete ihre Mutter einst verletzt und ohne Gedächtnis in Glasgow und verdingte sich als Hure. Emily kennt ihren wahren Namen nicht und begibt sich mit Liam auf die Suche nach ihrer Vergangenheit.

Detailreich und anschaulich wird das Aufwachsen von Emily im Bordell beschrieben. Ihre Suche nach ihren Wurzeln verfolgt der Leser gespannt und man fragt sich, ob sie letztlich zu ihrem Recht & wahren Namen kommen wird. Dramatisch ist das Buch allenfalls in Liebesdingen, sonst eher ein netter historischer Roman zum Zeitvertreib. Gut durchdacht, etwas fantasievoll – aber dafür ist es ja auch eine erfundene Geschichte. Insgesamt ein solider Roman und guter Auftakt der Triologie.

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0 In Allgemein/ Kriminalroman

Belinda Pollard: Verschollen in der Poison Bay

Belinda Pollard: Verschollen in der Poison Bay. Cover

8 ehemalige Schulkameraden begeben sich auf einen Abenteuertrip durch die Wildnis in Neuseeland. Bryan, der dort lebt, hat alle eingeladen und stellt allen die Ausrüstung. Warum er dies wohl tut und was die Ausrüstungen unterscheidet, wird auf dem Trip so langsam jedem klar. Vergangene Ereignisse holen die heute Erwachsenen rund um Fernsehreporterin Callie Brown ein.

Die Geschichte hält viele verschiedene Wendungen bereit, lässt einen in die Natur von Neuseeland eintauchen und unterhält spannend. Es ist flüssig geschrieben, sicherlich von der Grundidee nicht vollkommen neu, aber ich mag diese Geschichten, in denen scheinbar jeder etwas zu verbergen hat und es Stück für Stück ans Tageslicht kommt. Solide geschrieben, mit packendem Ende – garantiert schöne, unterhaltsame Lesestunden.

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0 In Allgemein/ Thriller/ ullstein Verlag

Camilla Läckberg: Golden Cage. Trau ihm nicht. Trau niemandem

Mein zweites Buch von Camilla Läckberg und gleichzeit der erste Thriller von ihr. Da mich bereits die „Eishexe“ begeistert hat, war ich sehr gespannt auf dieses Buch, zumal die Story interessant klang:

Golden Cage cover

„Faye und Jack sind das absolute Traumpaar. Sie haben das erfolgreichste Unternehmen Stockholms aufgebaut, wohnen in einem luxuriösen Apartment und sind umgeben von den Reichen und Schönen. Die gemeinsame Tochter Julienne ist die Krönung ihres Glücks.

Doch der Schein trügt. Fayes Leben dreht sich nur noch um den verzweifelten Versuch, Jack zu gefallen. Seine Verachtung ist in jeder seiner Gesten spürbar. Was verbirgt ihr einst liebevoller Mann vor ihr? Als Jack und Julienne von einem Bootstrip nicht zurückkehren und die Polizei eine Blutlache im Apartment entdeckt, fällt der Verdacht schnell auf Jack. Hat er seine eigene Tochter ermordet? Nichts in Fayes Leben ist mehr so, wie sie es kannte …“ (Klappentext)

Leider hat mich der Thriller nicht ganz so gepackt, wie es sein sollte. Bereits nach gut einem Drittel des Buches schwante mir, wie die Geschichte verlaufen wird und die letztliche Auflösung war keine große Überraschung. Nach der Trennung von Faye und Jack lief mir alles etwas zu glatt und schön für Faye. Sie baut ein Unternehmen erfolgreich auf mit einem Produkt, dass es so schon zig mal gibt. Es ist einfach eine völlig unglaubliche und herangezogene Geschichte. Hier hätte man sicher etwas Glaubwürdigeres finden können. Die Idee hinter dem allem und natürlich der Rachegedanke an sich, ist gut durchdacht. Für mich war das ganze aber eher ein Roman, für einen Thriller hat eindeutig etwas mehr Spannung gefehlt. Alerdings hofft man natürlich bis zuletzt, das die Rache erfolgreich sein wird, da vor allem der Psychoterror von Jack bestraft gehört. Trotz Vorhersehbarkeit hat die Autorin die Story gut umgesetzt und man bleibt bis zum Schluß dabei, gespannt auf die Auflösung.

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0 In Allgemein/ Bastei Lübbe/ Kriminalroman

Patricia Walter: Tote Asche

Untertitel: Traue niemandem – schon gar nicht dir selbst!

Tote Asche - Cover

Kurzzusammenfassung: Kira Roth ist entsetzt, als sie in ihrer Wohnung die ausgegrabene Urne mit der Asche ihrer kürzlich verstorbenen Mutter findet. Daneben ein Zettel mit der Aufschrift: „Sie war nicht deine Mutter. Und du verdienst es nicht zu leben!“ Doch Kiras Albtraum fängt erst an. Auf dem Friedhof entdeckt sie ein frisch ausgehobenes Grab – auf dem Kreuz stehen ihr Name und ein Todesdatum: in fünf Tagen. Ein perfider Countdown beginnt. Kira macht sich auf die Suche nach ihrer Herkunft und stößt dabei auf ein schreckliches Geheimnis …

Kira Roth hat zu Recht das Gefühl, in den Wahnsinn getrieben zu werden. Alle Ereignisse werden aus ihrer Sicht beschrieben – wie die Asche ihrer Mutter in ihrer Wohnung oder ein roter Luftballon an ihrem Auto. Kurz danach, wenn sie jemanden als Zeugen holt oder die Polizei ruft, ist alles weg. Sie und der Leser fragen sich, bildet sie sich das alles ein oder passiert dies wirklich. Der Leser erfährt zudem, das Kira Roth schon einmal in ihrer Jugend große Probleme mit ihrer Psyche hatte und in Behandlung war. Die Frage, was ist wahr und was nicht, beschäftigt einen auf spannende Art und Weise. In einem flüssigen Schreibstil vermag Patricia Walter den Leser in die Geschehnisse hineinzuziehen.

Kira hat viele Personen um sich herum, aber wem kann sie trauen und wem nicht? Ihrem Bruder Ben, ihrem Freund Felix, ihrer besten Freundin Sarah, ihrem Kollegen Jonas, ihrer neuen, netten Nachbarin oder dem Pfleger ihrer Mutter Manuel…Kurzzeitig hat man gefühlt jeden in Verdacht und es kommt quasi wie es kommen muss: Kira vertraut dem Falschen.

Der Kriminalroman ist spannend bis zum Schluss und hat eine gute, logisch nachvollziehbare Auflösung und sowie Motiv. Es ist eine kurzweilige Unterhaltung und ein Roman so richtig zum Mitfiebern mit der Hauptperson. Lesenswert!

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0 In Allgemein/ Aufbau Verlag/ Roman

Ronald H. Balson: Hannah und Ihre Brüder

Der Roman „Hannah und Ihre Brüder“ zieht einen schon von Beginn an voll in seinen Bann. Es startet mit einem Ereignis, von dem man als Leser erstmal irrtiert ist und nicht so recht weiß, was man davon halten soll:

Bei einer Operngala wird ein angesehener jüdischer Bürger Chicagos vom hochbetagten Ben Solomon bedroht und beschuldigt, ein SS-Offizier zu sein.

Hannah und ihre Brüder-Coverbild

Elliot Rosenzweig ist entrüstet ob dieser Behauptung und weist alles von sich. Ben Solomon wird zunächst festgenommen, die Anklage aber auf Wunsch von Rosenzweig wieder fallengelassen. Bereits jetzt beschleicht einem der Zweifel, ob an der Geschichte nicht doch etwas dran sein könnte und Elliot Rosenzweig doch ein untergetauchter SS-Offizier sein könnte.

Ben engagiert die Anwältin Catherine Lockhart und ihren Ermittler Liam Taggart. Bei ihrer Recherche stoßen Catherine und Liam auf das Schicksal dreier Kinder im kriegszerrütteten Polen, die wie Geschwister aufwachsen und einander als Feinde wiederbegegnen. Einer dieser „Brüder“ war Otto Piontek, von dem Ben nun behauptet, als Elliot Rosenzweig in Chicago zu leben.

Den Großteil des Romans nimmt die Lebens- und Familiengeschichte von Ben ein. Er betont immer wieder, dass es wichtig ist, alle kleineren Details zu kennen. An einigen Stellen wird der Roman daher etwas langatmig, weil man – genauso wie die Anwältin Catherine – möchte, dass er endlich auf den Punkt kommt und Beweise für seine These vorlegt. Andererseits macht gerade dieser Teil der genauen Beschreibung der Vorkriegs- und dann Nazizeit dieses Buch so lesenswert. Ronald H. Balson vermag es, die Geschichte Bens tiefgründig, spannend und gefühlvoll zu erzählen. Die Sympathie vom Leser gilt auch recht schnell Ben, denn Elliot Rosenzweig tut alles, damit man ihn unmöglich findet.

Einzig die Randgeschichte um die Anwältin und ihren Ermittler hat mich so richtig genervt. Sie war für mich einfach deplaziert und Füllmittel. Mir persönlich hätte die reine Geschichte um Ben & Elliot sowie der am Ende stattfindende Prozess völlig gereicht.

Ich habe dieses Buch fast in einem Rutsch durchgelesen. Es ist spannend geschrieben und man taucht komplett in die Zeit im 2. Weltkrieg ein. Man fühlt und leidet mit Ben und seiner Freundin Hannah mit, letztlich hofft man auf ein gutes Ende für alle.

Der Roman hat im Original den Titel „Once we were brothers“ – diesen finde ich weitaus treffender. Ich habe mich lange gefragt, wieso dieses Buch „Hannah und ihre Brüder“ im Deutschen heißt. Ich habe es tatsächlich bis zum Schluß nicht wirklich beantworten können.

Danke an netgalley & Aufbau Verlag für das Rezensionsexemplar.

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0 In Allgemein/ Frauenroman/ Limes Verlag

Susanne Hasenstab: Irgendwo zwischen Liebe und Musterhaus

Ein besonders schrilles Cover begrüßt den Leser von „Irgendwo zwischen Liebe und Musterhaus“. Diese Buchgestaltung fällt definitiv ins Auge und lässt schon erahnen, dass hier ein eher seichter und fröhlicher Roman zu erwarten ist. Mein persönlicher Geschmack ist dieses Cover so gar nicht, aber bei Hardcovern kann man es ja so wunderbar abmachen und darunter versteckt sich ein neutrales grünes Layout.

Coverbild Irgendwo zwischen Liebe und Musterhaus.

Susanne Hasenstabs Roman wird aus der Sicht von Katja erzählt, einer jungen Frau, die Germanistik studiert hat und nach einem Praktikum bei einer Gratis-Zeitung – dem Sonntags-Blitz – dort als Redaktionsassistentin in Teilzeit hängen bleibt. Ihr Kollege Herr Böhmann ist reichlich sonderbar, aber irgendwie liebenswürdig und beide verbringen jeden Tag ihre Mittagspause in unterschiedlichen Restaurants oder Imbissen. Hier gehen die absurden Erlebnisse von Katja schon los, die Beschreibungen z. Bsp. des griechischen Restaurants oder des Asiarestaurants kommen einem bekannt vor und sind soo typisch. Die Autorin versteht es, diese Klischees amüsant aufs Korn zu nehmen und man hat sofort ein Bild vor Augen. Die Protagonistin Katja lebt in einer Beziehung mit Jonas, der die gemeinsame Zukunft samt Einfamilienhaus plant. Er studiert Immobilienangebote und besucht Musterhaus-Ausstellungen, die Katja reichlich langweilig findet. Ihre Eltern warten nur auf Enkel und ihre beste Freundin Inga wartet auf Erleuchtung. Alles in allem also der normale Wahnsinn, der hier mit viel Humor porträtiert wird.

Der Leser stolpert gemeinsam mit Katja durch deren planloses Leben und erlebt kuriose Zusammenkünfte. Dabei ist – wie bei solchen Frauenromanen ja meist – das Ende schon früh absehbar und das geheimnisvolle Geschehen auf der Langen Nacht der Musterhäuser ist so offensichtlich, dass ich mich schon fragte, wie dämlich hier die Hauptfigur ist.

Der Roman ist unterhaltsam, hat viele skurrile Typen, deren Beschreibungen sehr lustig sind und die Ereignisse wie die Soirees und die Party bei Inga sind so absurd, dass das Lesen durchaus Spaß macht. Einen großen Anspruch darf man allerdings nicht haben bzw. ein originelles Ende sollte man nicht erwarten. Es ist ein nettes Buch zur Unterhaltung für Zwischendurch mit ein paar kleineren Längen, wo ich zum quer Lesen übergegangen bin.

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0 In Allgemein/ Kochen/ Südwest Verlag

Ultimativ Tasty: Das Original – Über 160 einfach geniale Rezepte

Ein neues Kochbuch ist bereits am Wochenende bei mir eingezogen und ein erster Kochversuch für eine Familienfeier gab es bereits. Tasty ist ein Kochbuch mit 160 Rezepten zum Beeindrucken. Jeder ist sicherlich schon einmal auf Facebook oder Instagram über ein Video von Tasty gestolpert, welches jemand geteilt hat oder kommentiert hat. Meist sind es Kreationen, die nach „viel“ aussehen und beeindrucken, aber mit wenigen Hilfsmitteln und Zutaten erstellt sind. Tasty zeigt in seinen Videos Schritt-für-Schritt-Anleitungen. Im passenden Kochbuch ist dies bei einigen Rezepten ebenfalls der Fall, diese werden über bis zu 3 Seiten mit verschiedenen Arbeitsschritten und Bildern erklärt. Ideal für nicht ganz so Kocherfahrene, die aber auch einmal beeindrucken wollen.

Im Vordergrund steht bei den Rezepten ganz klar Genuss und Optik, weniger der Gesundessen & Diäten-Fokus. Und das ist auch gerade das Gute an diesem Kochbuch – hier werden Gerichte für verschiedene Gelegenheiten, mit vielen verschiedenen Zutaten und origineller Zusammenstellung präsentiert. Es gibt nicht die typische Unterteilung in Vorspeise, Hauptgericht, Dessert etc., sondern es gibt diese drei Teile:

• Grundausstattung, Küchentipps
• „Beeindrucke dich selbst“ mit Fleisch- und Fischgerichten; Vegetarisch, Eierspeisen und Desserts;
• „Beeindrucke deine Freunde“ mit tollen Fingerfood – Rezepten und ganz vielen herzhaften Nachspeisen für Brunch, Dates, Spieltage und Feierabende

Fast alle Rezepte sind bebildert, von einigen Gerichten gibt es mehrere Varianten. Neben den einleitenden Tipps finden sich bei den Rezepten oft noch weiterführende Hinweise. Ebenso haben alle Rezepte ein paar Einleitungssätze, die humorvoll das jeweilige Gericht beschreiben und Serviertipps oder Anlässe für das Essen parat halten. Gerade diese zusätzlichen Texte haben mich für das Buch eingenommen, weil es einfach Spaß macht, im Kochbuch zu lesen und sich inspirieren zu lassen.

Die Mehrzahl der Rezepte ist alltagstauglich, hat „normale“ Zutatenlisten ohne viel Extravaganzen und die Zubereitung ist gut beschrieben. Besonders die „Beeindrucke deine Freunde“-Rubrik hat einige originelle Ideen parat wie man sie von den Tasty Videos kennt.

Im Buch sind einige exklusive Rezepte, die es sonst nicht auf den sozialen Medienkanälen von Tasty gibt. Die generelle Buchoptik und Haptik ist sehr frisch und angenehm, alle Bilder sind farbenfroh und machen Lust auf das Nachkochen. Ich habe tatsächlich zunächst eines der gesünder wirkenden Gerichte getestet mit dem Mediterranen Salat und dem Hühnchen mit 40 Knoblauchzehen, aber für eine Party oder besonderen Abend kann es auch einmal eines der ausgefalleneren, definitiv kalorienreichen Gerichte sein. Angaben zu Nährwerten finden sich bei den Rezepten nicht, aber der gesunde Menschenverstand sagt einem auch so, dass hier nicht unbedingt kalorienarm gekocht wird. Viele Gerichte werden frittiert oder überbacken, die schlanke Linie würde da bei täglichem Kochen nach den Rezepten eher flöten gehen. Die Zielgruppe des Kochbuches ist ganz klar der Hobbykoch oder Kochanfänger, der bei der nächsten Party beeindrucken will, weniger die alltägliche Küche. Nichtsdestotrotz ist dieses Kochbuch eine schöne Ergänzung für das Kochbuchregal: Aufmachung, Rezepteauswahl und nicht zuletzt der Preis sind sehr gut.

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0 In Allgemein/ bassermann/ Kochen

Elise Delprat-Alvares: Die besten einfachsten Rezepte

Kochen mit 3-6 Zutaten.

Das Kochbuch „Die besten einfachsten Rezepte. Kochen mit 3-6 Zutaten“ kommt mit einem grafisch auffälligen Cover daher und verspricht, einfache Rezepte mit wenig Aufwand. Das Buch erschien zuerst in Frankreich und ist auch von einer französischen Autorin. Dies ist jetzt kein Nachteil, aber ein Teil der Rezepte hat einen klaren Fokus auf französische Küche. Es gibt zum Beispiel Rezepte für Tartes, Quiche und Terrinen.

Cover Die besten einfachsten Rezepte.

Das Kochbuch enthält rund 180 Rezepte, die immer grundsätzlich maximal 6 Zutaten erfordern. Lediglich ganz „normale“ Basics wie Salz, Pfeffer, gängige Gewürze, Öl und z. Bsp. Zwiebeln werden als zusätzliche Zutaten angegeben und zählen nicht mit in die 6 Zutaten. Dies ist aber eigentlich kein wirkliches Manko, da solche Zutaten in der Regel in der Küche vorhanden sind. Die benötigen Zutaten für die Rezepte sind durchweg einfache, gängige Dinge. Also nichts, für das man das nächste Spezialitäten-Geschäft aufsuchen muss, sondern ein normaler Supermarkt ausreicht. Dies ist in meinen Augen ein klarer Pluspunkt für dieses Buch.

Unterteilt werden die Rezepte in Häppchen, Vorspeisen, Hauptgerichte und Desserts, wobei Hauptgerichte den Hautpteil ausmachen. Im schlichten, sehr übersichtlichen Designs steht bei jedem Rezept zunächst eine kleine Box voran, die die wichtigesten Informationen enthält:

  1. Die Zeit, die man für die Zubereitung benötigt,
  2. die Zeit, die das Gericht gekocht/in den Ofen muss,
  3. für wieviele Personen das Gericht ist und
  4. eine ungefähre Einschätzung des Budgets
Rezeptvorschlag

Daneben finden sich die Zutaten mit jeweils kleinen Bildchen und Mengen-/Massangaben. In wenigen Schritten werden die Rezepte erläutert. Für mich ausreichend, da ich genug Kocherfahrung habe. Für Kochanfänger vielleicht manches mal zu wenig. Auf der rechten Seite befindet sich dazu passend immer ein Bild des Gerichts. Für mich als definitiv visueller Mensch perfekt. Natürlich sind diese Bilder immer liebevoll arrangiert. Generell besticht dieses Buch sehr durch seine Aufmachung, Design und Haptik. Viele Gerichte sind so ansprechend dargestellt und ungewöhnlich, das man Lust auf das Nachkochen bekommt. Entgegen meiner anfänglichen Befürchtung, dass hier eine Vielzahl an Nudelrezepten mit verschiedenen Soßen zu finden sind (eben einfaches Kochen), variieren die Rezepte sehr und sind originell. Man glaubt an einigen Stellen gar nicht, dass mit so wenigen Zutaten wirklich ein ganzes Essen entstehen kann.

Ein Manko gibt es aber leider, das Buch enthält keine Kalorien oder Fettangaben bei den Gerichten. Grundsätzlich in Ordnung, da es ja um einfaches Kochen geht und nicht um Schlanker werden 🙂 Ich hätte es aber als Orientierung trotzdem gut gefunden.

Fazit: viele verschiedene Rezepte, einfache Zutaten, wunderschöne moderne Gestaltung, übersichtliche Anordnung der Rezepte. Kleine Abstriche für fehlende Nährwertangaben und das Rezeptverzeichnis wäre mit einer Ordnung nach Zutaten brauchbarer. Für den Preis von aktuell 15 Euro für das gebundene Buch mit rund 380 Seiten auf jeden Fall aber top und auch ein schönes Geschenk.

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