Romane & Thriller

Kinderbücher

Sachbücher

0 In Allgemein/ HarperCollins/ Thriller

Tess Gerritsen: Angst in deinen Augen

Ich mag die Thriller von Tess Gerritsen und war dementsprechend gespannt auf diese Neuauflage von 1996 von „Angst in deinen Augen“. Wie bei den früheren Werken von ihr häufiger, ist das Genre nicht nur eindeutig Thriller sondern ebenso Liebesroman. So richtig kann ich mich bei diesem Buch nicht entscheiden, wo der Hauptanteil liegt. Nennen wir es vielleicht Thriller gepaart mit Romanze 🙂

Hauptperson Nina Cormier erlebt den Alptraum einer jeden Braut: kurz vor der Eheschließung am Hochzeitstag steht sie in der Kirche allein da. Ihr Verlobter ist unauffindbar und nachdem alles abgeblasen wird und sie die Kirche verlässt, geht eine Bombe hoch. Detective Sam Navarro beginnt mit den Ermittlungen und kümmert sich dabei persönlich (und sehr rührend…) um Nina. Das Klischee der schutzbedürftigen Zeugin und dem starken Polizisten wird dabei sehr betont. Die Ermittlungen kommen stückchenweise voran, manches geschieht relativ zusammenhanglos. Eine entscheidende Entwicklung ahnt man allerdings schon recht früh, so dass die Spannung eher mäßig ist.

Fazit: Ein seichter Krimi – zur Unterhaltung geeignet – mehr aber nicht.

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0 In Allgemein/ Kriminalroman/ ullstein Verlag

Remy Eyssen: Dunkles Lavandou

Leon Ritter ist Rechtsmediziner und die Hauptfigur in der Leon-Ritter-Krimis von Remy Eyssen. Im 6. Fall der Reihe wird eines Morgens eine Frauenleiche gefunden. Die Frau wollte scheinbar Selbstmord durch Springen von einer Brücke begehen. Leon Ritter findet bei der Obduktion Ungereimtheiten und geht gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Isabelle – praktischerweise Polizistin – verschiedenen Theorien und Verdächtigen nach. Als weitere Mädchen verschwinden und Fälle aus der Vergangenheit neu bewertet werden, wird klar, man sucht einen Serientäter.

Ich kenne jetzt nur den 6. Fall, hatte aber recht schnell den Eindruck, dass das Buch recht seicht ist. Sprachliche Glanzleistungen sind leider Fehlanzeige. Allein am Beginn fängt gefühlt jeder Satz mit „Leon…“ an. Ich konnte es wirklich schon recht bald nicht mehr sehen. Auch die heile Welt, die scheinbar unabhängig von den Morden in Lavandou herrscht, war ein wenig zuviel für mich. Leider kann man einiges vorhersehen, man wird ein paar Mal auf falsche Spuren gesetzt und der wahre Täter am Ende war für mich das einzig überraschende. Warum der Täter gemordet hat und wie er zu einem Mörder wurde, bleibt ungeklärt. Die Taten selbst sind originell und spannend erzählt. Für mich nur ein seichter, durchschnittlicher Krimi.

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0 In Allgemein/ Frauenroman/ Piper

Antonia Riepp: Belmonte

Da war mal wieder Sommer und was braucht es da: richtig, einen schönen, unterhaltenden Roman mit italienischem Flair. Genau das haben wir hier: „Belmonte“erzählt die Lebensgeschichte von Simonas italienischer Großmutter und verknüpft auf der zweite Erzähllebene das Leben im Hier und Jetzt der italienischen Großfamilie in den Marken. Simona arbeitet als Landschaftsgärtnerin, eckt aber immer wieder mit ihrem Temperament an. Privat hat sie ihr Glück scheinbar mit Sebastian gefunden, ist sich aber nicht so ganz sicher, ob er der Richtige ist. Da stirbt ihr geliebte Großmutter Franca und hinterläßt ihr das Haus der Familie in Italien. Simona nutzt die Chance, sich ihr Erbe anzusehen und sich über ihr künftiges Leben im Klaren zu werden. Ganz nebenbei taucht sie in die Familiengeheimnisse ein und erfährt vieles über ihre Großmutter, Mutter und schließlich auch wer ihr Vater ist.

Wie es zu einem richtigen Sommerroman gehört, ist nicht nur Atmosphäre sommerlich, sondern die Liebe spielt eine entscheidene Rolle. Was im ersten Moment nach ganz viel Kitsch klingt, kommt überraschend unterhaltsam und flüssig erzählt daher. Anontia Riepp erzählt lebendig und bildhaft. Als Leser hat man das Gefühl mittendrin in Italien zu sein und das Schicksal der Urgroßmutter und ihrer Freundin bewegt. An Stellen, wo es zum billigen Kitschroman abzudriften scheint, schafft sie die Kurve und so bleibt es entsprechend spannend.

Fazit: ein angenehmer, unterhaltsamer Roman für die lauen Sommerabende, der sich flugs wegliest und sogar ein etwas unerwartetes Ende bereithält.

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0 In Allgemein/ Kriminalroman/ Thriller

Elias Haller: Tod und kein Erbarmen

Vorweg die Inhaltsangabe vom Verlag: An einem Januarmorgen verschwindet die achtjährige Violetta. Akribisch rekonstruiert die Polizei ihren Weg zur Schule und entdeckt Indizien, die auf eine Entführung hindeuten. Doch das Mädchen wird nie gefunden. Zehn Jahre später verbringt Kriminalhauptkommissar Erik Donner ein paar Tage in dem Ort und will dort eigentlich nur sein privates Unglück im Alkohol ertränken, als er von Violettas Cousine aufgesucht wird. Angeblich gibt es einen neuen Hinweis auf den Verbleib des Mädchens. Doch Donner glaubt nicht an die Aufklärung eines so alten Falls. Im Streit schickt er Violettas Verwandte weg. Ein folgenschwerer Fehler, denn am nächsten Tag steht der Kommissar plötzlich unter Mordverdacht …

„Tod und kein Erbarmen“ ist der 7. Teil der Kommissar Erik Donner Reihe. Für mich war es das erste Buch von Elias Haller, aber auch ohne die vorherigen Teile zu kennen, ist der Thriller verständlich. Lediglich einige Beziehungen der Personen untereinander waren mir unklar.

Schauplatz des Ganzen ist ein erzgebirgisches Dorf im Winter mit allerlei verschrobenen Personen. Es schneit unaufhörlich und das Dorf ist von der restlichen Welt abgeschnitten. Diese Kulisse gibt dem ganzen Fall etwas Dramatisches. Hinzu kommen mehrere Mordanschläge auf die ermittelnden Polizisten, welche aber auch wie durch ein Wunder überlebt werden. Offenbar sind einige Schutzengel unterwegs. Insgesamt ermitteln sehr viele Polizisten – nicht nur die Dorfeigenen sondern auch überregionale haben an diesem Fall Interesse. Unterschiedliche Kompetenzen werden ausdiskutiert und gefühlt ist einer unsympathischer als der andere. Dies hat es für mich lange schwierig gemacht, sowohl mit Kommissar Donner als auch den anderen Polizeibeamten warm zu werden. Lediglich die Spannung, wer hinter dem alten und neuen Verbrechen steckt, hat mich durchhalten lassen. Zum Glück – denn gegen Ende kommen einige Überraschungen und Wendungen. Die Auflösung war für mich nicht vorhersehbar.

Fazit: Ein lesbarer Krimi in einer schönen dramatischen Atmosphäre und vielen Handelnden. Das unvorhersehbare Ende und die vielen Ereignisse machen den Thriller spannend bis zum Schluß. Mitgefiebert habe ich, mitgefühlt nicht. Dafür war mir Erik Donner und ein Teil seiner Kollegen einfach viel zu unsympathisch. Ich bin nicht so recht warm mit ihm geworden.

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0 In Allgemein/ Bastei Lübbe/ Sachbuch

Michael Greger: How Not to DIET

Für diesen Wälzer über Ernährung und verschiedene Diätformen braucht man auf jeden Fall sehr großes Durchhaltevermögen. Michael Greger und sein Team haben unzählige Studien zur Ernährung und Wirkungsweise von Diäten studiert und die Nachhaltigkeit bzw. den Erfolg untersucht. Er zitiert viele Studien und für gefühlt jede Behauptung gibt es eine Fußnote mit Hinweis auf die entsprechende Untersuchung / Buch. Man kann also guten Gewissens sagen, hier hat jemand sich ausführlich mit Ernährung und Übergewicht beschäftigt. Als Amerikaner steht hier einmal mehr vor allem die amerikanische Ernährungsweise und Werbung für ungesunde Nahrungsmittel im Vordergrund. So prangert er den Zuckerkonsum (zu Recht) an. Einiges ist recht speziell für die USA zutreffend – wie zum Beispiel die Zulassung von Operationsmethoden und Medikamenten ohne ausreichend Tests. Andere grundlegende Dinge aber wie Zuckerkonsum durch Getränke sowie generell Fast Food lässt sich aber auch gut im Rest der Welt beobachten und die damit einhergende Übergewicht schon bei Kindern und Jugendlichen.

Ziel des Buches ist es, aufzuzeigen, welche Diäten es gibt und welche Vor-/Nachteile diese haben. Viele sind seiner Ansicht nach ungeeignet für die langfristige Anwendung bzw. langfristige Gewichtsreduzierung. Jeder hat ja schon sicher vom Jo-Jo Effekt gehört, der bei vielen der vorgestellten Diäten droht. Michael Greger führt viele Argumente und Belege an, warum seiner Meinung nach die meisten Diäten ungeeignet sind und nur seine Ernährungsmethode die einizige ist, bei der man dauerhaft gesund und schlank lebt. Im ganzen Buch verteilt gibt es immer wieder recht ungewöhnliche Tipps -wie zum Beispiel, dass man jeden Tag ein paar Granatapfelkerne und Bohnen essen soll. Seine sogenannten 12 wichtigen pflanzlichen Nahrungsmittel zählt er auch in seiner App auf, die kostenfrei zum Download gibt.

Die Hauptkapitel des Buches sind:

Teil 1: Fettleibigkeit: Ursachen, Folgen – warum steigt die Fettleibigkeit an?

Teil 2: Optimale Strategie zur Gewichtsabnahme – im Wesentlichen über Ernährung, nicht über Sport

Teil 3: Aktuelle Diäten

Teil 4: Tricks und Kniffe für den schnellen Gewichtsverlust

Teil 5: Fettverbrennung / Stoffwechsel

Als Fazit ist für den Autor einzig eine vegane Ernährungsweise richtig. Vor allem Fleisch – egal welcher Art und Qualität und Menge – verteufelt er. Die Begründung dafür ist durchaus einleuchtend und gut belegt, vollends überzeugt hat er mich persönlich nicht. Man kann vor allem bei den Tipps Dinge für seine eigene Ernährung übernehmen, ob man strikt nach seinen Ideen lebt, überlass ich Euch 😉 Das Buch ist definitiv kein einfaches x-beliebiges Diätenbuch. Schon der über 700 Seiten Umfang macht klar, dass hier viel Recherchearbeit aufbereitet wird. Dadurch liest sich es teilweise sehr schleppend. Ich konnte irgendwann Studie xy nicht mehr sehen und habe stellenweise überflogen. Für alle, die sich wirklich eingehend mit Ernährung beschäftigen möchten, ist dies aber wirklich ein super Einstiegsbuch, da alles sehr verständlich aufbereitet wird.

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0 In Allgemein/ GRÄFE UND UNZER Verlag/ Kochen

Alessandra Meyer-Wölden: Just add love

Gesunde Familienküche für Klein und Groß

Ob ein Kochbuch von einem Prominenten geschrieben wurde oder „normalen“ Koch, ist mir in der Regel relativ egal, da es mir auf die Rezepte, die Umsetzbarkeit und die Zutatenliste ankommt. Nun kommt man hier bei diesem Buch nicht so ganz umhin, die Autorin zu bemerken, denn sie strahlt schon über dem Gemüse vom Titelbild und auch im Buch gibt es mehrere Seiten, wo sie sehr schön drapiert daher kommt. Man kann sie nun mögen oder nicht, ansehnlich ist das ganze auf jeden Fall inszeniert. Dazu gibt sie Tipps, wie gesunde Familienküche funktionieren kann und Kinder Obst und Gemüse mögen lernen.

Just add love Kochbuch Cover

Ich sag´s gleich, bei meinem Sohn ist das gründlich schief gegangen *hihi*, aber man gibt ja die Hoffnung nie auf und deswegen kam dieses Kochbuch genau richtig. Die Rezepte sind überwiegend vegetarisch, es wird fast alles selbstgemacht. Gerade dieses konsequente selber herstellen ist zwar logisch, da man weiß, was enthalten ist, kostet aber andererseits viel Zeit. Der vorgschlagene Wochenplan hat mich persönlich erschlagen. Ich würde dafür ja stundenlang nur meine Küche sehen. Wenn man aber damit leben kann, die Mandelmilch nicht selbst herzustellen, das Ketchup vielleicht einfach ganz vom Essensplan zu streichen etc., dann lassen sich die Rezepte in der Regel recht flott in 20-30 min umsetzen.

Die Rezepte sind unterteilt in Basics, Frühstück/Snacks/Smoothies, Salate&Suppen, Hauptgerichte&Beilagen sowie Desserts. Wobei für mich auch einige Frühstück und Snackideen eher in die Dessert Richtung gehen. Grundsätzlich gibt es sehr viele interessante Rezepte, die Zutaten sind überschaubar und heutzutage auch nicht mehr ztu exotisch. Jeder gut sortierte Drogerie- und Supermarkt hat ja mittlerweile Mandelmus, Kokoswasser, Avocados, Dinkelmehl und so weiter. Bei den etwas exotischeren Zutaten wird immer eine Alternative in Klammern angegeben, was ich perfekt finde. Die Aufmachung der Rezepte ist sehr liebevoll und detailreich. Die Foodfotos lassen einen sofort Lust auf das Essen bekommen, kleine Sketchnotes sowie die generell Farbgebung in Pastell und kleine Details wie die Schriftart der Seitenzahlen lassen das ganze Buch rund erscheinen. Hier hat ein Grafiker/Illustrator/Fotograf perfekte Arbeit abgeliefert. Dieses Kochbuch ist auch ohne Kochen einfach schön anzusehen 🙂

Aber jetzt nochmal zu den wirklich wichtigen Fragen: schmeckts denn und isst das Kind das auch? Ich haben testweise 3 Gerichte gekocht. Eine Minestrone, ein Bananenbrot und einen Chiapudding. Die Minestrone war für 4 Personen sehr, sehr reichlich und hat wirklich perfekt geschmeckt. Ein Foto habe ich beim Genießen leider ganz vergessen. Das Bananenbrot ist nicht unbedingt der kalorinearme Snack in dieser Variante, aber sehr lecker. Hier hat immerhin mein Sohn zugegriffen und für gut befunden. Der Chiapudding mit Himbeerkompott sieht auf dem Foto unglaublich gut aus. Na ja, die Realität zeige ich euch gleich. Aber er schmeckt und sättigt.

Das viele Grün und Gesund ist zwar sicher richtig und löblich, aber ich denke, an der Realität vorbei. Kinder essen ja nun auch nicht nur zu Hause und das Kinder diese gesunden Rezepte wirklich lieben und verlangen, glaube ich fast nicht. Die Idee des Kochbuches ist gut, die Aufmachung und Durchführbarkeit auch, aber wenn man schon größere, mäklige Kinder hat, wird es schwer, diesen Essensplan wirklich „durchzusetzen“. Aber Anregungen kann man sich auf jeden Fall holen, die Tipps sind nicht verkehrt, was bei der eigenen Familie letztlich funktioniert, muss jeder für sich selbst probieren. Ich bin jedenfalls wirklich angetan von den Rezepten und der ganzen Aufmachung und kann es für jeden, der bewußt und gesund sich ernähren möchte, nur empfehlen.

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0 In Allgemein/ Bastei Lübbe/ Ratgeber/ Sachbuch

Sarah Remsky: Aufblühen: Wie Zimmerpflanzen uns helfen, gesund zu bleiben

Mit „Aufblühen“ ist Sarah Remsky ein etwas anderes Pflanzenbuch gelungen. Der Untertitel „Wie Zimmerpflanzen uns helfen, gesund zu bleiben“ verrät schon, dass es nicht nur um Pflanzenpflege, Auswahl, Standort etc. geht, sondern auch die Seelenhygiene des Pflanzenbesitzers beeinflusst wird.
Sarah Remsky bekommt als junge Journalistin im Schichtdienst eine Depression. Sie beschreibt ihren Verlauf und den Weg raus aus der Depression in diesem Buch in mehreren Kapiteln und Pflanzen spielen dabei eine wichtige Rolle. Sie zeigt auf, wie Pflanzen auf den Menschen einwirken können und wie sie ihre Seelenpflanze gefunden hat. Pflanzen haben ihr Kraft und Ruhe gespendet und helfen ihr Stress abzubauen und muntern bei schlechter Laune auf.

Aufblühen Cover

Die Kapitel über ihre Krankheit und Heilunsgprozess wechseln sich ab mit Pflanzentips-Kapiteln. Sie vermittelt unter anderem Hinweise zum Pflanzenkauf, Qualitätscheck, Sonneneinstrahlung, Erde, Schädlinge, Umtopfen, Gießen, Luftbefeuchter usw. Einzelne Zimmerpflanzen werden vorgestellt und Pflegetipps gegeben. Zudem werden die wichtigsten Pflanzengruppen vorgestellt und natürlich kommt die Deko rundherum wie Töpfe nicht zu kurz.


Alles in allem ist das Buch mit wunderschönen Pflanzenfotos und Illustrationen bebildert, die sofort Lust auf mehr Pflanzen machen und die schon beim Betrachten auf mich beruhigend gewirkt haben. Die Lebensgeschichte der Autorin ist interessant und der ganze Aufbau des Buches weicht doch erheblich von einem reinen Pflanzenratgeber ab. Dies muss man wissen, dann kann man sich auf diese Mischung aus Biographie und Ratgeber wunderbar einlassen. Empfehlenswert für alle Pflanzenanfänger und von Instagram inspirierten 🙂

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0 In Allgemein/ GRÄFE UND UNZER Verlag/ Kochen

Hannah Frey: Zuckfrei express

Extraschnell und supereinfach: 81 Blitzrezepte für jeden Tag

„Zuckerfrei express“ präsentiert Rezepte, die in nur 25 Minuten zubereitet sind und dabei ganz ohne zugesetzten Zucker auskommen. Dass heißt, alles wird aus meist frischen Zutaten gekocht. Das Kochbuch hat zusätzlich zu den Rezepten Einkaufs- und Essensplantipps und eine Vorratsliste. Es kommt angenehm ohne erhobenen Zeigefinger in Richtung Zucker aus, was ich sehr angenehm fand. Viele Zutaten sind reugläre, einfach einzukaufende Dinge bzw. was der Vorratsschrank hergibt und nur einige „neumodischere“ Zutaten wie z. Bsp. Mandelmus kommen zum Einsatz. Aber auch diese sind mittlerweile ja in gut sortierten Supermärkten und Drogerien erhältlich. Es gibt Hinweise zu laktosefrei, low carb, vegan, glutenfrei und fructosearm, so dass man immer gleich Bescheid weiß und sich entsprechend seinen Bedürfnissen die Rezepte heraussuchen kann. In der Regel sind die Rezepte für 2 Personen erstellt, ein verdoppeln für Familie oder halbieren für Einzelportion geht also einfach. Alle Rezepte haben eine Nährwertangabe und da geht es auch locker hoch bis 1000 Kalorien. Also zuckerfrei muss nicht zwangsläufig kalorienarm sein.

Coverbild Zuckerfrei express

Zu der Auswahl an Rezepten gibt es leider einen kleinen Kritikpunkt: von den 52 Hauptgerichten sind 23 Salate. Ich persönlich benötige nicht so viele Salatrezepte (da kaufe ich ein Salatkochbuch). Zudem ist ein Salat ohne Kochen natürlich locker in 25 Minuten hergestellt. Des Weiteren finden sich Snackrezepte (14), Expresssnacks und Grundrezepte für Porridge. Schnelle Snacks sind Ideen, ohne Kochen, wie zum Beispiel Nüsse, Äpfel…Die Frühstücksrezepte enthalten 15 verschiedene Ideen, dabei viele Smoothies, einige herzhafte Ideen und ein Granolarezept.


Ich habe für mich vor allem das Granola und die Porridgeideen sowie die Snacktipps „mitnehmen“ können. Die schönen Fotos der fertig angerichteten Gerichte lassen einen auf jeden Fall Lust zum kochen aufkommen. Zubereitungsschritte werden nicht gezeigt, aber oft gibt es zusätzliche Tipps beim Rezept.
Insgesamt ein gutes Rezeptbuch, um in die zuckerfreie Ernährung einzusteigen bzw. zu ergänzen. Umwerfend neue Ideen sind nicht dabei, eher Basics. Mir haben bei den Hauptgerichten etwas mehr „richtige“ gefehlt, nicht nur Salat.

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0 In Allgemein/ Aufbau Verlag/ Roman

Oyinkan Braithwaite: Meine Schwester, die Serienmörderin

„Meine Schwester, die Serienmörderin“ ist mal ein ganz anderer Roman, wie der Titel ja schon vermuten lässt. Wer einen spannenden Thriller erwartet, wird hier aber eher enttäuscht. Vielmehr nimmt die Beziehung der beiden Schwestern Ayoola und Korede und deren Liebesleben einen wichtigen Raum ein. Korede ist dabei die immer vernünftige, im Schatten stehende Schwester, die – praktisch veranlagt – ihrer schönen im Mittelpunkt stehende Schwester Ayoola hinterherräumt. Nicht aber etwa Klamotten, sondern sie räumt nach den Morden ihrer Schwester auf. Ayoola hat nämlich die Angewohnheit, bei Trennungen nicht ganz so zimperlich zu sein. Danach aber verfällt sie regelmäßig in Verzweiflung und Koredes Coolness ist gefragt. Das Ganze geht natürlich nicht ewig gut, denn der Tag, wo beide Frauen denselben Mann begehren, kommt…

Coverbild

Ein Roman, der erstmal schon vom Titel und Titelbild irrtiert und definitiv kein klassischer Krimi ist. Trotzdem ist es spannend und vor allem unterhaltsam, da man sich schon fragt, was passiert als nächstes. Korede empfindet man anfangs als taff und als bessere Schwester, aber mit der Zeit erweist sie sich doch nicht als so schlau wie gedacht. Die Kapitel sind kurz und knapp, Gegenwart und Vergangheit wechseln sich ab. Die Geschichte kommt makaber rüber und wird in einem recht lockeren Tonfall erzählt. Korede beschreibt dabei emotionslos die Geschehnisse und auch für den Leser bleiben die beiden Schwestern eher emotionslos. Ich konnte mich mit keiner wirklich anfreunden. Korede nervte mit der Korrektheit, Ayoola mit ihrer egoistischen und narzistischen Art.

Trotzdem ist es ein lesenswertes und interessantes Buch. Einfach, weil es mal ganz anderes an eine kriminalistische Geschichte herangeht und die Autorin Humor hat (den man aber mögen muss).

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0 In Allgemein/ Roman/ Tinte & Feder

Nora Berger: Die Tochter der Bettlerin

Annas Mutter lebt 1747 als Bettlerin und Hure. Ihre Tochter muss bereits mit auf Betteltour kommen und als schönes heranwachsendes Mädchen blüht ihr bald dasselbe Leben wie ihrer Mutter. Um dem zu Entgehen, flieht sie eines Tages und versucht sich auf der Straße durchzuschlagen. Ein Highlight für sie ist das Beobachten der Kavallerie. Sie schafft es, eine Anstellung als Magd bei derer von Trenck zu bekommen, deren Sohn Friedrich Leibgardist von Friedrich dem Großen und den Anna schon auf dem Exerzierplatz heimlich angeschmachtet hat. Friedrich hingegen ist heimlich mit der Schwester vom König lieert und nutzt Annas Naivität aus: er lässt sie Liebesbriefe an Prinzeesin Amalie in den Palast überbringen.

Coverbild


Die verbotene Liebe fliegt aber trotzdem auf und Trenck verliert die Gunst des Königs. Er wird eingekerkert. Anna hat die fixe Idee, dass sie ihn retten muss (und er sie dann natürlich lieben muss…) Um an das Gefängnis heranzukommen, geht sie als Mann verkleidet zum Militär. Sie zieht in den Krieg, erlebt so einiges und flieht dort schließlich, um die Rettung Trencks in die Realität umzusetzen.
Genau an dem Punkt, wo Anna zum Militär geht, fängt die bis dahin nachvollziehbare Geschichte leider an zu kippen. Anna ist so verblendet, dass es dem Leser schon weh tut. Aber das die Verkleidung als Mann erfolgreich ist und sie die Kriegshandlungen übersteht, ist schon arg unrealistisch. Viele Dinge scheinen ja gar nicht unauffällig machbar…


Davon abgesehen ist der historische Roman aber etwas schönes zum Schmökern und darin versinken. Nora Berger schreibt unterhaltsam und man fiebert die ganze Zeit mit Anna mit. Natürlich wünscht man ihr dabei auch, „aufzuwachen“ und vernünftiger zu werden. Eine seichte Unterhaltung für Zwischendurch 🙂

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