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Meg Wolitzer: Das ist dein Leben / Meg Wolitzer: Die Zehnjahrespause

Ich habe gleich 2 Romane von Meg Wolitzer nacheinander gelesen und schreibe deswegen über beide in diesem Beitrag. Nachdem Wolitzer mit „Die Interessanten“ und „Der Ehefrau“ mich so begeistern konnte, können das die beiden zuletzt auf Deutsch erschienen Bücher es leider nicht so 100prozentig.

„Die Zehnjahrespause“ handelt von vier Frauen, welche sich regelmäßig in einem Lokal in New York treffen. Alle sind Mütter geworden und haben zugunsten der Kinder ihr eigenes Leben zurückgestellt. Da ist Jill, welche in einen Vorrort gezogen ist und Schwierigkeiten mit ihrem Adoptivkind hat, welches sich nicht so entwickelt, wie erwartet. Amy, deren Mann zwar erfolgeicher Anwalt ist und gut verdient, die aber sich trotzdem arm fühlen, da sie über ihre Verhältnisse leben. Karen, die immer wieder Vorstellungsgespräche mit macht, nur um zu sehen, ob es noch klappen würde, die Stellen aber nie annimmt. Und zu guter letzt, Künstlerin Roberta, deren künstlerische Betätigung nur noch der Bastelnachmittag in der Grundschule ist. Alle vier haben Kinder im Grundschulalter, welche so langsam flügge werden und eigentlich nicht mehr so sehr betreut werden müssen. In Rückblenden wird das Leben aller vier erzählt und dabei schwingt eine unheimlich depressive Stimmung über dem ganzen Buch. Man hat das Gefühl, keine der Frauen macht irgendwas aus ihrem Leben und sie existieren nur für ihre Kinder. Da diese nun weniger von ihnen benötigen, ist die Verzweiflung, was sie nun mit ihrem Leben anfangen, groß.

Die Einzelschicksale werden nach einander erzählt. Man wartet immer ein wenig darauf, dass sich die Geschichten verbinden und sich etwas ereigent. Das bleibt aber leider aus. So ist dies Buch ein dahin plätschern von vier Mütterschicksalen, die einen weder sonderlich berühren noch unterhalten.

„Das ist dein Leben“ klingt im ersten Moment wie ein Titel einer schlechten Fernsehshow. Ist es aber nur fast. Dottie Engels ist Comedian Star und gleichzeitig alleinerziehende Mutter von 2 Töchtern. Sie macht auf der Bühne über sich selbst und ihr Übergewicht Witze. Die beiden Töchter leben in New York und sehen ihre Mutter nur selten, da diese in Las Vegas auftritt. Betreut werden die Kinder von Nachwuchs-Comedians als Babysitter. Erica lehnt ihre Mutter immer mehr ab, aber als die Karriere der Mutter zu kriseln beginnt, kämpfen die beiden Schwestern zusammen, um die Krise zu bewältigen.

Ein Familienportät, in dem es vor allem um Identitätssuche, Erwachsenwerden, Pubertät und Körpergefühl geht. Dotties Übergewicht und dessen Folgen beschäftigen auch die Töchter. Besonders die jüngere Tochter Erica, die selbst zum Übergewicht neigt, leidet als Teenager unter dieser Situation. Meg Wolitzer gibt mit diesem Roman eine Reflektion über das Amerika der 70iger Jahre, den Umgang mit Dicksein und das schwierige Verhältnis von Müttern und Töchtern in der Pubertät. Leider bleibt alles irgendwie oberflächlich und Entscheidungen sind manches Mal nicht nachvollziehbar. Der Roman hat mich leider nicht so berührt, er plätschert dahin und unterhält – mehr aber nicht.

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