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Mark Haddon: Der wunde Punkt

Schon 2007 erschien „Der wunde Punkt“ von Mark Haddon und war lange auf meiner Leseliste. Im Roman über die Familie Hall erscheint im ersten Moment nur der normale Irrsinn zu herrschen: Mutter geht fremd mit ehemaligen Arbeitskollegen ihres Mannes, Tochter will das zweite Mal heiraten, der Sohn ist schwul, womit sich die spießigen Eltern noch nicht so recht anfreunden können und der Vater wird langsam verrückt.
Der Vater Georg Hall steht im Mittelpunkt des Romans. Er entdeckt eines Tages einen kleinen schwarzen Fleck auf seiner Haut an der Hüfte und denkte sofort, dass er Krebs hat und Sterben muss. Das Naheliegenste – zum Hautarzt gehen und abklären lassen –  kommt für ihn nicht in Frage. Er steigert sich lieber in seine Furcht herein, verheimlicht es vor seiner Familie undwird von Tag zu Tag depressiver und wunderlicher. Dieses Wunderliche und die Geschehnisse rundherum die zweite Hochzeit der Tochter sind witzig beschrieben und machen den Roman kurzweilig. Über die Taten und das Verhalten des Vaters kann man teilweise sich aber nur wundern und den Kopf schütteln. Diese waren mir zu überspitzt und die Depression zu sehr ins lächerliche gezogen.
Der Roman hat alles, was einen Familienroman lesenswert macht. Er ist leicht und unterhaltsam geschrieben. An vielen Stellen kann man herzlich lachen und sich das Geschehen gut vorstellen. Das Ende lässt einen zufrieden zurück und ist schlüssig. Ein Roman über Liebe, Betrug, Krankheit, Frust, falsche Erwartungen und Scham mit viel Tragikkomik, lebendigen Personen und irgendwie skurril. Ein Lesegenuss mit nur kleinen Abstrichen aufgrund des etwas überdrehten Verhaltens des Vaters.
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