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Jonathan Franzen: Unschuld

Dieses Buch und ich – wir sind einfach nicht die großen Freunde geworden. Ich hatte mich sehr gefreut auf den neuen Jonathan Franzen letztes Jahr und begann sogar mit der Originalversion „Purity“. Hier habe ich immerhin das erste Kapitel geschafft, bevor ich aufgegeben habe. Der zweite Anlauf ist die deutsche Variante „Unschuld“ gewesen, die ich ganze dreimal von vorn angefangen habe, nachdem ich immer wieder ins Stocken geraten bin. Warum aber eigentlich? Schwer zu sagen, dieses Buch konnte mich einfach nicht fesseln.jonathan-franzen_unschuld Die Geschichte von Pip ist mir einfach zu verkorkst. Sie ist auf der Suche nach ihrem Vater, ihre Mutter will ihr einfach nicht sagen, wer er ist. Mit Studiumsschulden beginnt Pip ein Praktikum bei Andreas Wolf – ein Verwandter von Markus Wolf und nun als Whistleblower untergetaucht im Paradies umgeben von lauter anhimmelnden Frauen. Pip erhofft sich, hier zu lernen, wie man Geheimnisse aufdeckt und ihren Vater zu finden.

An sich keine schlechte Story, aber so langatmig und langweilig geschrieben. Seitenlang ausgewalzte Geschichten und Dialoge. Immer wieder treffen Leute zufällig aufeinander unter Millionen Möglichkeiten. Ich habe immer wieder abgebrochen, da ich einfach keine Spannung empfinden konnte. Mein Interesse konnte dieses Buch leider nicht wecken. Da half auch die erste Überraschung für den Leser nichts: dieser weiß ab der Hälfte schon mehr als Pip- nämlich wer ihr Vater ist. Leider muss der Leser dann erst nochmal das Leben von Andreas Wolf und seine Frauengeschichten ausführlich lesen, bevor auch Pip schlauer ist.

Ich bin wahnsinnig enttäuscht von diesem Buch. Wer einen Jonathan Franzen lesen will, greife meiner Meinung nach besser zu „Korrekturen“. Die Lobhymnen der Presse zu „Unschuld“ kann ich leider nicht nachvollziehen.

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