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Elias Haller: Küstenstill

Es beginnt mit einem Bild auf Instagram: eine bestialisch zugerichtete Frauenleiche ist dort zu sehen. Der in seine Heimat zurückgekehrte Kommissar Hardy Finkel hat gleich am ersten Tag mehr zu tun, als ihm lieb ist. Gemeinsam mit seiner neuen Partnerin Greta Silber sucht er den Tatort und schon bald wird das nächste, ähnlich verstümmelte Opfer gefunden. Die Suche nach einem Serientäter und der Wettlauf gegen die Zeit beginnt. Je mehr die beiden finden, um so klarer wird es, dass der Täter es auf Hardy Finkel persönlich abgesehen zu haben scheint.

Küstenstill cover

In diesem Buch geschieht verdammt viel! Kaum ist das eine Opfer da, schon gibt es Hinweise auf ein nächstes Verbrechen. Eine Grausamkeit jagt die nächste. Dazu kommen Details aus der Vergangenheit der handelnden Personen und vom Kommissar, die ebenso grausig sind. Gleichzeitig gibt es viele Verdächtige, die aber immer alle kein so rechtes Motiv zu haben scheinen und meist dann auch Alibis. Die Kommissare und der Leser tappen im Dunkeln. Es ist grundsätzlich sehr spannend geschrieben und man hat als Leser keine Chance, den Täter zu finden. Aber es ist zu viel Stoff für ein Buch. Alles wird angerissen, jede Menge Verdächtige tauchen kurz auf, werden wieder verworfen. Keine Spur wird wirklich gründlich und lange untersucht, man rast durch das Geschehen. Am Ende steht man mit einem Täter da, der für mich einfach nicht passte. Die Frage, wie dieser all die Taten so begehen konnte, wie er zu dem werden konnte, wird zwar erzählt, aber es war mir zu unglaubwürdig.

Am schlimmsten aber war das Verhalten zwischen den Kommissaren. Das Greta Silber ihren neuen Kollegen sofort mit Sugar anredet und der sich darüber nicht mal wundert, fand ich unmöglich. Die beiden scheinen sich zwar auf Anhieb zu verstehen, aber vor allem ihre private Beziehung machte so gar keinen Sinn und trug nur zur weiteren Verwirrung bei.

Eine interessante sowie spannende Story, die leider etwas überfrachtet wurde mit viel Brutalität. Man liest das Buch leider nur zu Ende, weil man unbedingt wissen will, wer dahinter steckt.

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