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Alessandra Meyer-Wölden: Just add love

Gesunde Familienküche für Klein und Groß

Ob ein Kochbuch von einem Prominenten geschrieben wurde oder „normalen“ Koch, ist mir in der Regel relativ egal, da es mir auf die Rezepte, die Umsetzbarkeit und die Zutatenliste ankommt. Nun kommt man hier bei diesem Buch nicht so ganz umhin, die Autorin zu bemerken, denn sie strahlt schon über dem Gemüse vom Titelbild und auch im Buch gibt es mehrere Seiten, wo sie sehr schön drapiert daher kommt. Man kann sie nun mögen oder nicht, ansehnlich ist das ganze auf jeden Fall inszeniert. Dazu gibt sie Tipps, wie gesunde Familienküche funktionieren kann und Kinder Obst und Gemüse mögen lernen.

Just add love Kochbuch Cover

Ich sag´s gleich, bei meinem Sohn ist das gründlich schief gegangen *hihi*, aber man gibt ja die Hoffnung nie auf und deswegen kam dieses Kochbuch genau richtig. Die Rezepte sind überwiegend vegetarisch, es wird fast alles selbstgemacht. Gerade dieses konsequente selber herstellen ist zwar logisch, da man weiß, was enthalten ist, kostet aber andererseits viel Zeit. Der vorgschlagene Wochenplan hat mich persönlich erschlagen. Ich würde dafür ja stundenlang nur meine Küche sehen. Wenn man aber damit leben kann, die Mandelmilch nicht selbst herzustellen, das Ketchup vielleicht einfach ganz vom Essensplan zu streichen etc., dann lassen sich die Rezepte in der Regel recht flott in 20-30 min umsetzen.

Die Rezepte sind unterteilt in Basics, Frühstück/Snacks/Smoothies, Salate&Suppen, Hauptgerichte&Beilagen sowie Desserts. Wobei für mich auch einige Frühstück und Snackideen eher in die Dessert Richtung gehen. Grundsätzlich gibt es sehr viele interessante Rezepte, die Zutaten sind überschaubar und heutzutage auch nicht mehr ztu exotisch. Jeder gut sortierte Drogerie- und Supermarkt hat ja mittlerweile Mandelmus, Kokoswasser, Avocados, Dinkelmehl und so weiter. Bei den etwas exotischeren Zutaten wird immer eine Alternative in Klammern angegeben, was ich perfekt finde. Die Aufmachung der Rezepte ist sehr liebevoll und detailreich. Die Foodfotos lassen einen sofort Lust auf das Essen bekommen, kleine Sketchnotes sowie die generell Farbgebung in Pastell und kleine Details wie die Schriftart der Seitenzahlen lassen das ganze Buch rund erscheinen. Hier hat ein Grafiker/Illustrator/Fotograf perfekte Arbeit abgeliefert. Dieses Kochbuch ist auch ohne Kochen einfach schön anzusehen 🙂

Aber jetzt nochmal zu den wirklich wichtigen Fragen: schmeckts denn und isst das Kind das auch? Ich haben testweise 3 Gerichte gekocht. Eine Minestrone, ein Bananenbrot und einen Chiapudding. Die Minestrone war für 4 Personen sehr, sehr reichlich und hat wirklich perfekt geschmeckt. Ein Foto habe ich beim Genießen leider ganz vergessen. Das Bananenbrot ist nicht unbedingt der kalorinearme Snack in dieser Variante, aber sehr lecker. Hier hat immerhin mein Sohn zugegriffen und für gut befunden. Der Chiapudding mit Himbeerkompott sieht auf dem Foto unglaublich gut aus. Na ja, die Realität zeige ich euch gleich. Aber er schmeckt und sättigt.

Das viele Grün und Gesund ist zwar sicher richtig und löblich, aber ich denke, an der Realität vorbei. Kinder essen ja nun auch nicht nur zu Hause und das Kinder diese gesunden Rezepte wirklich lieben und verlangen, glaube ich fast nicht. Die Idee des Kochbuches ist gut, die Aufmachung und Durchführbarkeit auch, aber wenn man schon größere, mäklige Kinder hat, wird es schwer, diesen Essensplan wirklich „durchzusetzen“. Aber Anregungen kann man sich auf jeden Fall holen, die Tipps sind nicht verkehrt, was bei der eigenen Familie letztlich funktioniert, muss jeder für sich selbst probieren. Ich bin jedenfalls wirklich angetan von den Rezepten und der ganzen Aufmachung und kann es für jeden, der bewußt und gesund sich ernähren möchte, nur empfehlen.

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