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Oyinkan Braithwaite: Meine Schwester, die Serienmörderin

„Meine Schwester, die Serienmörderin“ ist mal ein ganz anderer Roman, wie der Titel ja schon vermuten lässt. Wer einen spannenden Thriller erwartet, wird hier aber eher enttäuscht. Vielmehr nimmt die Beziehung der beiden Schwestern Ayoola und Korede und deren Liebesleben einen wichtigen Raum ein. Korede ist dabei die immer vernünftige, im Schatten stehende Schwester, die – praktisch veranlagt – ihrer schönen im Mittelpunkt stehende Schwester Ayoola hinterherräumt. Nicht aber etwa Klamotten, sondern sie räumt nach den Morden ihrer Schwester auf. Ayoola hat nämlich die Angewohnheit, bei Trennungen nicht ganz so zimperlich zu sein. Danach aber verfällt sie regelmäßig in Verzweiflung und Koredes Coolness ist gefragt. Das Ganze geht natürlich nicht ewig gut, denn der Tag, wo beide Frauen denselben Mann begehren, kommt…

Coverbild

Ein Roman, der erstmal schon vom Titel und Titelbild irrtiert und definitiv kein klassischer Krimi ist. Trotzdem ist es spannend und vor allem unterhaltsam, da man sich schon fragt, was passiert als nächstes. Korede empfindet man anfangs als taff und als bessere Schwester, aber mit der Zeit erweist sie sich doch nicht als so schlau wie gedacht. Die Kapitel sind kurz und knapp, Gegenwart und Vergangheit wechseln sich ab. Die Geschichte kommt makaber rüber und wird in einem recht lockeren Tonfall erzählt. Korede beschreibt dabei emotionslos die Geschehnisse und auch für den Leser bleiben die beiden Schwestern eher emotionslos. Ich konnte mich mit keiner wirklich anfreunden. Korede nervte mit der Korrektheit, Ayoola mit ihrer egoistischen und narzistischen Art.

Trotzdem ist es ein lesenswertes und interessantes Buch. Einfach, weil es mal ganz anderes an eine kriminalistische Geschichte herangeht und die Autorin Humor hat (den man aber mögen muss).

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