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Mikaela Bley: Glücksmädchen

Endlich ein Psychothriller, der einen so packt, dass man ihn kaum aus der Hand legen kann und schon viel schneller durchgelesen ist, als man eigentlich geplant hat! Mikaela Bley erzählt in ihrem Roman „Glücksmädchen“ die spannende und gleichzeitig bedrückende Geschichte von der verschwundenen 8jährigen Lycke. Das Mädchen war ein Scheidungskind und schien nirgends so richtig willkommen zu sein. Die Eltern im Dauerstreit, die Stiefmutter eifersüchtig, die Klassenkameraden mobbend – nur die Nanny scheint das kleine Mädchen lieb zu haben und steht besorgt zwischen den Fronten. Eines Tages verschwindet Lycke und die Kriminalreporterin Ellen Tamm wird von ihrem Fernsehsender auf diesen Fall angesetzt. Die Einschaltquoten sollen gesichert werden. Sie selbst hat mit 8 Jahren ihre Zwillingsschwester verloren und hat seitdem nur den Tod als ihr Thema. Wie besessen beschäftigt sie sich mit allen Fällen von Mord. Dieser Fall berührt sie daher auch ganz persönlich und bringt sie an ihre Grenzen.mikaela-bley_gluecksmaedchen

Die Geschichte und Aufklärung des Vermisstenfalls wird aus Sicht von Ellen, der Reporterin, beleuchtet. Die Polizei kommt quasi nur am Rande vor. Ein Polizist entpuppt sich als Tippgeber gegen viel Geld für die Journalisten. So kann Ellen exklusivere News als andere Nachrichtensender präsentieren. Erstaunlich ist, dass auch die Angehörigen rege Austausch mit ihr halten und man manchmal den Eindruck hat, eine Polizeiermittlerin vor sich zu haben und nicht eine Reporterin. Letztlich gelingt es ihr den Fall aufzulösen und auch ihre eigenen Geister der Vergangenheit in den Griff zubekommen.

Der Psychothriller ist packend geschrieben und kommt ohne große Grausamkeiten/ Gewalttätigkeiten aus. Allerdings fröstelt es einen als Leser doch, wenn man über das Leben der kleinen Lycke nachdenkt. Man leidet mit ihr und ihrem Leben in der gefühlskalten Welt. Am Ende ist die Auflösung wirklich überraschend und hebt sich von den üblichen Thrillern positiv ab. Eine klare Lesemepfehlung!

 

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