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Michaela Kastel: Die Sterblichkeit einer Seele

Ein klein wenig anderes Genre als gewöhnlich bei mir, ist der Frauen-/Psycohroman „Die Sterblichkeit einer Seele“ von Michaela Kastel. Ein Buch, dass ich vom Cover her nicht ausgewählt hätte, da es einfach viel zu kitschig, aber #dontjudgeabookbythecover

Die Story des Buches ist schnell erzählt: Anna ist eine junge Musicaldarstellerin und hat den Traum, einmal auf der großen Bühne im Mittelpunkt zu stehen. Dies hat sie auch fast erreicht am Wiener Musicaltheater, sie ist aber leider nur die Zweitbesetzung. Dies ändert sich schlagartig, als die Hauptdarstellerin und Konkurrentin Madeleine tödlich verunglückt. Anna steht am Ziel ihrer Träume und doch scheint der Leistungsdruck und der Ehrgeiz ihr alles – auch das Privatleben – zu zerstören.

Michaela Kastel ist eine überraschend interessante Geschichte über fast schon wahnhaften Ehrgeiz und Druck der Gesellschaft gelungen. Die Hauptprotagonistin Anna strebt die große Karriere an und geht dabei einfach viel zu weit. Richtig krass wird es, wie sie Dinge vor sich selbst rechtfertigt und gegenüber anderen verleugnet, statt klar zu ihrer Meinung und Willen zu stehen. Man hat das Gefühl, sie weiß nicht, was sie wirklich will oder gesteht es nicht ein. Am Ende hat sie Erfolg, aber zu welchem Preis?Als Leser kommt man recht schnell an den Punkt, sich zu fragen, wie weit kann und würde man selbst gehen? Ist es wirklich nachvollziehbar, welche Opfer Anna für ihre Karriere bringt?

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Der Roman hat einen angenehmen Spannungsbogen und kurze Kapitel sowie eher Umgangssprache ermöglichen ein schnelles Lesen. Viele Themen werden kurz angerissen, die man sicherlich hätte weiter ausführen können. Die Hauptperson Anna ist mir als Leser komplett unsympathisch gewesen. Auch einige andere handelnde Personen wie der zweite, neue Hauptdarsteller, der Leiter der Produktion oder Annas Bruder konnten mich nicht wirklich zum Mitfühlen ermuntern. Interessant hingegen war der beschriebene Druck hinter den Kulissen des Musicals und wie weit manche für den Erfolg gehen.

Ein kleines Manko für mich war, dass leider zu viele Schachtelsätze und Aufzählungen verwendet wurden und mich so etwas recht schnell zum Überfliegen von Seiten anregt. Das geht aber vielleicht nur mir so…

„Die Sterblichkeit der Seele“ ist ein alles in allem gelungener Frauenroman mit einer guten, nachdenklich machenden Story, die auch ein paar Tage in mir „nachgehallt“ hat.

 

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