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Mark Billingham: Zeit zum Sterben

Angekündigt mit „Das  Beste, was die englischsprachige Literatur derzeit zu bieten hat.“ (Lee Child) und das ist hier tatsächlich nicht übertrieben. Der Thriller ist spannend, gut geschrieben und ist ein Buch zum „nicht aus der Hand legen“.

In einer einsamen Gegend in England werden kurz hintereinander gleich zwei Mädchen als vermisst gemeldet. Schnell gibt es Zeugen, die zumindest eines der Mädchen in das Auto vom Familienvater Bates einsteigen sehen haben. Eine Hetze von Bewohner und Presse beginnt, Bates wird verhaftet, die Suche nach den Mädchen läuft auf Hochtouren. Bates Frau Linda ist zufällig eine Schulfreundin von Helen – einer Polizistin, die mit ihrem Partner Thorne ganz in der Nähe Urlaub macht und sofort diesen abbricht und zu Hilfe eilt. Lange ist nicht klar, wieso Helen so sehr interessiert an dem Fall ist und warum sie nach fast 20 Jahren Linda zur Seite stehen will. Sie und vor allem Thorne ermitteln ungebetenerweise in dem Fall, da sie von Bates Schuld nicht überzeugt sind. Mittels cleveren Kombinieren und mit Hilfe des Gerichtsmediziners Phil wird immer mehr klar, dass hier ein besonders gut informierter Verbrecher am Werk ist.Billingham

Erzählt wird die Geschichte größtenteils vom neutralen Erzähler, unterbrochen durch kleinere Einschübe aus Tätersicht und Beschreibung der Situation aus Sicht des zweiten vermissten Mädchens. Besonders die Beschreibungen vom Mädchen fesseln und lassen einen Erschaudern. Die Details der ersten Leiche sind zwar grausam, die Erklärung durch die Gerichtsmedizin aber sehr interessant und man bekommt recht schnell den Eindruck, dass hier ein besonders cleverer Täter am Werk ist. Der Wettlauf mit der Zeit – die Suche nach dem zweiten Mädchen – ist sehr spannend geschrieben und hält den Leser in Atem. Die Enttarnung des Täters ist zwar recht überraschend, aber im Nachhinein total logisch. Angenehm fand ich, dass die Schlussszene nicht künstlich in die Länge gezogen wurde, sondern recht schnell von statten geht ohne das übliche amerikanische Heldeepos.

Kleiner Minuspunkte sind das Klischeehafte Darstellen des schwulen Gerichtsmediziners und das Polizist Thorne in seinem Urlaub ohne offiziellen Auftrag ermittelt. Die örtliche Polizei wird dabei als total unfähig hingestellt und man soll dankbar sein, dass der große Ermittler Thorne vorbeikommt…

Trotzdem aber ein sehr empfehlenswerter Thriller mit glaubwürdiger Story und einem interessantem Täter. Spannend bis zu letzten Seite – genau wie es sein sollte! Zum Buch geht´s hier Zeit zum Sterben

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