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Karen Sander: Schwesterlein, komm stirb mit mir

Ein deutscher Kriminalroman, der mal nicht lokalpatriotisch daher kommt, sondern sich an den ganz großen Thrillerautoren messen will. Leider ist das nur ein kläglicher Versuch. Die handelnden Figuren sind stereotyp. Man hat teilweise das Gefühl, dass alle üblichen Klischees abgearbeitet werden müssen. Spannung wird erzeugt in dem man den Leser vorwarnt, dass es gleich „hinter der Tür ganz schlimm kommt…“
Aber von Anfang an: nachdem ich viel positives über Karen Sanders Romane gelesen habe, wollte ich mir auch mal ein Bild machen und habe mir drei Romane vorgenommen. Den Erscheinungsdaten zu folgen, schien mir am logischsten, also starte ich mit „Schwesterlein, komm stirb mit mir“.
Der Titel verwirrt am Anfang und macht erst gegen Ende Sinn. Da die Story etwas sehr konstruiert ist, bin ich auf die Lösung erstmal nicht gekommen. Dies ist durchaus positiv, da so die Spannung erhalten blieb und ich das Buch zu Ende gelesen habe. Allein für die Beschreibungen des Kommissars Georg Stadler und der Psychologin Liz Montario gibt es einen ganz großen Minuspunkt. Man hält es kaum aus, was da für Rollen verteilt werden: der taffe Polizist, der ein begehrenswerter Kerl ist und dem die Frauen nachrennen; seine Kolleginnen, die entweder völlig blass sind oder Sexbombe, die Psychologin, die eigentlich selbst ein gestörtes Huhn ist usw. Etwas weniger auftragen, wäre gut gewesen.
Der Spannungsbogen ist aber durchaus in Ordnung, die Morde purzeln nur so heran, man kommt kaum nach. Die gesamte Geschichte ist logisch und auch mal etwas neues. Die Beschreibungen der Leichen hat mich kaum geschockt, obwohl sich Karen Sander sehr viel Mühe bei den Grausamkeiten gegeben hat. Lesenswert ist es, Leseempfehlung würde ich aber v.a. für Krimifans nicht geben.
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