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Joy Fielding: Die Schwester

Schon vom Klappentext her kommt eine die Geschichte vage bekannt vor und vor allem am Anfang des Buches ist die Ähnlichkeit zu der realen Geschichte – der Entführung der kleinen Maddie McCann aus Großbritannien während des Urlaubs in Portugal – sehr frappierend. Im Buch heißt das kleine Mädchen Samantha und wird während eines Urlaubs in Mexico aus der Ferienanlage entführt. Zurückbleiben ihre Eltern und die Schwester Michelle. Diese ist von Anfang an eifersüchtig auf ihre Schwester. Sie ist das Vorzeigekind und scheint immer von ihrer Mutter bevorzugt zu werden. So ist die Verzweiflung nach dem Verschwinden entsprechend groß und Michelle macht ihrer Mutter immer wieder Vorwürfe, dass sie nur die zweite Wahl ist.

Der Roman spielt in zwei Zeitebenen, die sich langsam annähern. Startpunkt sind dieJoy_Fielding_Die_Schwester Geschehnisse  vor 15 Jahren. Die Erzählungen der Vergangenheit nähern sich der Gegenwart Schritt für Schritt  an. Immer wieder werden einzelne Ereignisse erzählt, die zum Beispiel an den Jahrestagen des Verschwindens von Samantha stattfinden. Dabei ist die Mutter Caroline im Zentrum, der auch durch die Presse das Hauptverschulden angekreidet wird. Zeitweise gerät sie auch in Verdacht (ähnlich wie die McCanns…) Jedes Kapitel endet mit einem kleinen Cliffhanger und dadurch entsteht eine unheimliche Spannung. Zwischen jedem Kapitel aus der Vergangenheit gibt es ein Kapitel aus der Gegenwart. Hier ist nach 15 Jahren ein Mädchen aufgetaucht, dass behauptet, Samantha zu sein. Neben dem Zweifel an der Echtheit brechen vor allem bei Michelle alte Wunden auf und das pubertierende Mädchen gerät in immer mehr Auseinandersetzungen mit ihrer Mutter.

Die finale Auflösung und der wahre Tatablauf waren überraschend und erschreckend. Einige Enthüllungen auf dem Weg zur großen Auflösung hingegen sind zu vermuten, wenn auch nicht in ihrem ganzen Ausmaß. Vor allem der Ehemann – zunächst fürsorglich, liebevoll – wird im Laufe des Buches doch um einiges interessanter und unsympathischer.

Ich habe das Buch verschlungen und bis auf das doch recht offensichtliche Abkupfern der Anfangsgeschichte ist es ein sehr spannender Thriller mit ungewöhnlichem Ausgang. Die Schreibweise von Joy Fielding ist wie gewohnt mitreißend und fesselnd. Durch die zahlreichen offenen Enden bleibt man am Buch und kann es kaum weglegen. So soll es sein! Erschienen im Juli 2016 beim Goldmann Verlag.

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