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Eve Chase: Black Rabbit Hall

Eve Chase Erstlingswerk ist ein seichter Schmöcker für verregnete Sonntage und vor allem für Liebhaber von alten englischen Herrenhäusern und deren Geheimnisse.
Die Geschichte spielt in zwei verschiedenen Zeitebenen, welche sich abwechseln. Die Familiengeschichte der Altons spielt im Wesentlichen 1968/69 während die Geschichte von Lorna und ihrem Verlobten Jon in der Gegenwart spielt. Die Altons leben eigentlich in London und kommen nur während der Ferien nach Pencraw -genannt Black Rabbit Hall. Dort verleben sie eine unbeschwerte und teilweise auch unkonventionelle Zeit. Eines Tages jedoch geschieht ein Unglück und vor allem Amber, die älteste Tochter, ist ab da diejenige, die die Familie und deren Zusammenhalt erhält.
Parallel erfährt der Leser von Lorna, die auf der Suche nach einer Hochzeitslocation ist. In ihrer Erinnerung sieht sie sich mit ihrer Mutter vor den Toren von Black Rabbit Hall stehen. Sie fragt sich, was dran ist an ihrer Erinnerung und warum wird sie so magisch vom Haus angezogen. Schritt für Schritt eröffnet sich nicht nur ihre Geschichte sondern auch die der Familie Alton.
Die beiden Geschichten laufen lange parallel und das Verbindungsstück wird eigentlich in nur einem einzigen Gespräch über wenige Seiten aufgelöst. Insofern ist die Aufdeckung des Geheimnisses fast nebensächlich. In diesem Buch dominiert ganz klar die ältere Geschichte und diese nimmt den Leser mehr in den Bann. Die Gegenwartsgeschichte kam mir nur wie schmückendes Beiwerk vor und Lorna blieb mir leider auch sehr viel fremder als alle Mitglieder der Alton Familie.
Eve Chase macht die Landschafts Cornwalls fühlbar durch die Darstellung vom Wetter – es regnet verdammt oft – und der Beschreibungen vom Strand, Uferklippen und dichten Wald am Haus. Das Herrenhaus selbst wird ausführlich erklärt und man könnte quasi durch die Räume mitlaufen. Viele Details sind der Autorin dabei wichtig zu erwähnen, manche lassen die Geschehnisse lebhafter wirken (und grausamer), andere sind eher Füllstoff. Ein wenig kam der Eindruck daher, dass erst fest stand ein Buch über ein Herrenhaus zu schreiben und die Familiengeschichte um dieses herum aufgebaut wurde. Es fehlen die ganz großen neuen Ideen und das gewisse Etwas, was ein Buch zum „Nicht aus die Hand legbar“ macht.
Man darf keine allzu großen überraschenden Wendungen erwarten und kein großen Spannungsbogen. Es ist eine solide erzählte Familiengeschichte mit überschaubaren, manches mal klischeehaften  Charakteren, die leicht und flüssig zu lesen ist. Eine nette Unterhaltung für verregnete Tage und für Fans von Cornwall & Geschichten über englische Herrschafthäuser auf jeden Fall zu empfehlen.
Erwähnen möchte ich aber zu guter Schluß noch die tolle Haptik. Die Buchhülle ist leicht transparent und mit einem tollen Titeldesign bedruckt, das Buch selbst ohne Umschlag hat das mögliche Herrenhaus samt Garten als Motiv. Für alle, die sich die Zeit mit einer leichten, englischen Familiensaga versüßen möchten, geht es Hier zum Buch
#werbung – Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Blanvalet Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.
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