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Annette Wieners: Fuchskind

Annette Wieners hat mit „Fuchskind“ einen zweiten Kriminalroman mit der Hauptfigur Gesine Cordes geschrieben. Für mich war es das erste Buch der Autorin und es hat mich nicht 100prozentig überzeugen können.

Annette_Wieners_FuchskindDie Friedhofsgärtnerin Gesine Cordes entdeckt eines morgens auf dem Friedhof ein Baby. Von den Eltern weit und breit keine Spur. Sie bringt das offenbar kranke Kind auf schnellstem Weg ins Krankenhaus und erfährt erst dann, dass vor dem Friedhof eine Frauenleiche gefunden wurde. Ist dies nun die Mutter? Und warum wurde sie umgebracht und das Baby ausgesetzt? Gesine beginnt, auf eigene Faust zu ermitteln und tauscht sich dabei rege mit der ermittelnden Polizistin Marina Olbert aus. Im Laufe der Geschichte taucht auf einmal Gesines Ex-Mann auf, der in Osteuropa bei der Armee stationiert ist und sich unerlaubt entfernt hat. Inwiefern er in die Geschichte verwickelt ist und welche Dimensionen die Geschichte annimmt, sei hier nicht verraten, aber von anfänglich Findelkind spannt sich der Bogen am Ende zu globalen Themen wie Menschenhandel und Prostitution.

Es ist ein eher ruhiger Krimi, in dem die ehemalige Polizistin Gesine Cordes und ihr Leben mehr im Vordergrund steht als die Taten. Alle Personen scheinen sich zu kennen, immer wieder treffen alte Bekannte aufeinander, gibt es Andeutungen an frühere Fälle. Ohne das vorherige Buch zu kennen,  lässt sich zwar alles verstehen – aber die Rückandeutungen sind nervig. Lange Zeit konnte ich mit den Einschüben über Giftpflanzen nichts anfangen. Sie werden völlig wahllos zwischen die Kapitel gestreut und erst sehr spät wird klar, das Gesine selbst ein Kind wegen Vergiftung verloren hat.

Der Kriminalroman ist solide geschrieben, die Story durchdacht und sowohl Gesine als auch der Leser wird auf verschiedene Fährten gebracht. Gefallen hat mir die düstere Grundstimmung durch den Haupthandlungsort Friedhof, den abseits gelegenen Bauernhof als Zuhause von Gesine und das Nebelgrau des Novembers. Gesine selbst war mir nicht sehr sympathisch, mir hatte der ganze Roman zuviel persönliche Geschichte und Drama von ihr. Mir blieb unklar, wieso sie keine Polizistin mehr ist und aber trotzdem nun ermittelt. Hier fehlt wahrscheinlich das Wissen aus dem ersten Band der Reihe.

Für Leser, die eher ruhige Kriminalromane mit viel persönlichen Touch mögen, ist dieses Buch durchaus empfehlenswert. Mich hat es leider nicht so ganz überzeugt, da es zu viele Andeutungen und Zufälle gibt, die sich mir nicht schlüssig erklärten.

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