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Andy Weir: Der Marsianer: Rettet Mark Watney

Andy Weirs Roman „Der Marsianer: Rettet Mark Watney“ greift ein Horrorszenario auf, welches so noch nicht geschehen kann, aber man sich trotzdem sehr gut vorstellen kann. Der Astronaut Mark Watney wird von seinen Astronautenkollegen auf den Mars vergessen. Was zunächst unglaublich klingt, erklärt sich schon nach wenigen Seiten. Während eines Sandsturms wird Mark Watney von herumfliegenden Teilen getroffen und bleibt bewußtlos liegen. Die anderen Astronauten retten sich zunächst zum Raumfahrzeug zurück. Dort prüfen sie die Werte, die der Raumanzug von Mark sendet und entscheiden schweren Herzens, dass er nicht zu retten ist und retten sich zunächst erstmal selbst, in dem sie die Mission abbrechen und vom Mars wegfliegen.
So unglaublich das nun klingt, habe ich erwartet, dass Mark völlig auf sich gestellt ist und auch nichts mehr auf dem Mars hat. Das das keinen Sinn ergibt, ist mir nach dem Lesen nun auch klar. Es gibt nämlich in diesem Roman auf dem Mars eine Raumstation, die mit allerhand Technik ausgestattet ist und in die er sich zunächst – wieder erwacht und doch noch gesund und munter – flüchtet. Die nächsten 400 Seiten beschäftigen sich damit, wie er über 2 Jahre überlebt, an der Technik rumbastelt und welche Pläne er macht. Leider kommt dabei die  psychologische Komponente viel zu kurz. Ich hatte erwartet, mehr von den Problemen der Einsamkeit und Isolation zu lesen. Mark ist über lange Zeit komplett von jeglicher Kommunikation abgetrennt und ihm droht zudem der Hungertod. Das alles scheint er aber gelassen zu nehmen. Gut finde ich, dass er wenigstens ab und zu ironisch seine sehr schlechte Lage kommentiert. Hier bleibt es aber leider bei sehr oberflächlichigen Kommentaren. Im Gegensatz dazu wird in aller Ausführlichkeit die technische Seite beschrieben. Wen schon immer interessiert hat, welche Geräte alles so eine Raumstation hat und wie die funktionieren, wird in diesem Roman sehr gut bedient. Einige der technischen Probleme bzw. deren Lösung wiederholen sich aber. Dies macht den ganzen Roman um die Rettung von Mark leider sehr langatmig. Manche Seiten mit technischen Lösungen kann getrost überblättern und trotzdem der Handlung noch folgen. 
Ich habe den Roman trotzdem verschlungen, da man ja nun mal wissen will, ob und wie er gerettet wird. Meine Erwartungen bezüglich der psychologischen Seite dieses Unglücks wurden dabei aber leider nicht erfüllt. Eine interessante, technisch ausführliche Story ist es aber allemal.
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